Projekt

Rabea Trautmann - Landschaftsarchitektur und Umweltplanung (FB1) Bachelorarbeit

Gestaltung der Passendorfer Kirche in Halle-Neustadt

Hintergrund

Die Passendorfer Kirche in Halle-Neustadt, mit Herrn Holger Herfurth als Pfarrer, ist heute Versammlungsort der größten evangelischen Gemeinde der Stadt Halle. Im Zuge einer Sanierung der Pfarr- und Gemeindegebäude im Winter 2009/10 beschloss die Gemeindeleitung ebenfalls die Freifl ächen und in erster Linie den Innenhof neu zu gestalten. Die Renovierung der Gebäude war durch die Architekten Hartkopf und Rüger aus Halle übernommen worden.

Ausführender Bauleiter war Herr Dipl.-Ing. Uwe Lüdemann. Für die Unterstützung bei der Gestaltung des Innenhofes trat H. Herfurth an die Hochschule Anhalt, wodurch ich meine Aufgabe für den Abschluss des Studiums fand und der Gemeinde eine Grundlage für die Neugestaltung des Hofes der Kirche liefern konnte.

Mit dieser Grundlage sollte der Gemeindeleitung und der Bauleitung vor Ort, eine gute Voraussetzung für die praktische Umsetzung übergeben werden. Das heißt, es sollte eine Neugestaltung für die Hofflächen erarbeitet werden, welche letztlich in den für die Ausschreibung notwendigen Ausführungsplänen mündet. Da es sich um eine reale Planung handelte, war sie den Wünschen der Auftraggeber und den örtlichen Begebenheiten in vollem Maße verpflichtet.

Zielstellung

Die Passendorfer Kirche wurde zwischen 1720 und 1723 erbaut und verfügt über eine ca. 400 m² große Hoffläche und eine etwa ebenso große Grünfläche. Insbesondere nach den Bauarbeiten am Gemeindezentrum befand sich der Innenhof, welcher ohnehin eine minimale Gestaltung und quasi gar keine Aufenthaltsqualitäten aufwies, in einem recht miserablen Zustand.

In Zuge der Neugestaltung ging es vor allem darum, dem Ort ein neues Äußeres zu geben und ihn gleichzeitig in die bestehende Anlage zu integrieren, bzw. ihn als Teil derselben zu entwickeln und zu verbessern. Es war insbesondere vonnöten, Sitz- bzw. Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen. Diese sollten gestalterisch so eingebunden sein, dass sie auch wirklich zu ihrem Zweck einladen und der Besucher verweilen möchte. Ebenso wünschte sich die Gemeindeleitung, dass der Hof grüner und so attraktiver wird. Abgesehen davon waren natürlich die offensichtlichen Mängel zu beseitigen, wie etwa der Bodenbelag, welcher dringend einer Erneuerung bedurfte. Den speziellen Platz-Charakter des Hofes, welcher durch eine besondere beengte räumliche Situation entsteht, galt es zu unterstreichen und gleichzeitig Übergänge zu gestalten um den Kontrast zwischen der Höhe der Kirche und der Enge des Hofes etwas zu entschärfen.

Süd-südwestlich der Kirche schließt sich bereits die Grünfläche an. Dieser Teil der Freiflächen stellt eine besonders geschützte und attraktive Situation dar, welche durch ihre Lage und Exposition ein herausragendes Potential für einen Ort mit besonderer Gestaltung und Aufenthaltsfunktion besitzt und deshalb als wichtiges Element in die Neuplanung mit einfließen sollte. Insgesamt war eine eher kostenextensive Planung anzustreben, welche das Kirchengebäude und das recht schlichte Gemeindezentrum optisch vor allem unterstreicht und einbettet, aber nicht mit ihnen konkurriert.

Entstehungsprozess

Zunächst wurden zwei Vorentwürfe erarbeitet (Varianten I und II). Nach eingehenden Gesprächen mit den Beteiligten konnte einer der Vorentwürfe weiter konkretisiert und Änderungswünsche eingearbeitet werden. So entstanden die Varianten III und IV, wobei letztere den Abschluss der Vorentwurfsphase darstellt. Im darauffolgenden wurde aus Variante IV ein Entwurf und nach erneuter Abstimmung mit der Gemeindeleitung sowie den Architekten und der Bauleitung, folgte die Ausführungsplanung mit Detailzeichnungen, einem Absteck- und Höhenplan sowie einem Pflanzplan.

Die Ausschreibung und die Kostenermittlung für die Planung übernahm nachfolgend Herr Lüdemann, welcher bei der Umsetzung als Bauleiter fungierte.

Fazit

Den genannten Zielvorstellungen wurde die Arbeit im Großen und Ganzen gerecht. Nach der konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Beteiligten konnte ein für die Auftraggeber zufriedenstellendes und anwendbares Ergebnis vorgelegt werden. Die Gestaltungsideen an sich, sind durch den kreativen Entstehungsprozess, in welchen sich alle Beteiligten, mit zum Teil durchaus tiefergehenden Kenntnissen des beplanten Raumes, einbrachten, nun hervorragend an die Anlagen der Passendorfer Kirche angepasst. Die aufwändigeren Ideen der Vorentwurfsvariante I hätten bei einem umfangreicheren Budget zum Teil eventuell mehr Anklang gefunden, jedoch ist die finale Gestaltung aus Sicht der Autorin kein Kompromiss, erzwungen durch monetäre Einschränkungen, sondern die gestalterische Konsequenz aus der Auseinandersetzung mit dem Ort und den Wünschen der Beteiligten.

Gleichzeitig ist aber auch zu erwähnen, dass Bereiche der Ausführungsplanung durchaus nicht so umfassend und vollständig bearbeitet wurden, wie ursprünglich geplant. So ist die erwähnte Entwässerungsplanung, aus praktischen wie zeitlichen Gründen, nicht bewerkstelligt worden. Auch bei den Detailzeichnungen sind Abstriche gemacht worden, was sich darin äußert, dass nur für die wichtigsten Elemente Ausführungspläne erarbeitet wurden. Diese Mängel wurden im Zuge der Ausschreibung und Ausführung durch Herrn Lüdemann ausgeglichen.

Da die Planung im Rahmen einer Abschlussarbeit bewerkstelligt wurde, war es nicht möglich den gesamten Prozess der Neugestaltung zu begleiten und so wurde hier ein Schlussstrich gezogen und die Pläne und Ausarbeitungen, in Absprache mit der Gemeindeleitung, der Bauleitung und den Architekten, an ebendiese zur weiteren Verwendung und Vertiefung übergeben.

Laufzeit

Wintersemester 2010/11