EN | FR | RU | CN
Outlook Web App - neuer E-Mail-ZugangOutlook Web App - neuer E-Mail-Zugang
30.09.2009

Hochschule Anhalt präsentiert sich auf der BIOTECHNICA 2009

Vom 6. bis 8. Oktober 2009 findet in Hannover die BIOTECHNICA, die größte Messe der europäischen Biotech-Branche statt. Alle Sparten der Biotechnologie – von Biotechnik über Laborgeräte, Bioinformatik und Dienstleistungen bis zu den fünf Anwendungsbereichen Pharma/Medizin, Industrie, Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt – werden hier abgebildet. Die Wissenschaftler der Hochschule Anhalt nutzen diese wichtige Plattform, um mit Praxis- und Kooperationspartnern ins Gespräch zu kommen, Ergebnisse und Erfahrungen auszutauschen und neuen Projekte zu akquirieren.

Exponat 1: Selbstreinigende und Easy-to-Clean-Beschichtungen – Wunschtraum oder Realität? (Prof. Dr. Ulrich Junghannß/Uta Borutzky)
Zunehmend werden für alle Lebensbereiche funktionale Oberflächen mit „Easy- to-Clean“ Beschichtungen, selbstreinigender bzw. antimikrobieller Wirkung angeboten. Eine wissenschaftliche Bewertung dieser „funktionalen Oberflächen“ wird durch ungenaue Begriffe und fehlende Wirksamkeitsmessverfahren erschwert. Mit den von Prof. Junghannß und Mitarbeitern neu entwickelten Nachweisverfahren, die verschiedene Parameter wie die Wechselwirkung zwischen den Beschichtungen, Substrateigenschaften, Reinigungsarten und Umgebungsbedingungen einbeziehen, können neben der Wirksamkeit auch die Einsatzmöglichkeiten solcher Oberflächen getestet werden.


Exponat 2: Gewinnung und Anwendung bioaktiver Substanzen aus der Balsampappel (Prof. Dr. Carola Griehl; Prof. Dr. Dieter Orzessek)
Im Rahmen des vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Verbundprojektes „Gewinnung und Anwendung bioaktiver Substanzen aus der Balsampappel – Produktgewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen erfolgen in den Fachbereichen LOEL und BWP Versuche zur Kopplung von stofflicher und energetischer Nutzung der Balsampappel. Ziel dieser Untersuchungen ist die Gewinnung antiinflammatorischer und antimikrobieller Inhaltsstoffe aus Rinde, Blättern und Knospen. Neben der Testung verschiedener Pappelsorten, Düngungsvarianten, Pflanzabständen und Erntezeitpunkten für die Ermittlung der Erträge und der biologischen Wirksamkeit werden vor allem die Inhaltsstoffe der Rohextrakte untersucht. Im Ergebnis der bisherigen Forschungsarbeiten konnte nachgewiesen werden, dass die Extrakte aus Pappelknospen deutliche antimikrobielle Aktivitäten aufweisen, also auch sehr gut für kosmetische Produkte einsetzbar wären.


Exponat 3: Biologische CO2-Fixierung durch coccale Grünalgen (Prof. Dr. Carola Griehl)
Der Einsatz von Algen zur Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid und als Alternative zu fossilen Energieträgern gewinnt vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und ökologischer Probleme zunehmend an Bedeutung. Mikroalgen betreiben die Photosynthese mit einem hohen Wirkungsgrad und sind deshalb besonders geeignet. Ziel der aktuellen Forschungsarbeiten ist neben der Reduzierung industrieller CO2-Emissionen die effektive Gewinnung von chemisch-pharmazeutischen Wertstoffen (Lipide; Carotinoide). Prof. Griehl und ihr Team konnten im Rahmen ihrer Untersuchungen nachweisen, dass eine Kultivierung der Mikroalgen bei hohen CO2-Konzentrationen möglich ist und dass eine Zunahme der Biomasseproduktivität verbunden mit einer Erhöhung des Lipidgehaltes verzeichnet werden kann.


Exponat 4: Scale-up-Versuche zur Luteingewinnung (Prof. Dr. Carola Griehl)
Das Primärcarotinoid Lutein ist ein gelb-oranger Farbstoff, der in höheren Pflanzen und Algen gebildet wird und vor allem in der Lebensmittel-, Futtermittel- sowie Kosmetik- und Pharmaindustrie seinen Einsatz findet. Die zunehmende Nachfrage erfordert die Bereitstellung effektiver Produktionsverfahren im großtechnischen Maßstab. Das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Griehl beschäftigt sich mit der Gewinnung von Lutein aus Mikroalgen, da diese ertragreiche Produzenten von Carotinoiden sind. Derzeit wird das Lutein in einem aufwendigen Verfahren vorrangig aus der Studentenblume Tagetes erecta L. gewonnen. Die untersuchten Mikroalgen produzieren im Gegensatz dazu deutlich höhere Mengen an Lutein und können in Photobioreaktoren (saison- und) witterungsunabhängig unter sterilen Bedingungen kultiviert werden.