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Studium der Ökotrophologie: Schnaps brennen statt Abfall akzeptieren

  • Julia Neudert studierte an der Hochschule Anhalt Ökotrophologie.

1,7 Millionen Tonnen Backware, so schätzt die Umweltorganisation WWF, wandern in Deutschland jährlich in den Müll. Julia Neudert, Masterabsolventin der Hochschule Anhalt wollte dem Brotabfall in ihrer Studienstadt Bernburg eine zweite Chance geben: Im Rahmen der Masterarbeit ihres Ökotrophologiestudiums brannte sie Brotschnaps aus den Resten.

Es braucht ein gut ausgestattetes Labor und Betreuer, die den notwendigen Raum für Kreativität bieten. Dann können Studierende ein individuell zugeschnittenes Thema für die Abschlussarbeit finden. Dass es sich bei ihr um das Austesten verschiedener Brände aus unterschiedlichen Brotsorten in der Destille handeln würde, war für Julia Neudert am Anfang ihres Studiums nicht absehbar. Sie entschied sich für ein Studium der Ökotrophologie, um mehr über die Ernährungsformen bei bestimmten Krankheiten zu erfahren. Statt bei der Ernährungstherapie zu bleiben, wurde ihr Interesse in Vorlesungen und Praktika aber auch für die Industrie geweckt.

Das Ökotrophologiestudium ist vielseitig und bietet eine breite Ausbildung für eine Vielzahl an Jobs. Wie bei den Abschlussarbeiten werden den Studierenden auch bei den Studienschwerpunkten Freiheiten eingeräumt. Praxisnähe, klar gegliederte Module und die intensive Zusammenarbeit mit den Professorinnen und Professoren: Für Neudert waren das nach ihrem Bachelor ausschlaggebende Gründe, um sich auch im Master für ein Studium in Bernburg zu entscheiden.

Neudert blickt gerne auf die Highlights ihrer Studienzeit: „Definitiv gehören meine Zeit in der Fachschaft und die Phase der Entstehung meiner Masterarbeit dazu. Nicht nur die Entstehung, sondern auch das Ergebnis ist bis heute ein Highlight für mich. Ich konnte meine Ergebnisse zum Landeserntedankfest in Magdeburg und zur Grünen Woche in Berlin vorstellen.“, erzählt sie. Denn ihre „Schnapsidee“ traf den Geschmack der Verkoster: Ein Grappa-ähnlicher Geschmack zu Beginn, im Nachgang aber hefig und nach Brot.

In nächster Zeit konzentriert sich die Masterabsolventin auf ihre neue Tätigkeit in der Qualitätssicherung. Das Rezept für den Brotschnaps und das notwendige Know-How begleitet sie auch nach ihrem Abschluss. Und wer weiß, vielleicht übernimmt jemand die nachhaltige Weiterverwendung des täglichen Brotabfalls.

… für Ihre (Schnaps-)Ideen und Zukunftsvisionen:
Ab 2019 kann der Master Ökotrophologie auch im Sommersemester begonnen werden. Er ist speziell auf jene Interessenten zugeschnitten, die ihre berufliche Zukunft in der Ernährungswirtschaft finden wollen. In den vergangenen Jahren haben circa 200 Absolventinnen und Absolventen dieses viersemestrige Studium erfolgreich abgeschlossen. Sie sind heute in Unternehmen im In- und Ausland, vor allem in den Bereichen Qualitätsmanagement und Lebensmittelsicherheit, Hygiene und Produktentwicklung tätig.

Bis zum 15. März 2019 können sich Interessenten für das Masterstudium zum kommenden Sommersemester bewerben.

Mehr Informationen gibt es unter: https://www.hs-anhalt.de/nc/studieren/orientierung/studienangebot/detail/oekotrophologie-master-of-science.html.