Projekt

Annemarie Reimann - (FB3) Semesterprojekt

Schloss Erxleben

Das Projekt "Erxleben" beschäftigt sich mit Ideenfindungen zur Revitalisierung der Schlosskomplexe in Erxleben. Die in einem Gebiet der fruchtbarsten Böden Deutschlands gelegenen Objekte stellen in ihrer Gesamtheit eine der größten Schlossanlagen Sachsen-Anhalts dar. Leider wurden durch die Treuhandverkäufe an Einzelpersonen und Institutionen die Gesamtheit der Nutzung des Ensembles erheblich beeinträchtigt, da die Erwerber und jetzigen Eigentümer mit unterschiedlichen Vorstellungen, Nutzungsideen und auch finanziellen Ansätzen und Voraussetzungen an die Bewirtschaftung ihrer Immobilien herangegangen sind. Dies führte in manchen Fällen zum Totalverlust von Gebäuden und Ausstattungen. Durch die Trennung von Gebäuden und landwirtschaftlichen Flächen fehlen zudem auch die Einnahmen, die in der Geschichte zum Unterhalt der Objekte aus Einnahmen der landwirtschaftlichen Gewinne führten.

So müssen für die Zukunft Nutzungen gefunden werden, die eine nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen, denn nur so ist es möglich, die Gebäude nachhaltig und langfristig unter denkmalpflegerischen Aspekten erhalten und pflegen zu können.

Aus diesem Grund haben sich die Studierenden des Bachelorstudiengang Architektur im fünften Semester dazu entschlossen, in ihren Ansätzen erst einmal die Eigentümer auszublenden und zu analysieren, was in der Region infrastrukturell vorhanden bzw. perspektivisch von Nöten ist. Aus diesen Ergebnissen sind dann Konzepte entstanden, die in vielfältiger Weise Ideen zur Nutzung als Gesamtanlage zu betrachten sind. Den einzelnen Gebäudetypen wurde dabei unterschiedlicher Gewichtung in ihrem Denkmalwert beigemessen, sodass ein großer Teil der Gebäude eine andere Funktionalität erhielt. Dabei wurde Wert gelegt, dass die historischen Kubaturen von verlustig gegangenen Gebäudeelementen (Dächern, Wänden, Höhen) wieder aufgenommen werden, aber in ihrem Gebäudeinneren moderne und funktionale Räume entstehen. Da von den meisten Objekten keine Pläne vorlagen, wurden Möglichkeiten in Erwägung gezogen, die auf bekannte Objektstrukturen zurückgriffen. Die Studenten hatten nur einen Einblick in die Gebäude in kommunaler Trägerschaft bei einer einmaligen Besichtigung vor Ort.

Perspektivisch muss nach einer Bestandserfassung (verformungsgetreues Aufmaß, Raumbuch inklusiver fotodokumentarischer Erfassung, Bauzeitenplan, Bauschadensdokumentation, Baugutachter und Statiker) eine Neubewertung des Denkmalwertes eines jeden einzelnen Gebäudes vorgenommen werden und über dessen Gewichtung und Bedeutung im denkmalpflegerischen Gesamtensemble diskutiert werden. Die Eigentümer sind als Gruppe gefragt und es wäre sinnvoll, eine Gesellschaft zu gründen, die für die Koordination von Planungs- und Entwicklungskonzepten fungiert. Eine Beantragung von EFRE –Mitteln für die genannten Aufgaben könnte dann zielgerichtet über diese Gesellschaft erfolgen, zumal eine neue Förderperiode beginnt.

Mit diesem Projekt möchten die Studierenden Anregungen geben, dass trotz einem hohen Verfallgrades mancher Gebäude eine Revitalisierung des Ensembles möglich ist, wenn alle Beteiligten (Eigentümer, Gemeinde, Behörden, Fördermittelgeber, Vereine) um eine Lösung kämpfen würden. Nur gemeinsam kann dies gelingen, da eine zeitnahe Lösung gefunden werden muss, um den Totalverlust zu stoppen.