Projekt

Falk Becker - Geoinformationssysteme (FB3) Masterarbeit

Ermitteln von Gefahrenstellen für Störche im Bereich von Mittelspannungsleitungen unter Nutzung von OpenStreetMap Daten

Einreichung der Arbeit: Februar 2017

Ein wichtiges Ziel dieser Masterarbeit war die Beantwortung der Frage, ob die vorhandenen Daten des OpenStreetMap-Projektes (OSM) sich grundsätzlich eignen, um Gefahrenstellen des Mittelspannungsnetzes für Weißstörche zu lokalisieren. Alle Daten aus der OSM-Datenbank wurden zunächst auf ihre Qualität untersucht und auf die notwendigen Kerninformationen reduziert. Die daraus resultierenden Datensätze für die Bereiche der administrativen Ländergrenzen und des elektrifizierten Mittelspannungsnetzes wurden danach in eine spezielle Datenbank überführt.

Anschließend wurden die Telemetriedaten von 24 mit GPS-Sendern versehenen Weißstörchen aus der Plattform Movebank aufbereitet und ebenfalls in die Datenbank importiert. Die letztgenannten Daten enthalten unter anderem Positionsangaben, Temperatur, Geschwindigkeit und Flughöhe.

Mit Hilfe geografischer Informationssysteme konnten die Telemetriedaten visualisiert werden. Im Anschluss wurden die Datenbankobjekte bearbeitet. Aus diesen Informationen konnten diejenigen Leitungsverläufe ermittelt werden, die tatsächlich die Flugbahn kreuzen bzw. in den Rastgebieten der Sommer- und Winterquartiere liegen. Die Ergebnisse der Auswertung identifizieren die Gebiete, in denen die Schutzbemühungen konzentriert werden müssen, um so den höchsten Nutzen für die Tiere zu erreichen.

Ein weiterer Punkt war die Ermittlung der Entfernung von verunglückten Störchen zu den nächstgelegenen Stromleitungen, um die Qualität der OSM-Daten zu analysieren. Für diese Untersuchung standen zwei Archivdatensätze der Vogelwarten Radolfzell und Hiddensee zur Verfügung. Diese Funddaten wurden mit den vorhandenen Vektordaten aus OSM verschnitten und so eine erste durchschnittliche Entfernung berechnet. Im zweiten Schritt wurden alle fehlenden elektrischen Anlagen, soweit dies möglich war, ermittelt und mit diesem größeren Gesamtdatensatz noch einmal die durchschnittliche Entfernung berechnet. Es zeigte sich deutlich, dass die Fundstellenangaben in den Datensätzen Hinweise auf fehlende elektrische Anlagen in den Daten von OSM geben können. Anhand der aufgezeichneten Koordinaten verunglückter Tiere können diese Angaben als eine Möglichkeit genutzt werden, um weitere Stromleitungen im Umkreis der Unglücksstellen zu ermitteln.

Zusammenfassend zeigt die gewählte Methode, dass die Auswertung der Telemetriedaten des Weißstorches mit den Daten von OSM möglich ist.