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Wissen ist Macht

Doch nichts wissen, macht auch nichts, wenn man weiß, wo es steht. In der Corona-Pandemie ist diese Aussage zutreffender und wichtiger denn je. Was bedeuten Inzidenzwert und Co.? Welche Landkreise haben wie viele Fälle? Und wie entwickeln sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vortag oder zum Vormonat – regional und deutschlandweit? Die Antworten darauf zu finden, war bislang mit einer aufwendigen Suche verbunden. Am Fachbereich Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt wurde deshalb der Corona-Chatbot der Bundesverwaltung unter die Lupe genommen und Empfehlungen für eine bessere Funktionalität erarbeitet und umgesetzt, damit auch komplexe Fragen leicht und schnell beantwortet werden können.

Ein Chatbot, das ist ein textbasiertes Dialogsystem, das die Interaktion mit einem technischen Informationssystem über die natürliche Sprache erlaubt. Suchende erhalten schnell Antwort auf Ihre Fragen, ohne lange recherchieren zu müssen. Professor Andreas Both forscht am Fachbereich Informatik und Sprachen an den entsprechenden Technologien. Im Masterstudiengang Data Science lehrt der Spezialist für Web Engineering das Thema im Modul Question Answering & Chatbots. Zusammen mit einem studentischen Team und in Kooperation mit dem Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat und des Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund), entwickelte er den Chatbot zu einer intelligenteren Antwortmaschine weiter. „Der Corona-Chatbot (C-19) ist nun in der Lage, komplexere Fragestellungen zu kumulierten Inzidenzwerten nach Region und Zeitraum zu beantworten, statt nur vordefinierte eindimensionale Antworten zu Einzelwerten zu geben“, erklärt Professor Both. So zum Beispiel: „Wie viele Personen haben sich vor zwei Wochen in Halle an der Saale infiziert?“

Wann und ob die neuen Funktionen für alle nutzbar sein werden, entscheidet das ITZBund in einer abschließenden Qualitätsprüfung. „Für eine deutschlandweit genutzte Software muss hier natürlich auch einer besonderen Verantwortung nachgekommen werden“, erklärt Andreas Both abschließend. Mit einer Integration rechnet das Team Anfang April 2021. Darüber hinaus wird die Hochschule demnächst auch eine eigene Testumgebung zur freien Verfügung stellen.

Im Rahmen der Projektarbeit fanden die Master- und Double-Degree-Studierenden noch weitere Chatbot-Lösungen für andere Bereiche, etwa für ein internationales Projekt zur Fitness-Beratung in Zusammenarbeit mit einem russischen Partner. In unmittelbarer Umgebung der Hochschule wird ebenso der Chemie-Konzern Allnex Germany GmbH in Bitterfeld-Wolfen von der Wissensaufbereitung via “Bot” profitieren. Der dortige Projektleiter ist ein Alumnus des Fachbereichs Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt.

Die Informationsaufbereitung und die -zugänglichkeit wird aufgrund der Digitalisierung und der Transformation zu einer Wissensgesellschaft in Zukunft immer wichtiger. Chatbots mit Question-Answering-Funktionalitäten werden eine Lösung hierfür sein. Sie sammeln große Datenmengen und geben diese mittels datengetriebener Komponenten nutzerfreundlich weiter. Denn Wissen ist tatsächlich Macht - vor allem, wenn man weiß, wie man darauf zugreift. Zum Interview mit Professor Andreas Both.

Projektpräsentation erfolgt per Livestream
Unter dem Titel: „Mehr als Buzzwords: Studierende aus Sachsen-Anhalt entwickeln innovative Softwarelösungen zu Digitalisierung, Chatbots und Künstlicher Intelligenz” werden die Projektpräsentationen am 16. März 2021 um 13:30 Uhr per Livestream auf dem Youtube-Kanal der Hochschule unter www.hs-anhalt.de/youtube übertragen. Der Staatsekretär Thomas Wünsch vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt wird die Konferenz eröffnen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Zum Programm

Noch mehr Informationen zum Studiengang Data Science gibt es unter www.hs-anhalt.de/mds.