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Große Chance für die Hochschule: „Die digitale Wirtschaft braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte“

Professor Hendrik Send, Studienfachberater des Masterstudiengangs Online-Kommunikation über die Neustrukturierung der Studiengänge des Fachbereichs Wirtschaft.

Professor Send, welche neuen Schwerpunkte ergeben sich für die Wirtschaftsstudiengänge an der Hochschule Anhalt für das kommende Semester?
Die digitale Wirtschaft wird für Deutschland immer wichtiger. Sie braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte und entwickelt sich dabei rasant weiter. Für die praxisnahen Hochschulen in Deutschland ist das eine große Aufgabe und eine Chance, wenn sie diese Herausforderung annehmen und mit der gebotenen Geschwindigkeit auf die Entwicklung mit neuen Angeboten reagieren. Damit können wir attraktive Studienangebote für junge Menschen in zeitgemäßen Berufsbildern schaffen. Unsere neuen Schwerpunkte reagieren dabei auf die Entwicklung an zunehmend komplexen Wissensgebieten in der BWL mit wichtigen Vertiefungen.

Die neuen Schwerpunkte sind General Business Administration, Logistik, IT-Management, Digitalisierung, Management, Human Resources, Change Management, Nachhaltigkeitsmanagement und Compliance sowie Quantitative Methods and Risk Assessment und Steuern und Recht. Ein weiterer Schwerpunkt der mir besonders am Herzen liegt, ist Digital Business, weil hier meine Kollegen aus dem Master Online-Kommunikation und ich mit vielen Fächern aktiv sind.

 

Hat der Fachbereich Wirtschaft durch die Kompetenzen des Masterstudiengangs Online-Kommunikation einen Heimvorteil beim Schwerpunkt Digital Business? Kann er von diesen Erfahrungen profitieren?
Wir haben mit dem Master Online-Kommunikation wichtige Ressourcen aufgebaut: ein Netzwerk von Praxispartnern, sehr guten Dozentinnen und Dozenten für viele Fächer und ein Portfolio von Software, die in der Praxis eingesetzt wird. Die brauchen wir auch im Schwerpunkt Digital Business und werden sie da einsetzen. Zudem haben wir in der Lehre Erfahrung mit vielen Themen gesammelt, die wir jetzt in passende Bachelorangebote übersetzen können. Wir haben Lehrformate dafür, wie man eine Anzeigenkampagne auf Facebook aufsetzt, eine Suchmaschinenoptimierung durchführt oder wie das Geschäftsmodell von digitalen Plattformen funktioniert.


Erfolgt die Ausrichtung zum Schwerpunkt Digitalisierung im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Hochschule?

Eine organisationale Stärke der Hochschule Anhalt ist in meiner Wahrnehmung, dass das Präsidium und die Verwaltung der Hochschule wichtige Prozesse stark steuern und gleichzeitig die Fachbereiche in ihren eigenen Aktivitäten gut unterstützen. So ist es für uns möglich, beispielsweise die gute neue digitale Infrastruktur, die Internationalisierungsstrategie und zentrale Softwarebeschaffung zu nutzen. Die genaue inhaltliche Ausgestaltung der Schwerpunkte kommt aus dem Fachbereich Wirtschaft und der Expertise der beteiligten Dekane sowie Kolleginnen und Kollegen, und wird dann in den Gremien der Hochschule wieder abgestimmt.


Was bedeutet die neue Schwerpunktsetzung für die Studierenden?
Die Studierenden haben jetzt die Möglichkeit, aktuelle Themen der digitalen Wirtschaft in ihrem Interessenprofil mit einer klar ausgerichteten Unterstützung von der Hochschule zu bearbeiten.

Ganz konkret für die Studierenden und Studienbewerberinnen und Bewerber sichtbar, sind die vielen neuen Fächer, die wir im Rahmen der Schwerpunkte anbieten. Hier bereiten sich die Studierenden auf eine Zukunft in neuen Arbeitsfeldern vor, die von der allgemeinen BWL längst nicht mehr abgedeckt werden. Ein positiver Nebeneffekt ist die Vernetzung unter den Studierenden im jeweiligen Schwerpunkt. Die gemeinsamen Interessen führen zu einer fokussierten Zusammenarbeit und zu Netzwerken, die auch später im Beruf hilfreich und sinnvoll genutzt werden können.

 

Welche konkreten Veränderungen ergeben sich durch die neue Ausrichtung?
In der Hochschule bedeutet so ein Portfolio aus Schwerpunkten einen erheblichen Aufwand. Wir müssen für jeden Schwerpunkt die Vorlesungen und Seminare vorbereiten. Wir müssen passende, neue Prüfungsformen finden, häufig Praxisvorträge und Exkursionen organisieren, die zu den Schwerpunkten passen. Aber wir sind auch besser in der Lage das Interessenprofil der Studierenden zu erkennen und können eine spezifischere Rückmeldung von den Studierenden zu dieser breiten Vielfalt von Inhalten bekommen. Die Aufgabe der Hochschule ist eine Übereinstimmung zwischen den Interessen der Studienbewerber und den Bedarfen im Arbeitsmarkt herzustellen. Dafür sind für uns die Wahrnehmungen und Interessen der Studierenden immer sehr wichtig.


Ist der Fachbereich Wirtschaft hier in der Vorreiterrolle an der Hochschule? Ist geplant, die Erfahrungen an die anderen Fachbereiche weiterzugeben?

Jeder Fachbereich an der Hochschule muss Vorreiter in seinem Themengebiet sein. So wie die Informatiker in Köthen und die Designer in Dessau in ihren Feldern die Entwicklung mitgestalten, ist es unsere Aufgabe das in der Wirtschaftswissenschaft zu machen. Der Austausch der Erfahrungen bei der Weiterentwicklung von Studienangeboten in der Hochschule ist essenziell. Die Weitergabe von Erfahrungen passiert zum einen informell durch die Zusammenarbeit der Lehrenden und ist formal durch die Selbststeuerung der Hochschule in den Gremien in ihre Struktur einprogrammiert.