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Erfahrungsberichte der ersten studentischen Buddies

Seit dem Wintersemester 2012/13 sind Buddies nunmehr aktiv. Zum
ausgelaufenen Sommersemester waren knapp 30 Studierende an allen drei Standorten der Hochschule damit beschäftigt, internationalen Studierenden und Praktikanten bei der Anreise und dem Einleben an Hochschule und Studienort unter die Arme zu greifen.

Dass die ehrenamtliche Buddy-Tätigkeit, die vom International Office koordiniert wird, auch spontane Lösungen erfordert, zeigt das Zitat in der Überschrift, denn einander beim ersten persönlichen Treffen am Bahnhof zu erkennen, ist gar nicht so einfach, wenn man diese Hürde im Vorfeld nicht bedacht hat.

Anlässlich des 1. Geburtstages des Buddy-Projektes haben wir einige Eindrücke aus dem Alltag der Buddies zusammengestellt.


Warum sind Sie Buddy geworden?
Empathie und eigene Erfahrung standen hier im Vordergrund. Etliche Buddies waren selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation und konnten sich noch gut erinnern, neu in einem unbekannten Land zu sein und an das mulmige
Gefühl sowie die Unmenge an Fragen, die dies mit sich brachte. Hier als Buddy helfen zu können und den Einstieg an der Hochschule und am Studienort durch ein bekanntes Gesicht zu meistern, war vielen ein Ansporn.


Lernt man als Buddy auch dazu?
Es heißt ja, dass man für gewöhnlich erst im Ausland erkennt, was die eigene Kultur und Gesellschaft wirklich auszeichnet. Buddy-Arbeit wird aber nicht umsonst unter dem Label ‚Auslandserfahrungen zu Hause machen‘ verkauft. Denn Buddies gewinnen diese Erkenntnisse auch im Umgang mit ihren
internationalen Studierenden. Der deutsche Behörden- und Bürokratiedschungel etwa ist für Studierende aus Drittstaaten (also außerhalb der EU) sehr undurchsichtig. Deutsche wiederum sind im Vergleich zu anderen Nationen sehr organisiert – was man unterschiedlich interpretieren kann – und doch etwas extrovertierter veranlagt, als man meinen möchte. Buddies haben aber auch erfahren, welche Fertigkeiten sie bei ihrer Arbeit erlernen bzw. vervollkommnen. Zum einen ist hier das Organisationstalent zu nennen, um all die Anmeldungen, Papiere sowie großen und kleinen Wege unter einen Hut zu bringen. Zum anderen zahlt es sich aus, wenn man sich in sein Gegenüber hineinversetzen, wenn man zuhören kann und dann gemeinsam an Lösungen für alle möglichen Fragen arbeitet. Das schweißt zusammen und macht auch
noch Spaß.


Hatten Sie besonders positive oder auch negative Erlebnisse als Buddy?

Hier steht klar die gegenseitige Sympathie im Vordergrund. Wenn man merkt, dass es zwischenmenschlich stimmt, macht es gleich viel mehr Spaß. Natürlich kann man davon nicht immer ausgehen, aber umso schöner ist es, wenn aus Buddies auch Freunde werden. Der gegenseitige Austausch darüber, was das Leben im jeweiligen Heimatland ausmacht, der Einblick in eine fremde Kultur sind ebenfalls als ausgesprochen positiv wahrgenommen worden.
Es gab aber auch Hürden wie mangelhafte Kenntnisse der deutschen Sprache, die von Buddies dann sehr viel Unterstützung in der Kommunikation erforderten oder – auch eher positiv – die bereits erwähnte Schrecksekunde am Bahnhof, wenn man merkt, dass man gar nicht weiß, wie derjenige aussieht, der da gleich dem Zug entsteigt und man nach jemandem mit vielen Koffern und Taschen
Ausschau hält.

 

Haben Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern können?
Die Buddy-Tätigkeit ist eine hervorragende Gelegenheit, die Sprachkenntnisse aus Schule und Studium aufzufrischen oder auch ganz neue Sprachen zu lernen. So erkennt man, wie „eingerostet“ das eigene Englisch ist und staunt, wie gut Incomer oft schon Deutsch sprechen. Die Unterstützung in der Kommunikation
ist gerade bei Behördengängen in Deutschland wichtig und im Zwischenmenschlichen geht’s auch ohne Worte, wenn’s darauf ankommt. Positiv ist auf jeden Fall, dass man sich in realen Situationen befindet, nicht etwa im Unterricht, und gezwungen ist, in der Fremdsprache zu kommunizieren. Zumindest in der Rückschau ist es eine angenehme Erfahrung, wenn etwas, das vor Ort Unbehagen auslöst, mit Kreativität überwunden werden kann.


Wie zeitaufwändig ist die Buddy-Tätigkeit?
Das hängt ganz davon ab, wie viel Zeit man selber für die freiwillige Arbeit als Buddy veranschlagen kann, wie viel Vorbereitung beim Incomer für den Aufenthalt in Deutschland möglich war und auch wie (un)selbständig der Incomer ist. Bei manch einem reicht es, grobe Hinweise zu geben, und der Rest fügt sich von alleine. Andere wiederum benötigen Chauffeur-, Telefon- und Behördenunterstützung, die einen schon gelegentlich daran zweifeln lässt, ob man nebenher auch noch studieren darf. Es lässt sich aber sagen, dass normalerweise einer recht intensiven kurzen Betreuungsphase am Anfang des Aufenthaltes ruhigere Zeiten folgen und viel Zeit für Angenehmes bleibt.


Würden Sie noch einmal Buddy werden?
Die Antworten zeigen die Bandbreite der Erfahrungen:

„Ja, auf jeden Fall.“

„Nein, nur gegen finanzielle Entschädigung.“

„Ja“

„Unter den gegebenen Voraussetzungen würde ich noch einmal Buddy werden.“

„Eventuell schon“