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DLG Preis: Bester Masterabsolvent kommt aus dem Naturschutz

Erik Peretzke hat als bester Masterabsolvent im Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung den DLG Preis erhalten. Hier erzählt er, wieso er sich für ein Masterstudium im Naturschutz und Landschaftsplanung an der Hochschule Anhalt entschieden hat und welche Sorgen sich im Nachhinein als unbegründet herausstellten.

Herr Peretzke, Sie sind Absolvent des Masterstudiengangs „Naturschutz und Landschaftsplanung“. Wieso haben Sie sich für dieses Studium entschieden?
Ich hatte an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im Bachelor „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ studiert. Danach hatte ich den Wunsch ein Masterstudium anzuschließen, um das bisherige Wissen erweitern und vertiefen zu können. Obwohl es mir in Eberswalde sehr gut gefiel, wollte ich im großen Themenfeld Naturschutz auch noch andere Schwerpunkte und Perspektiven durch neue Lehrende und Mitstudierende kennenlernen. Durch Erzählungen einer Kommilitonin des Studienjahrgangs über mir habe ich von dem Studiengang in Bernburg erfahren und habe mich dann am Hochschulinformationstag in Bernburg informiert.

Gab es spezielle Kriterien, auf die Sie bei Ihren Wahlstudienort geachtet haben?

Ja, mir waren vor allem eine praxisnahe Vermittlung von Studieninhalten und eine übersichtliche Größe des Ortes, der Hochschule und des Studiengangs wichtig. Ich wollte schnell und unkompliziert die Möglichkeit haben, in persönlichen Kontakt zu Dozierenden und Studierenden zu treten.

Hatten Sie Zweifel vor dem Studienbeginn?
Meine Sorge war, dass die Hochschule Anhalt versuchen könnte den Universitäten nachzueifern und in der Lehre vor allem wissenschaftlichen Fragestellungen bzw. Forschungen zur Ökologie/Biologie Vorrang gibt. Ich hatte mich explizit für ein Studium an einer Fachhochschule entschieden. Ich wollte eine Lehre mit enger Verzahnung von Forschung und Praxis. Und zur Praxis gehören eben auch Themenfelder wie die Landschaftsplanung und das Naturschutzrecht.

Haben sich Ihre Zweifel bestätigt?
Nein, die Inhalte wurden so vermittelt, sodass meine Befürchtungen sich nicht bestätigten. Im Gegenteil, ich denke, dass die Vermittlung dieser Themen durch Lehrende mit mehrjähriger Erfahrung im praktischen Naturschutz für den Studiengang ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist. Meiner Meinung nach sollte sich die Hochschule Anhalt dieses Ausbildungsprofil daher unbedingt bewahren.

Vielen Bachelorstudierenden fällt es schwer, sich für einen spezifischen Master zu entscheiden. Und zudem, die Hochschule zu wechseln. Wie haben Sie sich für die Hochschule Anhalt entschieden?

Ich habe mir im Vorfeld die Modulhandbücher potenziell in Frage kommender Hochschulen/Studiengänge angesehen. Der Studiengang „Naturschutz und Landschaftsplanung“ passte mit seinen Schwerpunkten dabei ideal zu meinen Themenschwerpunkten des Bachelorstudiums. Der größte Pluspunkt des Studiengangs war jedoch der Bezug zum behördlichen Berufsnaturschutz. Hier konnte sich das Studienangebot der Hochschule Anhalt von anderen Hochschulstandorten abheben, welche oftmals ihre Schwerpunkte auf (theoretischere) biologisch-ökologische Forschungen legen. 

Hat sich dieser Pluspunkt im Studienalltag bewahrheitet...

Es hat mich beeindruckt, dass in vielen Modulen die Leistungsnachweise oder Prüfungsleistungen an realen Fragestellungen und Herausforderungen ausgerichtet wurden und gleichzeitig Gastdozierende aus der Naturschutzpraxis einbezogen wurden.  Ich empfand es auch als besonders wertvoll, dass zahlreiche Dozentinnen und Dozenten selbst über jahrelange Berufserfahrung außerhalb des Hochschullehrbetriebes verfügen und ihren Erfahrungsschatz mit den Studierenden teilen. Der unkomplizierte, direkte Austausch mit vielen Professorinnen und Professoren hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Das erlebte ich sowohl bei studentischen Projekt- oder Abschlussarbeiten als auch bei Tätigkeiten in Forschungsprojekten, die ich als studentische/wissenschaftliche Hilfskraft bzw. als wissenschaftlicher Mitarbeiter ausführen konnte.

Sie heben den Praxisbezug der Hochschule hervor: Hatten Sie ein Lieblingsprojekt?
Neben meiner Masterarbeit, im Rahmen derer ich mit einem Schutzwürdigkeitsgutachten die Ausweisung eines Naturschutzgebietes vorantrieb, war es das Planungsprojekt im 3. Semester. In einer Gruppenarbeit analysierten wir den Landesverordnungsentwurf zur nationalrechtlichen Sicherung der Natura 2000-Gebiete in Sachsen-Anhalt auf seine naturschutzfachliche Eignung. Das Ergebnis war so überzeugend, dass sich die Landesverbände des BUND und der Bundesverbandes Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN) diese zu eigen machten. Das hat uns sehr gefreut und die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Natura 2000 hat mir auch bei der Jobsuche nach dem Studium geholfen.

Was kam nach Ihrem Abschluss, welche beruflichen Ziele haben Sie?

Ich habe schon während des Studiums freiberuflich für verschiedene Umweltplanungsbüros gearbeitet. Außerdem erhielt ich die großartige Chance von 2018 bis 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Professor Hellriegel Instituts e.V. an der Hochschule Anhalt zu arbeiten.  Derzeit bin ich noch bis Ende April 2021 als Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz tätig. Mitte Mai werde ich dann als Sachbearbeiter für Ökologie bei der Bundeswehr anfangen. Beruflich reizen mich besonders die Themenfelder Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft.

Herr Peretzke, herzlichen Dank für das Interview.