Projekt

Prof. Dr. Heiko Scholz - Landwirtschaft (FB1) Forschungsprojekt

Damwildgehege in Bernburg

Mit der Fruchtbarkeitsleistung der Tiere einer Damwildherde wird die Wirtschaftlichkeit dieses extensiven Tierhaltungsverfahrens wesentlich bestimmt. Weiterhin besitzen das Endgewicht der Kälber und damit die täglichen Lebendmassezunahmen einen besonderen Einfluss.

Der Auftrieb der weiblichen Schmaltiere in das Gehege der Hochschule Anhalt am Standort Strenzfeld erfolgte am 01.12.2009 mit insgesamt 5 Tieren. Hier stand eine Fläche von etwa 0,7 ha zur Verfügung. Die Weideflächen werden extensiv bewirtschaftet und entsprechend dem Futterangebot erfolgt die Zufütterung der Tiere.

Die Setzzeit der Tiere erfolgte in den ersten 3 Jahren der Bewirtschaftung ausschließlich im Monat Juni und umfasste damit maximal 14 Tage. Durch den Einbruch der Hunde ins Gehege konnte ab dem Jahr 2013 eine Verlängerung der Setzzeiten bis Ende Oktober (1 Alttier) beobachtet werden und verlängerte dadurch die Zeit auf bis zu 131 Tage. FISCHER und KAATZ (2010) verweisen darauf, dass die Zeit für das Setzen von mehr als 31 Tagen nicht überschritten werden sollte. Im Jahr 2016 wurden wieder 18 Tage erreicht.

Derzeit beträgt der aktuelle Bestand an Damwild 6 Alttiere und 1 Hirsch. Die Nachzucht (Spießer und Schmaltiere) dient der Erzeugung von Fleisch und wird im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten zu Wurstprodukten an der Hochschule Anhalt verarbeitet. Dabei stehen vor allem Rohwurst und Salami im Fokus der Analysen. Verschiedene Würzmischungen wurden genutzt und anschließend die Ergebnisse einer Befragung inklusive der Sensorik für die weiteren Planungen berücksichtigt. Eine zusätzliche Erweiterung der Flächen ist nicht mehr möglich, da es sich um die angrenzenden Flächen um Wald nach dem Landeswaldgesetz handelt.

Im Jahr 2015 wurde das Gehege durch eine Teilfläche erweitert, um den Tieren einen besseren Rückzugsraum zu schaffen. Dies soll neben der Schutzfunktion auch eine geringe Verbesserung der Weidebedingungen ermöglichen.

Die Versorgung der Tiere erfolgt in den Vorlesungs- und Prüfungszeiten immer durch die Studierenden der Landwirtschaft des 3./4. Semesters. Dabei erfolgt in der vegetationsfreien Zeit die Zufütterung von Heu ad libitum (Heuraufen im Gehege) und Kraftfutter (Getreidegemenge) rationiert in Fressschalen. Zu beachten gilt dabei immer die Entwicklung der Körperkondition der Herde, denn Damwild-Tiere haben einen mittleren Energiebedarf von 8 bis 11 MJ ME je Tag. In den Sommermonaten wird zur Sicherung der Tier-Mensch-Beziehungen die Herde mit Kraftfutter oder getrocknetem Brot versorgt (maximal 100 g je Tier und Tag).