Promotion und wissenschaftliche Nachwuchsförderung

Promovieren an der Hochschule Anhalt

Der Hochschule Anhalt liegt die innovative und anwendungsorientierte Forschung stark am Herzen. Die Verleihung des Doktorgrades ist dabei ein grundlegender Meilenstein. Einer Promotion geht ein anspruchsvoller und meist langwieriger Weg voraus. Wir unterstützen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf jeder Station: von der Idee, über die Umsetzung bis hin zur Verteidigung. An der Hochschule Anhalt kann man entweder an den hochschuleigenen Promotionszentren promovieren oder über ein Promotionsverfahren in Kooperation mit einer Universität im In- oder Ausland. In beiden Fällen steht das Team der Graduiertenakademie bei weiteren Fragen gern zur Verfügung. 

„Das Doktor-Werden ist eine Konfirmation des Geistes.“

Georg Christoph Lichtenberg

Grundlegendes zur Promotion

  • Sollten Sie promovieren?

    Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Viele Faktoren spielen eine Rolle: Streben Sie eine wissenschaftliche Karriere an? Ist eine Promotion förderlich in Ihrem Fachbereich? Passt die Promotionsphase zu Ihrer Lebensplanung? Ist die Promotion für Ihren beruflichen Werdegang sinnvoll oder gar notwendig?

    Die Vorteile sind ebenfalls individuell. Dennoch können allgemeine Vorteile aufgelistet werden: Durch eine Promotion ...

    ... legen Sie die dringende Grundlage einer wissenschaftlichen Karriere.

    ... fördern Sie Ihre Karriere in der Wirtschaft.

    ... vergrößern Sie Ihr berufliches und soziales Netzwerk.

    ... erhalten Sie tiefgreifende Kenntnisse im eigenen Fach.

    ... vergrößern Sie Ihre Chancen auf eine Führungsposition. 

    ... erhöhen Sie Ihr Einstiegsgehalt. 

    ... erhalten Sie Anerkennung und Respekt.

    Die Frage, ob und warum Sie promovieren sollten, muss gründlich durchdacht werden. Neben hohem Arbeits- und Zeitaufwand braucht es auch sehr viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen in der Promotionsphase. Suchen Sie das Gespräch mit Freunden, Familie und Ihnen bekannten Professorinnen und Professoren. Auch wir helfen Ihnen bei der Beantwortung dieser Frage.

     

  • Welche Formen der Promotion gibt es?

    Individualpromotion: Der am häufigsten beschrittene Weg zum Doktortitel führt über die Individualpromotion (klassische Promotion). Eine Doktormutter oder ein Doktorvater betreut „den/die Promovierende", die/der das Thema größtenteils eigenständig bearbeitet. Folgende Möglichkeiten gibt es:

    • Promotion am Promotionszentrum: Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen-Anhalt haben seit Mitte 2021 in forschungsstarken Fachgebieten ein eigenständiges Promotionsrecht und können Promovierende selbstständig zum Doktorgrad führen. Dafür wurden Promotionszentren gegründet.
    • Kooperative Promotion: Das offizielle Promotionsverfahren findet an einer kooperativen Hochschule mit Promotionsrecht statt (i.d.R. Universität in Deutschland). Die Hauptbetreuung und Arbeitsleistung wird an der Hochschule Anhalt verbracht.
    • Promotion in der Industrie: Kooperative Promotionen oder Promotionen am Promotionszentrum können auch in Kooperation mit der Industrie geschrieben werden. Entweder mit einem Angestelltenverhältnis im Unternehmen oder mit einer Anstellung an der Hochschule, wobei die Drittmittelstelle ganz oder teilweise durch das Unternehmen finanziert wird.

    Strukturierte Promotion: Außerhalb Deutschlands sind strukturierte Promotionsverfahren üblich. Es kümmert sich ein Team von betreuenden Personen um die Doktoranden. Die Programme beinhalten ein promotionsbegleitendes Curriculum, sind häufig fächerübergreifend ausgerichtet und unterstützen meist auch die Ausbildung von Soft Skills und Zusatzqualifikationen. Die Möglichkeit der strukturierten Promotion besteht auch in Deutschland. 

  • Wie läuft eine Promotion typischerweise ab?

      Siehe dazu unseren Leitfaden.

    1. Wie läuft eine Promotion am Promotionszentrum ab?

      Nähere Informationen erhalten Sie auf der Seite der Promotionszentren.

    2. Was ist eine kooperative Promotion?

      Das offizielle Promotionsverfahren findet an einer kooperativen Hochschule mit Promotionsrecht statt (i.d.R. Universität in Deutschland). Die Hauptbetreuung und Arbeitsleistung wird an der Hochschule Anhalt verbracht.

      Die Betreuung erfolgt nach individueller Absprache. Das Promotionsverfahren und die Verleihung des Doktortitels erfolgt an der Universität, unabhängig davon wo schwerpunktmäßig gearbeitet wurde. 

