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03.08.2016

Neue Vorbereitungskurse für Geflüchtete an der Hochschule Anhalt

Am 1. August (Dessau, Köthen) startete und am 1. September 2016 (Bernburg) beginnen neue Vorbereitungskurse für insgesamt 75 Geflüchtete an der Hochschule Anhalt. Die Teilnehmer stammen zu einem großen Teil aus Syrien, einige kommen aus dem Iran und Afghanistan.

Die neuen Vorbereitungskurse A1 markieren die erste Stufe eines Kurssystems, dessen Abschluss letztendlich die Aufnahme eines Studiums an eine der Hochschulen und Universitäten des Landes Sachsen-Anhalt vorsieht. Der Fokus im A1 Kurs liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache. Hier werden alltägliche Ausdrücke und einfache Sätze aus dem Alltag der Geflüchteten gelehrt. Gesprächsführung spielt ebenfalls eine große Rolle.

Der Aufbaukurs A2 umfasst insgesamt 300 Unterrichtseinheiten und schließt direkt an den ersten Kurs an. Hier geht es um besseres Verstehen der deutschen Sprache und der Erweiterung des Wortschatzes. Die Teilnehmer lernen sich in routinemäßigen Situationen zu verständigen und Aussagen über deren Herkunft, Ausbildung und direkte Umgebung zu beschreiben. Der Umgang mit Behörden, Arztbesuchen, Schulformen und Kitas, Bildungssystem, berufliche Weiterbildung, Landeskunde, politische Bildung und die Vermittlung von IT-Grundkenntnissen stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Kurse in Dessau und Köthen endet am 31. Januar 2017. In Bernburg hört der Kurs einen Monat später auf. Die A2 Kurse sind vom 1. März 2017 bis 20. Juni 2017 an allen drei Standorten geplant. Die Teilnehmer, die die Kurse bestehen, können einen Aufnahmetest am Landesstudienkolleg in Köthen absolvieren.

„Wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen ist deren schnelle Eingliederung in die deutschen Bildungssysteme“, betont Prof. Dr. Dieter Orzessek, Präsident der Hochschule Anhalt. „Die Förderung von Talenten gibt den jungen Menschen berufliche Möglichkeiten, die sie auf dem deutschen oder dem Arbeitsmarkt in ihren Heimatländern einsetzen können.“

Neben der Ausbildung hat die Hochschule Anhalt ein Beratungsnetz für Flüchtlinge an allen drei Standorten aufgebaut. Zusätzlich werden Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit privaten Bildungsträgern sowie den Agenturen für Arbeit und Jobcentern organisiert. Ca.10 internationale Studierende mit Sprachkenntnissen in Arabisch, Farsi und Kurdisch unterstützen die Flüchtlingsarbeit von Behörden in der Region. Zusätzlich betreuen deutsche ehrenamtliche Studierende, sogenannte Sprachlotsen, interessierte Geflüchtete bei der Integration in den deutschen Alltag.
Kürzlich wurde eine syrische Studentengruppe in Köthen gegründet, die den Erfahrungsaustausch der Geflüchteten untereinander fördern soll.