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Mut für Neues: Eine Seminarreihe für neuzugewanderte Frauen hilft bei der Orientierung

  • Walaa Manla im Interview mit der Hochschule Anhalt

So unterschiedlich wie die Menschen, so verschieden ihre Bildungswege. Die Hochschule Anhalt unterstützt neuzugewanderte Frauen und bietet zusammen mit dem JobCenter und der Stadt Dessau-Roßlau eine spezielle Seminarreihe zum Orientieren, Stärken und Mut schöpfen an.

Es sind Frauen, die in der Region Anhalt nach neuen beruflichen Wegen suchen. „Unsere Bildungsangebote berücksichtigen Migrationshintergründe, fördern die eigenen Stärken und helfen vor allem bei der Orientierung. Dank der Kooperation ist es gelungen mit diesem Format sehr viele Frauen anzusprechen“, berichtet Amira Messaoudi, Mitarbeiterin für Integration an der Hochschule Anhalt. „Viele von ihnen erfahren erst durch dieses Netzwerk, dass die Hochschule ein Förderprogramm für Geflüchtete anbietet, von denen qualifizierte Frauen profitieren können.“ Qualifizierte Frauen das sind: Frauen mit einem im Ausland erworbenen Abitur oder eines im Ausland begonnenen bzw. abgeschlossenen Studiums.

Die zweite Seminarreihe endete erfolgreich im Mai 2018. 76 Teilnehmerinnen verzeichnete der Kurs. In einem geschützten Rahmen setzten sie sich zu Themen wie Gesundheit, Bildung und Politik auseinander und lernten etablierte Strukturen kennen. Die Beiträge kamen von erfahrenen Fachreferentinnen. Studierende übernahmen die Übersetzung und auch an eine Kinderbetreuung wurde gedacht. Wie kein anderes Format stärkte es die Teilhabechancen der Frauen in Bildung und Gesellschaft. Weitere Veranstaltungen sollen folgen.

 

Walaa Manla ist 19 Jahre jung und lebt derzeitig in Dessau-Roßlau. Ursprünglich kommt sie aus Syrien. Die Hochschule hat sie über ihre aktuellen Erfahrungen und Erlebnisse befragt.

Welche Erfahrungen konnten Sie aus der Seminarreihe mitnehmen?
"Ich habe viele verschiedene Eindrücke erhalten. Ich bin erst vor einigen Monaten nach Dessau-Roßlau umgezogen. Beim sogenannten „Frauenseminar“ habe ich neue Menschen aus verschiedenen Ländern und Kontaktpersonen der Stadt kennengelernt. Beides war für mich zu dem Zeitpunkt sehr wichtig. Ich habe dort viel Orientierung bekommen. Ich durfte an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen – das hat mir gut gefallen."

Welches Thema hat Ihnen besonders gut gefallen?
Das Thema „Frauenrechte“. Später habe ich darüber mit vielen Freundinnen gesprochen, die nur zu Hause sitzen. Ich habe das Gefühl, dass ihnen die Gespräche über die Frauenrechte sehr geholfen haben - mir übrigens auch.


Gibt es Themen, die Ihnen für die nächste Seminarreihe am Herzen liegen würden?
Ich habe keine Themen in der Seminarreihe vermisst. Vielleicht könnte man bei der nächsten Seminarreihe stärker Diskussionen anregen, bei denen Ideen aus verschiedenen Kulturen ausgetauscht werden. Außerdem wäre es schön, einen Fokus stärker auf die „Weiblichkeit“ zu legen. Ein Thema wie "Zeit finden für die Weiblichkeit" kann ich mir gut vorstellen.

Hat sich durch die Seminarreihe etwas an Ihrem Bild von Deutschland verändert?
Ja, ich denke schon – ich fühle mich stärker! Wir haben uns sehr viel mit Rechten beschäftigt. Ich weiß jetzt an wen ich mich wenden muss, wenn mich jemand beleidigt oder mir gegenüber gewalttätig ist. Grundsätzlich hat mir das Seminar Selbstvertrauen gegeben, dass beeinflusst mein Deutschlandbild positiv.


Hat Ihnen das „Frauenseminar“ geholfen, den Schritt zum Studium zu wagen?
In der letzten Seminarreihe wurde das Schulsystem sehr ausführlich besprochen. Den Wusch zu studieren hatte ich aber schon davor. Schließlich war ich bereits in der Studienvorbereitung an der Hochschule Anhalt. Da bin ich noch immer. Im kommendem Semester lege ich die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) ab und werde dann hier studieren.


Herzlichen Dank für das Interview!