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Die Verwendung von Drohnen im ingenieurethischen Kontext

Drohnen finden eine immer weitere Verbreitung in vielen verschiedenen professionellen und privaten Bereichen.

Der weitaus überwiegende Teil der heute eingesetzten Drohnen wird allerdings für private Zwecke verwendet z.B. für Foto- und Filmaufnahmen. Jedoch werden diese Hobby-Flugbewegungen in niedrigen Höhen von Menschen in der Nähe solcher Aktivitäten häufig als extrem störend empfunden.

Wichtige professionelle Anwendungen von Drohnen gibt es aber auch im Bereich des Gesundheitswesens. In 2019 wurde im Fachbereich Wirtschaft im Studiengang Master Logistik & Luftverkehrsmanagement (MLM) das unter dem Namen „mediDrone“ das Projekt einer Medizindrohne entwickelt, die den schnellen Medikamententransport mittels Drohne im ländlichen Raum zum Ziel hatte. Zur Erhöhung der Akzeptanz des Einsatzes von Drohnen in diesem Bereich wurde im Modul „Ingenieurethik“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Hartmann vom Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik ein Forschungsvorhaben mit dem Ziel einer ingenieurethischen Studie unter Einbeziehung von medizinethischer Aspekten des Drohneneinsatzes gestartet. Die Biotechnologie-Studentinnen Celina Garbaden und Alexandra Geutebrück konnten in ihrer ausführlichen Studie unter anderem die Aspekte Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit aus ingenieurethischer Perspektive herausarbeiten und auch die Stellgrößen für eine positive Beeinflussung der Akzeptanzschwellen darlegen. Die Ergebnisse werden auch in das Nachfolgeprojekt der „mediDrone“, einer erweiterten Drohnenlösung „ADApp“ einfließen.

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Salzlandkreises wurden zusammen mit dem IRW e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Scott Modelle für die telemedizinische Betreuung nicht-mobiler Patienten initiiert. Das Projekt „mediDrone“ ist ein Resultat dieser Initiative.

Das Ziel des Moduls „Ingenieurethik“ von Prof. Dr. Jens Hartmann ist es, die Studierenden mit ethischen Grundsätzen und Problemstellungen in ihrer zukünftigen Ingenieurstätigkeit zu konfrontieren und zu sensibilisieren. Zudem sollen sie in der Lage sein, Leitfäden als Orientierung in ethischen und moralischen Fragestellungen entwickeln zu können.

Der Studiengang MLM unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Holz fokussiert sich auf die beiden Forschungsschwerpunkte „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“, in deren Kontext auch die intensive Forschungstätigkeit im Bereich von Drohnen für logistische Verwendung stattfindet.