    3. Wie läuft eine Promotion in einem Unternehmen ab?

      Die Promotion in Kooperation mit einem (regionalen) Unternehmen durchzuführen, ist oft für alle Seiten eine Win-Win-Situation. Dabei kann die Promovendin oder der Promovend entweder im Unternehmen angestellt sein und dort für das Promovieren an einem Thema des Unternehmens bezahlt werden oder die Person ist an der Hochschule angestellt und das Unternehmen finanziert als Drittmittelgeber ganz oder teilweise diese Stelle.

      Die Promovierenden bekommt die Möglichkeit an einer praxisrelevanten Forschungsfrage zu arbeiten und das Unternehmen bekommt exklusive Forschungsergebnisse zu einer ihm wichtigen Fragestellung. Es muss Unternehmen allerdings deutlich gemacht werden, dass der Promovend oder die Promovierende zur Erlangung des Doktorgrades die Forschungsergebnisse veröffentlichen muss. Daher sollte im Vorfeld unbedingt ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. Musterverträge kann die Graduiertenakademie ausstellen.

      Der Kontakt zwischen der Betreuerin oder dem Betreuer besteht entweder schon vor Beginn des Promotionsprojekts. Andernfalls liegt es bei der oder dem Promovierenden den Kontakt herzustellen und die Rahmenbedingungen abzustecken.

    4. Welche Voraussetzungen sind nötig?

      Promotion am Promotionszentrum: Für eine Promotion an unseren Promotionszentren benötigen Sie einen der folgenden Abschlüsse: Master, Diplom, Magister oder erstes Staatsexamen. Der Abschluss kann an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH), an einer Universität oder an einer gleichwertigen ausländischen Hochschule erlangt worden sein. Er muss für das Promotionsfach relevant gewesen sein.

      Kooperative Promotion: Die Voraussetzung für die Aufnahme einer kooperativen Promotion ist der Abschluss eines für das Promotionsfach relevanten Studiengangs an einer deutschen Universität (Diplom, Magister oder Master, erstes Staatsexamen, gleichwertiger Abschluss an einer ausländischen Universität, gleichwertiger Fachhochschulabschluss). Über die detaillierten Voraussetzungen entscheidet die jeweilige Promotionsordnung der kooperativen Universität.

    5. An wen wenden Sie sich für genauere Informationen?

      Als erste Ansprechpartnerin können Sie gern Dr. Ulrike Herbert kontaktieren: ulrike.herbert(at)hs-anhalt.de, Tel.: +49 (0) 3496 67 5323

    Möglichkeiten der Finanzierung

    • Wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter

      Die Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter an einer Hochschule ist ein beliebtes Finanzierungsmodell. Falls Sie bereits eine Betreuerin oder einen Betreuer haben, fragen Sie sie oder ihn nach einer passenden Stellen. Anderenfalls informieren Sie sich über Stellenausschreibung  an der HS Anhalt.

    • Landesgraduiertenstipendium

      Die Hochschule Anhat vergibt 6-8 Landesgraduiertenstipendien. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.100 Euro (plus gegebenenfalls Familienzuschläge) und maximal 1.100 Euro pro Jahr für Sach- und Reisekosten. Die Regellaufzeit beträgt 3 Jahre, 1 Jahr Verlängerung kann in Ausnahmefällen beantragt werden. 

      Wie kann ich mich bewerben?

    • Externe Promotionsstipendien

      Ein ebenfalls weitverbreitetes Finanzierungsmodell sind Promotionsstipendien. Diese werden beispielsweise von Stiftungen, Förderwerken, dem Land, dem Bund oder der EU ausgeschrieben. Die Stipendien der Förderwerke laufen i.d.R. über drei Jahre. Bei den meisten gibt es zweimal im Jahr Bewerbungsfristen, die Sie auf den Internetseiten der Stiftungen finden. Für die Bewerbung um ein solches Promotionsstipendium braucht man bereits die Annahmebescheinigung als Promovendin oder Promovend einer Universität. Generell sollte man sich fragen: passe ich als Person und passt mein Promotionsthema zum Credo, zur politischen oder religiösen Gesinnung der Stiftung?

      Weiterführende Links:

       

    • Drittmittel einwerben

      Besonders engagierte Doktoranden und Betreuende können versuchen ein eigenes Drittmittelprojekt einzuwerben. Drittmittel sind Gelder, die eine Hochschule beantragen kann, daher muss auch der Antrag über die Hochschule gestellt werden.

      Einen guten Überblick über Drittmittelausschreibungen bietet die Förderdatenbank des BMWI.

      Wenden Sie sich für die Planung eines Drittmittelantrags unbedingt beim FTGZ. Ansprechpartnerin dort ist Frau Dr. Daria Meyr.

    • Nebentätigkeit

      Eine Promotion kann auch durch eine Nebentätigkeiten (zum Beispiel in einem kooperierenden Unternehmen) oder durch die Hilfe von Familienmitgliedern finanziert werden.

    • Ausländische Promovierende

      Ausländische Promovierende werden teilweise aus ihren Herkunftsländer unterstützt. Ferner bietet der DAAD spezielle Programme an. Beratend steht hier auch das International Office zur Seite.