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„Wir halten die Zulassung und Immatrikulation für internationale Studierende weiterhin aufrecht.“

  • Tristan Dornberger im Interview

Tristan Dornberger, Leiter des International Office im Gespräch über die schwierige Situation für internationale Studierende, über Einreise, Visumsverlängerung und die Förderung von Auslandsmobilität.

 

Herr Dornberger, die Hochschule Anhalt ist eine der internationalsten Hochschulen Deutschlands. Über 36 Prozent der Studierenden kommen aus einem anderen Land. Welche Auswirkungen hat die derzeitige Situation auf die Internationalität der Hochschule?
Die Grenzen in vielen Ländern sind geschlossen. Zug- und Busverbindungen sind eingestellt und die meisten Flüge nach Deutschland sind ausgesetzt. Viele internationale Studierende kommen weder rein noch raus. Diese aktuelle Lage, beeinflusst die Entwicklung der internationalen Studierendenzahlen für das Sommersemester nicht nur für uns, sondern für alle Hochschulen und Universitäten in der Bundesrepublik. Mein Team und ich unterstützen zusammen mit dem Studierenden-Service-Center und den ansässigen Behörden die internationalen Studierenden vor Ort und im Ausland. Wir helfen den Studierenden bei der Lösung ihrer Probleme und bearbeiten jeden Fall individuell nach besten Kräften. Parallel dazu verändert die Aussetzung der Präsenzlehre hin zum digitalen Unterricht das sonst so internationale Erscheinungsbild unserer Campusse. Hier ist die Hochschule allerdings sehr bemüht, durch die Digitalisierung der Studienangebote ihre Internationalität auch im virtuellen Raum erlebbar zu machen.


Was passiert, wenn das Visum der Studierenden für die Einreise nach Deutschland in der kommenden Zeit abläuft oder bereits abgelaufen ist?
Betroffene Studierende können sich auch nach dem Ablauf des Visums an die deutsche Botschaft oder das Konsulat in ihrem Heimatland wenden und ihr Visa zur Wiedereinreise nach Deutschland beantragen, sofern sie sich zuvor um eine Verlängerung bemüht haben. Zusätzlich sollten sie auch die Ausländerbehörde kontaktieren, und diese bitten, eine „Fortbestandsfiktionsbescheinigung“ sowie eine „Vorabzustimmung“ für die Beantragung eines Wiedereinreisevisums zu erstellen und diese per E-Mail an sie und an das Konsulat oder die Botschaft zu versenden. Darüber hinaus sollten die Studierenden das Studierenden-Service-Center in einer E-Mail über ihren aktuellen Aufenthalt und ihre Reisepläne informieren. Es ist uns bewusst, dass die Planung im Moment sehr schwierig ist. Die Zulassung und Immatrikulation wird jedoch auch für einen späteren Zeitpunkt aufrechterhalten, damit zum Beispiel die Vergabe eines Visums weiterhin möglich ist.

 

Viele Studierende haben ein Auslandssemester geplant oder befinden sich im Rahmen einer Erasmus-Plus-Förderung bereits im Ausland. Was raten Sie Ihnen?
Studierende, die aufgrund der gegenwärtigen Situation Ihren Auslandsaufenthalt nicht antreten oder vorzeitig beenden möchten, können das selbstverständlich tun. Der Deutsche Akademische Austauschdienst, als Förderer studentischer Auslandsmobilität, ist sehr um Kulanz bemüht. Aufgrund der Einreise- und Ausreisebeschränkungen in vielen Ländern der Welt, der sehr dynamischen Entwicklungen in betroffenen Ländern und der Unklarheit über die Dauer der Pandemie, ist eine Verschiebung von geplanten Auslandsmobilitäten zum jetzigen Zeitpunkt allerdings empfehlenswert. Ratsuchende können sich unkompliziert telefonisch oder per E-Mail an uns wenden. Wir beraten sie gern.


Die Hochschule Anhalt pflegt zudem über 200 Partnerschaften zu Hochschulen in der ganzen Welt. Ob Exkursionen, Workshops oder Summerschools: Bis vor kurzem herrschte an allen drei Standorten ein reger Austausch. Wie gestaltet sich nun die Zusammenarbeit?
Obwohl der direkte Kontakt momentan nicht stattfinden kann, basieren unsere weltweiten Partnerschaften auf einer langjährigen, gepflegten und intensiven Zusammenarbeit. Viele Treffen gestalteten sich schon vor der Corona-Pandemie, aufgrund der verschiedenen Zeitzonen und der großen Distanzen virtuell – der guten Zusammenarbeit hat das bislang keinen Abbruch getan. Intensiv prüfen aber die verschiedenen Fachbereiche an der Hochschule, wie traditionelle Formate des Austausches digital umgesetzt werden können. Wie in so vielen derzeit beeinträchtigten Bereichen unseres Lebens gilt auch hier: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.


Das International Office hält neben der Förderung von Auslandmobilität auch zahlreiche Fördermöglichkeiten für internationale Studierende in Form von Leistungsstipendien für den gelebten Austausch zwischen deutschen und internationalen Studierenden bereit. Auch die Vermittlung von internationalen Studierenden in die regionale Wirtschaft unterstützt Ihre Abteilung durch das Projekt kickSTART:Karriere. Welche Angebote können Sie derzeit aufrechterhalten?
Geförderte Austauschstudierende, die sich noch im Ausland befinden, stehen in engem Kontakt mit unserem Erasmus-Koordinator und können ihre Auslandmobilität, sofern gewünscht, im Rahmen der ursprünglich bewilligten Mittel natürlich abschließen. Da derzeit keine interkulturellen Treffen zwischen den Studierenden stattfinden können, haben wir uns entschieden, die Leistungsstipendien für die internationalen Studierenden aufzustocken, so dass mehr Studierende eine Förderung erhalten können. Die Bewerbungsfristen sind bis zum 30. Mai 2020 verlängert. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können uns dazu jederzeit kontaktieren. Des Weiteren sind die stark nachgefragten, englischsprachigen Qualifizierungsangebote des Projektes „kickSTART:Karriere“ digital auf der Moodle-Lernplattform der Hochschule abrufbar. Unser Ziel für die kommende Zeit ist, alle weiteren Angebote des Projektes zeitnah digital zur Verfügung zu stellen.  

Kontakt:
International Office
Telefon +49 3496 67 5122
E-Mail internationaloffice(at)hs-anhalt.de

Studierenden-Service-Center
E-Mail: ssc(at)hs-anhalt.de

Mehr Informationen über kickSTART:Karriere:
www.hs-anhalt.de/kickstart

Weitere Fragen und Antworten zur Coronavirus-Situation finden Studierende und Studieninteressierte unter www.hs-anhalt.de/faq-coronavirus