Teilnahme der Arbeitsgruppe am 65. Internationalen Kongress „ICoMST“

Vom 04.08. bis 09.08.2019 fand in Potsdam/Berlin der 65. Internationale Kongress für Fleischwissenschaft und -technologie „ICoMST – International Congress of Meat Science and Technology“ statt. Den ca. 500 Kongressteilnehmern aus rund 40 Ländern wurde ein umfassendes Programm aus Vorträgen, Workshops, Podiumsdiskussionen und Betriebsbesichtigungen geboten. Unter dem Motto “Meat for diversifying markets – Fleisch für diversifizierende Märkte” wurden die neuesten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Schwerpunktthemen Verbraucherverhalten und Ethik, Lebensmittelqualität und -sicherheit sowie Mikrobiologie, Tierproduktion einschließlich Tierwohl, Fleischverarbeitung und Fleischersatzprodukte, Produktinnovationen einschließlich Digitalisierung, Muskelbiologie und Metabolismus sowie menschliche Ernährung, aber auch Nachhaltigkeit vorgestellt.

Da der internationale Handel mit Fleisch und Fleischprodukten einen wichtigen Anteil am weltweiten Warenaustausch einnimmt, steht die Herausarbeitung von geeigneten Vorgehensweisen zur Deckung des globalen Bedarfs im Fokus aktueller Forschungen und Entwicklungen im Fleischbereich. Dabei beeinflussen politische und rechtliche Beschränkungen (z.B. bzgl. Lebensmittelsicherheit, Nachhaltigkeit, Tierwohl) den Handel ebenso wie neue Verbrauchertrends (Fleischersatzprodukte). Die Fleischbranche sucht daher immer stärker nach Innovationspotentialen (z.B. Digitalisierung und Industrie 4.0, gesündere Produkte, Analoga), um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Fleisch und Fleischprodukte werden weltweit zu einem festen Bestandteil der sich immer weiter diversifizierenden Märkte. Vor diesem Hintergrund gilt es, Szenarien über zukünftige Entwicklungen und Optionen in einer globalisierten Welt zu betrachten. Verschiedene Schwerpunktthemen, wie unter anderem Verbraucherverhalten, Ethik, Lebensmittelsicherheit, Muskelbiologie, Tierschutz, Digitalisierung sowie aktuelle Themen geben den Kongressteilnehmern die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in die aktuelle Marktsituation zu erhalten.

Herr Prof. Dr. Wolfram Schnäckel und Frau Dr. Janet Krickmeier von der Arbeitsgruppe „Lebensmittel- und Ernährungsforschung“ präsentierten auf der „ICoMST“ zwei Posterbeiträge zur Problematik:

  • „Non-inferiority testing for product development: A case study on boar tainted meat“ (P-01-12). In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit u.a. der Georg-August-Universität Göttingen wurden Rezepturen für Wurstwaren mit Rohstoffen von geruchsauffälligen Ebern entwickelt. Maskierend wirkende Gewürze sowie eine Mischung mit nicht geruchsbelasteten Rohstoffen führten hierbei zum Erfolg.
  • „Increase of effectivity in chopping processes by using a blade head with obliquely fixed blades for production of emulsified sausages“ (P-08-05). Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes gewonnen und lassen den Schluss zu, dass eine Erhöhung der Effektivität des Kutterprozesses zur Herstellung emulgierter Wurstwaren durch den neu entwickelten Messerkopf mit schräg fixierbaren Messern möglich ist.

Die Posterbeiträge wurden auch als Abstracts im Tagungsband (P-01-12, S. 54f / P-08-05, S. 543f, pdf-Datei ca. 98 MB) veröffentlicht.

In zahlreichen Gesprächen und Diskussionen mit nationalen und internationalen Wissenschaftlern und Unternehmen zeigte sich, dass auch künftig enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um allen Aspekten der Industrie in Bezug auf Produktions- und Absatzmenge sowie Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Produktion zu entsprechen, aber gleichzeitig auch den Verbrauchererwartungen bezüglich Transparenz, Nachhaltigkeit und veränderten Verzehrsgewohnheiten nachzukommen.