Forschung

Möglichkeiten und Methoden zur Förderung von Gehölzarten und Lebensräumen heimischer Wälder als Baustein zur Anpassung an den Klimawandel und zum Umgang mit Waldschäden am Beispiel ausgewählter FFH-Gebiete in Sachsen-Anhalt

Hintergrund und Motivation

Aufgrund der außerordentlichen Sommertrockenheit und -hitze in den Jahren 2018 und 2019 sind teilweise großflächige Bereiche mit absterbenden Nadel- und mittlerweile auch geschädigten Laubbaumarten in unseren heimischen Wäldern entstanden. Dies spiegelt auch der Waldzustandsbericht 2019 für Sachsen-Anhalt wider (Quelle: NW-FVA, WZB 2019). Obgleich in (nicht standortgerechten) Fichtenbeständen durch die extremen Witterungsbedingungen (Stürme, Dürrephasen, Borkenkäferbefall) besonders starke Waldschäden zu verzeichnen sind, treten auch vermehrt Hinweise auf Schädigungen in den durch Laubbaumarten geprägten Waldlebensräumen auf. Dies betrifft auch Waldbestände innerhalb von NATURA 2000-Gebieten. Bisher fehlen allerdings systematische Erfassungen und Auswertungen hinsichtlich auftretender Waldschäden in den Schutzgebieten Sachsen-Anhalts bzw. eine Abschätzung von Folgen in Hinblick auf den Erhalt bestimmter Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie.

Hieraus ergeben sich zahlreiche Fragestellungen, wie z.B.:

Wie stellt sich der Waldzustand in Schutzgebieten dar?

Welche Gebiete / Lebensräume sind besonders betroffen?

Welche Auswirkungen haben mögliche Schäden auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen?

Welche Konzepte und Maßnahmen im Umgang mit Waldschäden werden in Schutzgebieten aktuell diskutiert, geplant, umgesetzt?

Welche Maßnahmen können empfohlen werden?

Diesen und weiteren Fragen wird im Projekt am Beispiel von ausgewählten FFH-Gebieten im Harz, und Harzvorland (Landkreise: Harz, Mansfeld-Südharz, Salzlandkreis) nachgegangen.

Ausgewählte Untersuchungsgebiete:

Hakel südlich Kroppenstedt (FFH0052), Huy nördlich Halberstadt (FFH0047), Heers bei Blankenburg (FFH0203), Bodetal und Laubwälder des Harzrandes bei Thale (FFH0161), Münchenberg bei Stecklenberg (FFH0092), Burgesroth und Laubwälder bei Ballenstedt (FFH0177), Selketal und Bergwiesen bei Stiege (FFH0096), Ziegenberg bei Königerode (FFH0178), Bodenschwende bei Horla im Südharz (FFH0099), Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz (FFH0101), Gipskarstlandschaft Pölsfeld und Breiter Fleck im Südharz (FFH0108), Der Hagen und Othaler Holz nördlich Beyernaumnurg (FFH0110), Eislebener Stiftsholz (FFH0111)

Ziele und Inhalte des Projektes

Übergeordnetes Ziel des geplanten Projektes ist es, vor dem Hintergrund der aktuellen Waldschäden sowie der damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten und Maßnahmen, einen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung von Waldlebensräumen nach Anhang I der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zu leisten.

Im Einzelnen werden folgende Ziele verfolgt:

1.      Erarbeitung einer belastbaren Informations- und Datenbasis zur aktuellen Bestands- und Waldschadenssituation für ausgewählte FFH-Gebiete

2.      Systematische Erfassung derzeitiger Herausforderungen, Strategien und konkreter Maßnahmen in Hinblick auf den Umgang mit möglichen Waldschäden und den Erhalt von Wald-Lebensraumtypen sowie deren lebensraumtypischen Baumarten

3.      Recherche und Dokumentation ausgewählter (Modell)-Maßnahmen sowie Konzipierung weiterer (exemplarischer) Maßnahmen

4.      Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zu Möglichkeiten und Methoden der Förderung ausgewählter Wald-Lebensräume und deren Gehölzarten.

Die einzelnen Projektziele werden auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen umgesetzt.

Projektlaufzeit:

10/2020 – 06/2022

 

 

Zu unseren Kooperationspartnern gehören:

Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt

Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt

 

Das Projekt wird gefördert durch:

Europa-ELER

ELER Sachsen-Anhalt

Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt