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01.10.2010

Hochschule Anhalt präsentiert sich auf der Biotechnica 2010

Vom 5. bis 7. Oktober 2010 treffen sich Aussteller und Besucher aus aller Welt auf der BIOTECHNICA 2010. Im Fokus der Messe stehen auch in diesem Jahr biotechnologische Anwendungen in den Bereichen Medizin, Pharmaindustrie, Ernährung, Landwirtschaft, Industrie und Umweltschutz sowie Biotechnik, Laborgeräte und Dienstleistungen.
Seit vielen Jahren präsentiert die Hochschule Anhalt die Ergebnisse anwendungs-orientierter Forschung und ihr spezifisches Studienangebot im Rahmen des Hochschulgemeinschaftsstandes „Forschung für die Zukunft“ (Halle 9/F 12). Auf der Biotechnica 2010 stehen insbesondere die Ergebnisse biotechnologischer Forschung aus dem Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik (BWP) sowie  Landwirtschaft/ Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung (LOEL) im Mittelpunkt der Präsentationen.

Exponat 1:       Algen gegen das Vergessen – Algen als Quelle neuer Wirkstoffe gegen Alzheimer/Prof. Dr. Carola Griehl

Wissenschaftler der Probiodrug AG Halle, des IPB Halle und der Arbeitsgruppe Algenbiotechnolgie der Hochschule Anhalt arbeiten gemeinsam an der Isolierung von potenziellen Anti-Alzheimerwirkstoffen aus Algen. Diese hemmen das Enzym Glutaminyl-Cyclase (QC - ein Enzym, das vermehrt im Gehirn von Alzheimer-Patienten gebildet wird und die Plaque-Bildung im Gehirn initiiert) und eignen sich zur Kausalbehandlung der Alzheimerschen Erkrankung. Erste erfolgversprechende Ergebnisse zeigen, dass Extrakte verschiedener Grünalgen QC-inhibierende Wirkungen aufweisen. Gegenwärtig wird an der Isolierung und strukturellen Charakterisierung der QC-inhibierenden Substanzen gearbeitet.

Exponat 2:       Verwertung von Kraftwerksabgasen mit schnell wachsenden Grünalgen/Prof. Dr. Carola Griehl

Vor dem Hintergrund der Klimaänderung gewinnt die Möglichkeit der Nutzung von Algen zur Minderung des Ausstoßes der Treibhausgases Kohlendioxid zunehmend an Bedeutung. Mikroalgen sind hierfür besonders gut geeignet, weil sie CO2-haltige Abgase als Kohlenstoffquelle zum Biomasseaufbau nutzen können und hierbei noch Wertstoffe wie Lipide und Carotinoide produzieren. Nach der Auswahl schnellwachsender und umweltrobuster Mikroalgenstämme erfolgte eine Optimierung der Wachstums- und Produktbildungsparameter. Die Ergebnisse zeigten, dass steigende CO2 – Konzentration eine Zunahme der Lipid- und Carotinoidgehalte in der Biomasse bewirken.


Exponat 3:       Gewinnung und Anwendung bioaktiver Substanzen aus der Balsampappel/Prof. Dr. Carola Griehl; Prof. Dr. Dieter Orzessek

Das Ziel des Verbundprojektes ist die Kombination der stofflichen und energetischen Nutzung der Balsampappel. Dazu werden an der Hochschule Anhalt Untersuchungen mit verschiedenen Sorten der Balsampappel durchgeführt, wobei der Einfluss von Düngung und Erntezeitpunkt auf die biologische Wirksamkeit der Inhaltstoffe ermittelt wird. Die Bestimmung der bioaktiven Eigenschaften der Inhaltsstoffe erfolgt mit Hilfe verschiedener Bioassays. Anhand der Untersuchungen können die Wissenschaftler belegen, dass alle Pflanzenbestandteile antioxidativ wirkende Substanzen enthalten. Antimikrobielle Aktivitäten dagegen konnten nur in den Knospenextrakten nachgewiesen werden. Die Düngung der Balsampappeln bewirkt eine Erhöhung der antimikrobiellen Aktivität der Extrakte. Die Extrakte aus verschiedenen Pappelsorten weisen keine nennenswerten Unterschiede in den biologischen Aktivitäten auf. Somit kann künftig ein Sortenmix für die Herstellung antimikrobieller Salben und anderer kosmetischer Produkte eingesetzt werden.

Exponat 4:       MALDI TOFF – der schnelle Weg ans Ziel/Prof. Dr. Christiana Cordes

Die MALDI-TOF-MS-Technik ist eine massenspektroskopische Methode, mit der eine schnelle und einfache Identifizierung von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze oder Algen) möglich ist. Die mit dieser Methode erzeugten Massenspektren, so genannte Protein- „Fingerprints“ sind aufgrund spezifischer Biomarker charakteristisch für jede Probe und werden in einer Datenbank verglichen und identifiziert. Wegen der begrenzten Datenmenge an Umweltkeimen, soll diese Datenbank um neue Referenzspektren sukzessive erweitert werden. Damit wird eine schnelle Identifizierung unbekannter Umweltkeime möglich.
Ziel der Aussteller der Hochschule Anhalt wird es sein, die internationale Community in Hannover zu nutzen, um mit bewährten Praxispartnern Erfahrungen und Ergebnisse zu diskutieren und mit potenziellen Kooperationspartnern in den Dialog zu treten.