Projekt

Carl Constantin Weber - (FB3) Exkursion

Zeichenexkursion Bologna

  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Carl Constantin Weber © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Kim Seunghyun © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Wen Ting © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Kim Seunghyun © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Gan Yu © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019
    Anja Müller © Anja Müller - Hochschule Anhalt
  • Zeichenexkursion nach Bologna Mai 2019

Studenten des Bachelorstudienganges Architektur waren im Mai 2019 unter fachlicher und organisatorischer Leitung von Prof. Carl Constantin Weber zu einem einwöchigen Zeichenworkshop in Bologna. Die Exkursion war Teil und Abschluss des Faches Freihandzeichen. Die wunderbare Altstadt von Bologna, die italienische Lebensart und nicht zuletzt das angenehm frühsommerliche Wetter waren ein perfektes Umfeld für viel Freude am Arbeiten und großen zeichnerischen Output.

 

"Nach 2 Jahren intensiven Zeichnens in Bergamo war ein Ortswechsel notwendig geworden. Bologna erwies sich als ausgezeichnete Wahl. Weniger touristisch geprägt, groß genug für reiche Motivauswahl und hochwertige Baugeschichte, aber klein genug, um in Ruhe arbeiten zu können.

4,5 Tage intensives Zeichnen, das alle Teilnehmer an ihre Grenzen brachte. Wie auf jeder Zeichenexkursion begannen wir mit A4 Kurzskizzen. Diese Skizzen dienten dazu, sich den ungewohnten Gesichtsfeldausschnitten im engen mittelalterlichen Stadtraum anzunähern. Die räumliche Blattaufteilung war also Ausgangspunkt unserer ersten Versuche. Licht, Schatten und Architektur werden dabei, ähnlich einer Flächenkomposition, auf dem Blatt geordnet. Ein räumlicher Eindruck entsteht von selbst. Längere Perspektiven in A3, von ca. 1 h Dauer, wurden erst gezeichnet, nachdem der Umgang mit der Bildkomposition verstanden war. Trotzdem unterbrachen wir das geduldige Zeichnen immer wieder für solche Kurzskizzen, da sich der alte Trott schnell wieder einstellt.

Als thematisches Finale hatte ich die frühchristliche Anlage von San Stefano ausgewählt. Diese Komposition aus 7 Kirchen eignet sich aufgrund der zahlreichen Raumdurchdringungen bestens für eine anspruchsvolle Schlussaufgabe. Ziel sollte es sein, eine Stadtraumperspektive von San Stefano zu zeichnen und diese später als offenen Schnitt anzulegen. Wir zeichneten vom Campo San Stefano aus eine großflächig angelegte Gesamtansicht von außen und ließen die Fassaden leer und offen stehen. Danach gingen die Studenten in die 7 Kirchen, um deren Inneres mit vielen Skizzen erfassen und verstehen zu lernen. Mit den Skizzen aus dem Kircheninneren setzten wir uns wieder außen in die alte Ansicht und ergänzten nun die leer gelassenen offenen Fassaden durch den Blick in die Kirchen hinein, unter Berücksichtigung der realen Lichtsituation.

Spannend war es, den Studenten beim Arbeiten zuzusehen, denn die Zeichnungen offenbarten einen direkten Blick in ihr Denken und ihre Vorstellungskraft, da die Situation fast komplett imaginiert werden musste. Daraus ergab sich eine gute Grundlage für eine Diskussion über die bauliche Konstruktion der Klosteranlage und Fragestellungen zum Zeichnen.

Selbstverständlich war dieses Konzept eine absichtliche Provokation in Anspruch und Level. Die gute Einsehbarkeit des strategischen Vorgehens jedes einzelnen, die getroffenen Entscheidungen, sichtbar gemacht durch das zeichnerische Notat, resümierten auf perfekte Weise das Programm des einjährigen Zeichenunterrichtes."  (C. C. Weber)