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„Zurücklegen und Füße hoch ist hier nicht!“

Annemarie Wittig studiert „Angewandte Informatik – digitale Medien und Spieleentwicklung“ an der Hochschule Anhalt. In diesem Interview erzählt sie über die Vorteile eines kleinen Studiengangs, ihren Erfahrungen mit Mathe im Informatikstudium und ihren Studienort Köthen.

Worum geht es in deinem Studium?
Mein Studiengang ist sehr interdisziplinär mit der Möglichkeit, einen ganz eigenen Schwerpunkt zu setzen. Wir Studierende werden möglichst breit ausgebildet, um später ganz frei unsere nächsten Schritte zu gehen. Neben einem sehr hohen praktischen Anteil im Bereich von Programmierung und Modellierung kommt auch der mediale und kreative Aspekt nicht zu kurz. Ich persönlich habe zuerst viele Module aus dem Bereich Informatik gewählt, die im Bereich von Projekten mit Industriepartnern und Linked Data liegen. Für das nächste Semester habe ich mich aber für etwas ganz anderes entschieden: Digitale Fotografie. Einfach aus persönlichem Interesse, um mal was anderes zu probieren.


Was sollte man für den Studiengang mitbringen?
Erst einmal braucht es Motivation. Ich persönlich würde sagen, man muss weder große Vorkenntnisse haben, noch das größte Ass in Mathe sein - Mathe komplett zu hassen, funktioniert aber definitiv auch nicht. Bis vor meinem Studienstart hätte ich nie erwartet, Informatik zu studieren. Zu Beginn musste ich viel nachholen und Energie investieren, ich finde aber, dass es das auch wert ist. Generell würde ich hervorheben, dass es nicht gerade ein einfacher Studiengang ist: Zurücklegen und Füße hoch ist hier nicht. Wenn die ersten Hürden gemeistert sind, kann man sich aber an vielen Dingen erfreuen und in wirklich viele Bereiche reinschnuppern, was es meiner Meinung nach allemal wert ist.


Warum hast du dich für die Hochschule Anhalt entschieden?
Ich hatte sie im Hinterkopf schon abgespeichert, weil ich den Studiengang eben sehr interessant fand: Gute Jobchancen und trotzdem kreativ ausleben? Klang super. Das Klima in der Hochschule war dann ausschlaggebend für die Entscheidung. Die Studiengänge und Kurse sind relativ klein, wodurch eine sehr enge Betreuung möglich ist, in der man seine eigenen Stärken und Schwächen gut ausbauen oder eben ausgleichen kann. Hier kennen die Professorinnen und Professoren den Großteil ihrer Studierenden und auch untereinander kennt man sich - das sorgt einfach für ein entspanntes Arbeitsklima. Außerdem hat man bei uns sehr häufig Chancen auf Anstellungen an der Hochschule und bei den Professoren. Ich habe zum Beispiel schon in der Studienberatung und bei der Korrektur einer App geholfen, war Tutor und habe zurzeit einen Job im Forschungsbereich.


Digitale Medien klingt nach einem speziellen Interesse. Wie bist du darauf gekommen?
Ich bin von Natur aus ein sehr kreativer Mensch. In meiner Freizeit dreht sich eigentlich alles um Kunst und Handwerk, weshalb ich so etwas gerne studiert hätte. Jedoch muss man hier realistisch sein: Die Jobaussichten sind nicht optimal. Berufe, die sich nur auf Medien fokussieren, gelten oft als überlaufen und schwierig, Fuß zu fassen. Digitale Medien im Zusammenhang mit Informatik wirkte auf mich wie ein guter Kompromiss - ein riesiges Berufsfeld, gute Chancen und immer noch ein kreativer Aspekt, den ich nicht missen wollte.


Wie läuft das social life in Köthen ab?
Köthen ist - um ganz ehrlich zu sein - alles andere als der Hotspot der Welt. Vor Corona war es aber angenehm, hier auf sozialer Ebene Fuß zu fassen. Die Studierenden bemühen sich darum, viele Events zu planen und weil alles so klein ist, kennt jeder irgendwie jeden und neue Leute kennenzulernen ist simpel. Da auch außenstehende Personen zu solchen Veranstaltungen kommen, besteht der Bekanntenkreis schnell aus ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten. Es gibt auch nicht nur große "Studentenparties", sondern auch Film-, Spiele- und Grillabende. Ich denke, da ist für jeden was dabei. Und wenn man sich einmal eingefunden hat, hat man durch Park, Bar, Studentenclub und Kino eigentlich immer irgendwas zu tun. Aber auch ohne die ganzen Events wird man durch die Projektarbeiten und kleinen Kurse gut in die Studierendenschaft integriert.

Liebe Annemarie, herzlichen Dank für das Interview!