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MOE bei der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau

Anfang Juli ging es für uns Ökotrophologie Masterstudenten des ersten und zweiten Semesters mit Prof. Dr. Schnäckel auf Exkursion zur Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG). Die LLG ist eine staatliche Einrichtung, die sich mit der umweltschonenden, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Entwicklung von Landwirtschaft beschäftigen. Am Standort in Iden ist das Zentrum für Tierhaltung und Technik angesiedelt. Der Standort liegt auf dem Gut und den dazugehörigen Ländereien einer ehemaligen Adelsfamilie. Nach unserer Ankunft erhielten wir vor Ort eine Einführung in die Aufgaben, die Geschichte und Entwicklung der LLG am Standort Iden. Dann ging es für uns in den Schlachthof. Da hier nur einmal die Woche für den Eigenbedarf geschlachtet wird, konnten wir uns die leeren Schlachträume ausgiebig ansehen. Dabei wurde uns der gesamten Schlachtprozess anschaulich erklärt und wir konnten einen guten Einblick in die Schlachtung von Schweinen und Rindern gewinnen. Anschließend ging es weiter zur Ferkelaufzucht. Da am Standort auch ausgebildet wird und Weiterbildungen stattfinden, ist alles darauf ausgelegt, dass alle Prozesse angeschaut werden können. Daher war der Ferkelstall mit mehreren Fenstern ausgestattet. Er besteht aus verschiedenen Räumen in denen die Ferkel mit den zugehörigen Sauen je nach Alter in verschiedenen Buchten untergebracht sind. Die kleinsten Ferkel waren knapp zwei Tage alt und lagen noch gemütlich unter der Wärmelampe oder zusammengekuschelt mit Ihren Geschwistern beisammen. Die älteren Ferkel waren schon mobiler und liefen aufgeregt durch den Stall, sobald sie uns am Fenster sahen. Im Außenbereich konnten wir noch weiter Sauen sehen, die sich zunächst in Gruppen kennenlernen, bevor sie Ferkel bekommen sollten. Nach einer Mittagspause, in welcher wir das Essen aus der dortigen Mensa verzehrt haben, ging es weiter zum Milchvieh. Zunächst haben wir uns die Ställe angesehen und auch schon die ersten Kühe streicheln können. Auf dem Weg zur Melkanlage gingen wir dann an den Iglus der Kälber vorbei, die uns sehr interessiert beäugten und teilweise schon lautstark muhten, um unsere Aufmerksamkeit zu erhalten. In der Melkanlage konnten wir dann zuschauen, wie die Kühe in Gruppen von jeweils 16 Kühen gemolken wurden. Dafür wurde zunächst etwas Milch aus dem Euter gelassen, dann wurde dieses von einem Mitarbeiter gereinigt und anschließend die Melkmaschine angelegt. Eine Kuh, die bereits gemolken wurde und noch nicht wieder in den Stall wollte, war besonders neugierig und lief langsam an uns vorbei, beäugte jeden von uns und freute sich sehr, wenn man sie streichelte. Das Highlight der Exkursion erwartete uns dann im Stall der trächtigen Kühe. Noch während uns erklärt wurde, wie die Geburt eines Kälbchens abläuft, und dass sogar Kühe einen Kaiserschnitt bekommen können, konnten wir die Geburt eines Kälbchens sehen. Es war sehr beeindruckend, die schnelle und unkomplizierte Geburt so nah mitzuerleben. Als das Kälbchen geboren war, kamen die anderen Kühe aus dem Stall dazu und halfen beim sauberlecken. Wir konnten uns nur schwer von dem Anblick losreißen, doch für uns ging es noch weiter. Nach den Milchkühen fuhren wir auf die Weide, um die Weiderinder, welche für die Schlachtung vorgesehen sind, beim Grasen zu beobachten. Auf der Weide wurde uns dann erklärt, woran man erkennt, dass ein Bulle oder eine Mutterkuh aggressiv ist und wann man besser die Weide verlässt, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Auf der benachbarten Weide konnten wir dann in weiter Ferne das Sika Wild beobachten. Die äußerst scheuen Tiere liefen sofort ans andere Ende der Weide, als sie auch nur den ersten Anblick unserer Gruppe sahen. Uns wurde erklärt, dass es sehr schwer ist, diese Tiere zu halten, da man aufgrund ihres scheuen Wesens schlecht auf die Prozesse innerhalb der Herde Einfluss nehmen kann. Während der Exkursion wurden die Inhalte aus dem Modul „Lebensmitteltechnologie - tierische Produkte“ besonders der Prozess des Schlachtens anschaulich dargestellt, darüber hinaus konnten wir Einblicke in die Primärproduktion gewinnen.