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04.10.2011

Als die Pixel laufen lernten

Ausstellung zur Geschichte der Computerspiele

Unter dem Titel „Als die Pixel laufen lernten“ zeigt der Fachbereich Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt in Köthen vom 6. bis zum 9. Oktober 2011 eine Ausstellung zur Geschichte der Computerspiele. Zu sehen sind rund sechzig Exponate, die einen Einblick in die Entwicklung von Spielkonsolen und Heimcomputern seit Anfang der siebziger Jahre geben.

Das älteste Schaustück ist die erste Spielkonsole, Magnavox Odyssey. Sie erschien 1972 in den USA als Entwicklung des deutschen Auswanderers Ralph Baer. Doch erst Atari machte das darin enthaltene Tennisspiel mit zwei Strichen als Schläger und einem Quadrat als Ball zum Welterfolg und begründete damit die Spieleindustrie. Ab 1975 kamen unzählige dieser „Pong“-Konsolen auf den Markt. Unter den Exponaten sind die einzige in Westdeutschland produzierte Konsole, Interton VC 4000, und die einzige aus Ostdeutschland, Bildschirmspiel 01 vom RFT-Kombinat.
Unter den Exponaten sind Raritäten wie ein IMSAI 8080, einer der ersten Heimcomputer von 1975, eine Apple Lisa, die große Schwester und Vorläuferin des Macintosh, der futuristisch wirkende Commodore PET, ein DDR-Bürocomputer von Robotron und ein früher IBM PC. An einer Reihe klassischer Geräte kann gespielt werden, darunter an den beliebten Konsolen von Nintendo, Sega und Atari.

Zusammengestellt hat die Exponate das Privatmuseum Haus der Computerspiele. Der Leipziger Sammler René Meyer lernte bereits als Schüler zu DDR-Zeiten in den Rechenkabinetten von Hochschulen das Programmieren von Spielen. In den vergangenen zwanzig Jahren trug er mehr als 10.000 Objekte zur Geschichte der Computerspiele zusammen – Spielkonsolen, Heimcomputer, Spiele, Bücher, Zeitschriften und Zubehör. Allein seine Sammlung unterschiedlicher Spielsysteme wurde ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen und wuchs auf mittlerweile 800 Geräte an. Unterstützt wird er vom Grimmaer Sammler Torsten Othmer, der schon in den achtziger Jahren einen Atari-Club gründete.

Die Ausstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen im Vorfeld der Einführung des Studiengangs Angewandte Informatik – Digitale Medien und Spieleentwicklung. In dem im Wintersemester 2012/13 startenden Studiengang wird die Informatikausbildung anhand von Anwendungen aus dem Bereich der Computerspiele vermittelt. „Das Informatikstudium ist anspruchsvoll, es lässt sich aber einfacher bewältigen, wenn es auch Spaß machen darf“, meinen die Professoren Alexander Carôt und Stefan Schlechtweg-Dorendorf, die Entwickler des Studiengangs.

Die Ausstellung wird vom 6. bis 9. Oktober 2011 täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr im Fachbereich Informatik und Sprachen, Lohmannstraße 23, 06366 Köthen (Anhalt) gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Am 6. Oktober findet um 16:00 Uhr die Eröffnungsfeier mit einer Führung durch die Ausstellung statt.