Projekt

Carl Constantin Weber - Architektur (FB3) Semesterprojekt

Keramische Komposition - von homogener zu differenzierter Gestalt

  • Ausstellung der Semesterarbeiten
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Volumen schafft Raum. Seine Existenz ist nur im umgebenden Raum möglich und ohne diesen nicht  vorstellbar.  Wir erfahren den Raum durch Bewegung, durch unsere tatsächliche Verschiebung im Raum. Die Parallaxe, die durch die auseinanderstehende Position unserer Augen entsteht, ermöglicht uns den Raum von zwei leicht verschiedeneren Positionen gleichzeitig zu sehen. Wir nehmen so die Räumlichkeitsstrukturen verstärkt wahr.

Im ersten Semester beschäftigen wir uns mit den plastischen Kriterien des Volumens. Nicht jedes physische Volumen ist auch ein ästhetisches Volumen. Ein durchaus massiver Körper wird nicht automatisch als ein stabiles Volumen wahrgenommen.

Wir sehen die Dinge die uns umgeben so wie sie erscheinen, nicht unbedingt so wie sie sind. Ein organisches Volumen ist auf seine gespannte* Oberfläche angewiesen. Eine straffe Wölbung eines Körpers lesen wir als eine sich dehnende Oberfläche. Ein energetischer Wachstums- oder Verformungsprozess wird der Spannung zugeordnet und als Bewegung im Raum verstanden. Völlig unverformte flache Oberflächen eines kubischen Körpers werden ebenso als stabil empfunden.

Durch diese Übung wird die ungleichmäßige Körperverformung untersucht. Die symmetrische Körperverformung war der erste Schritt hin zur Komposition. Die asymmetrische Verformung schafft erst die Voraussetzung für das Kombinieren mehrerer Bestandteile. Aktion und Reaktion.

Eine große Tonplatte wird gerollt und weiter zu einem Zylinder oder Konus geformt. Der Körper wird stabilisiert, indem die Wandung vertikal ausgerichtet wird. Danach wird dieser Grundkörper wieder mit Oberflächenspannung versehen. Mit einem zylindrischen, oder konischen Grundkörper zu beginnen hat vor allem technische Vorteile. Wir erreichen so relativ leicht eine große Bauhöhe mit gleichmäßiger Wandstärke. In dieser neuen Übung steht Ihnen ein weiterer geometrischer Grundkörper zur Verfügung, die Kugel. Die konischen und zylindrischen Rohlingen lassen sich mit zuvor gesetzten verengenden  Einschnitten  zu intensiveren Kurvenradien umbauen. Die Grundgestalt der Kugel und ihre Verformung (Eiform) erweitern nun das plastische Programm.

Ist das schalenartige Volumen gedehnt und stabil, so formen Sie erneut einen solchen Grundkörper, in einer anderen Proportion und Größe. Die beiden Körperteile werden zusammen gefügt und plastisch verbunden. Aus einer technischen Schnittstelle, die sich gleichmäßig um den Körperanschluss ergibt (Fügung), wird ein lebendiger plastischer Übergang modelliert. Sie können der Komposition weitere Volumenteile hinzufügen. Weiche volle Kurven treten in einen kompositorischen Dialog mit flacheren, deren Widerstand fester wirkt.

 

Aufgabenstellung

Erläuterungen zur Didaktik 'Punkt zu Fläche, Fläche zu Raum, Raum zu Räumlicher Fläche'