Aktuelles

Wiedereröffnung der Lebensmittelhistorischen Sammlungen

  • Eröffnung durch Prof. Schnäckel (l.), Prof. Bagdahn (m.) und Frau Thalmann (r.)
  • Präsentation der "Fleischerei"

Unter reger Anteilnahme von Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft konnten am 14.05.2022 im Rahmen des Hochschulinformationstages an der Hochschule Anhalt in Bernburg die historischen Lehrsammlungen zur Lebensmittelproduktion wiedereröffnet werden.

Der Beginn der 90 er Jahre des letzten Jahrhunderts stellte eine Zäsur für die gesamte ostdeutsche Wirtschaft, damit auch Ernährungswirtschaft, dar. Der Transferprozess konnte in dieser Branche sehr erfolgreich bewältigt werden, da sie heute einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für das Bundesland Sachsen-Anhalt darstellt.

Leider war zum damaligen Zeitpunkt festzustellen, dass dabei auch oft technische Geräte, Dokumentationen und Erfahrungen achtlos „entsorgt“ wurden. Dass aber diese Exponate häufig von großem industrie- und kulturgeschichtlichem Wert waren, wurde kaum beachtet. Eine Gruppe von Pionieren (ProfessorInnen, MitarbeiterInnen, Studierende) stellten sich dieser Herausforderung und initiierten den Aufbau einer Sammlung derartiger Exponate an der Hochschule Anhalt. Im Jahre 1995 erfolgte die feierliche Eröffnung der Ausstellungen unter großer Beachtung der regionalen und überregionalen Öffentlichkeit.

Leider ist es in den letzten zwei Jahren durch Starkregen mehrfach zu Wassereinbrüchen in die Räumlichkeiten der Ausstellungen gekommen (Kellergeschoss). Die Exponate selbst konnten zwar weitestgehend gerettet bzw. wieder restauriert werden, jedoch wurden die Fußböden und teilweise auch die Wände sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Das hatte zur Folge, dass die Ausstellungen der breiten Öffentlichkeit nicht mehr gezeigt werden konnten, was sehr bedauerlich war.

Es ist gelungen, über das „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen und landwirtschaftliche Museen 2021“ des Deutschen Verbandes für Archäologie e.V., eine Fördersumme von 27.678 EURO einzuwerben, wodurch die Restaurierung und damit Wiedereröffnung möglich wurde.

Das Interesse für diese Ausstellungen, die ausschließlich ehrenamtlich betreut werden, ist bis zum heutigen Tage sehr groß. Regelmäßig haben in der Vergangenheit Studierende der Hochschule Anhalt diese Ausstellungen besucht, um Wirkprinzipien der Lebensmittelproduktion, die bis zum heutigen Tage weitestgehend identisch sind, besser verstehen zu können. Schülergruppen kommen, weil sie vielleicht später ein Studium im Bereich der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften aufnehmen wollen, oder interessierte Bürger möchten mehr über Lebensmittelproduktion und -sicherheit in früheren Zeiten im Vergleich zu heute erfahren. Nicht vergessen werden dürfen die Vielzahl von Anfragen und Besuchen von Fachleuten aus dem Gebiet der Lebensmittelproduktion oder Industriegeschichte. Damit sind die lebensmittelhistorischen Ausstellungen in Bernburg ein fester Bestandteil der regionalen Kulturszene geworden und man darf sich über die Wiedereröffnung umso mehr freuen.

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