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Mutige Studentin wagt Unternehmensnachfolge

  • Foto: Annalena Böhmann

Ob Neugründung oder Nachfolge – es braucht Mut, Ehrgeiz und eine Vision, um erfolgreich zu sein! All das hat Annalena Böhmann. Sie studierte Immobilienwirtschaft in Bernburg. Unmittelbar nach ihrem Bachelorabschluss trat sie die Unternehmensnachfolge der Leipziger Immobilienverwaltung TERRAWERT an. Uns hat sie verraten, wie es dazu kam und welche Tipps sie zukünftigen Gründerinnen und Gründer mit auf den Weg gibt.

Annalena, erzähl uns kurz von Dir und Deiner neuen Position als Geschäftsführerin der TERRAWERT Immobilienmanagement GmbH!

Aufgewachsen bin ich in einer Unternehmerfamilie: mein Vater betreibt in Grimma ein Einzel- & Großhandelsgeschäft für Werkzeuge und Haushaltwaren in der dritten Generation. Zusammen mit meinem kleineren Bruder konnten wir schon zeitig lernen, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Irgendwann kamen dann ein paar Immobilien dazu und ich habe entdeckt, dass das auch was für mich wäre.

Bei meinen Recherchen nach Studiengängen rund um Immobilien bin ich relativ schnell auf die Hochschule Anhalt gestoßen. Ich bin dann spontan nach Bernburg gefahren und habe mir die Stadt und die Hochschule angesehen. Letztendlich habe ich hier mein Studium begonnen und würde es immer wieder so machen. Die unkomplizierte Kontaktaufnahme mit der Hochschule, die persönliche Betreuung und die Hilfe durch Professoren und Dozenten haben sich für mich im Studium besonders ausgezeichnet. Und nun sitze ich am Schreibtisch von TERRAWERT.

TERRAWERT verwaltet, vermietet und vermakelt Wohnungen und Gewerbeobjekte in Leipzig und Umgebung. Über 1.500 Objekte werden von sieben Mitarbeitern und mir verwaltet. Dazu gehört die Buchhaltung genauso wie die technische Betreuung.

Wie bist Du auf den Gedanken gekommen, ein Unternehmen zu übernehmen? Kam auch eine Neugründung für dich in Frage?

Annalena: In der Tat war selbst zu gründen eine Option, die wir auch in unserer Familie sehr ausführlich diskutiert haben. Eine Gründung, also allein am vielleicht heimischen Schreibtisch zu beginnen und alles so zu machen, wie man es selbst für richtig hält, hat seinen Reiz – so eine Übernahme mit einem tollen Team aber auch.Meine Eltern waren eine große Hilfe und wir haben oft und viel darüber gesprochen, Vor- und Nachteile abgewogen. Schließlich habe ich mich dann für die Übernahme entschieden.

Was war die größte Herausforderung bei der Übernahme?

Ich erfuhr, dass die ehemaligen Gesellschafter das Unternehmen verkaufen wollten. Eine Gesellschafterin – gleichzeitig auch Geschäftsführerin – war auf der Suche nach einem Nachfolger – am liebsten aus dem eigenen Unternehmen heraus, der das Unternehmen weiterführt. Das wollte ich auch und irgendwann saßen wir dann beim Notar und haben den Kaufvertrag unterschrieben.

Für mich kam die Übernahme zwar etwas schnell – ich war erst 1 ½ Jahr als Werkstudentin bei TERRAWERT, aber so ist es nun mal im Leben. Eine solche Chance bekommt man meistens nur einmal. Spannend wird die Digitalisierung – da gibt es hier durchaus noch etwas zu tun.

Welche Vorteile haben denn junge Gründerinnen und Gründer von einer Unternehmensnachfolge?

Unternehmensnachfolge oder Neugründung - beides hat seine Reize: Bei einer Neugründung kann mal alles gleich so machen, wie man das selbst möchte. Bei einer Übernahme hat man dagegen keine Anlaufzeit – dafür zahlt man halt den Kaufpreis. Die Umstrukturierung eines bestehenden Unternehmens ist aber sehr spannend. Vorteile sehe ich zum Beispiel darin, eine Planungsbasis zu haben, da auf Zahlen und Werte der Vorjahre zurückgegriffen werden kann. Außerdem steht mir die ehemalige Geschäftsführerin weiterhin für Nachfragen zur Verfügung.

Ein Unternehmen unmittelbar nach dem Studium zu leiten, das klingt nach viel Verantwortung. Wie sieht deine Work-Life-Balance aus?

Momentan ist es sicher mehr „Work“. Mein normaler Arbeitstag beginnt zwischen 7 und 8 Uhr und endet meistens nicht vor 19 Uhr. Mittelfristig möchte ich aber sowohl für meine Mitarbeiter als auch für mich die Möglichkeit schaffen, von zu Hause aus zu arbeiten. In der heutigen Zeit und mit der Verantwortung für sieben Mitarbeiter, muss das sein.

Was würdest du zukünftigen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Macht es einfach! Seid mutig! Das Wichtigsten ist, dass es euch Spaß macht. Ich habe den Grundstein dafür mit meinem Studium an der Hochschule Anhalt gelegt.