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Eine Woche, die ganze Wertschöpfungskette der Photovoltaik: SUMMED-PV-School in Dessau

  • Zwei Männer in einem Labor der Hochschule Anhalt zur Photovoltaik-Forschung: einer kniet und zeigt auf ein großes, senkrecht stehendes Solarmodul, während der andere danebensteht und auf die Zellen deutet. Im Hintergrund technische Geräte und Messinstrumente. © hochschule anhalt | uwe jacobshagen
    Einblick in die Labore der Hochschule Anhalt. Hier arbeiten unter anderem Torsten Büchner (l.) und Amin Yahya Khotbehsar (r.) an der Optimierung von Solarmodulen.

Über 30 Jahre und mehr können Solarmodule Strom erzeugen. Wie gut sie das tatsächlich tun, hängt von vielen Faktoren ab: von der Qualität der Module, von der Wartung, vom Standort, von technischen Details, die über Jahre hinweg Erträge kosten oder sichern. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, gibt es die SUMMED-PV-School, ein praxisorientiertes Weiterbildungsprogramm für Forschende und Fachleute aus der Photovoltaikbranche. 

Sie findet vom 7. bis 11. September 2026 am Campus Dessau der Hochschule Anhalt statt. Fünf Tage lang dreht sich alles um Photovoltaik, von der Planung einer Anlage bis zu ihrem Betrieb über Jahrzehnte. Das Programm richtet sich an Master- und Promotionsstudierende, an Forschende und an Fachleute aus der Photovoltaikbranche. Unterrichtssprache ist Englisch.

„Bei uns an der Hochschule verknüpfen wir im Masterstudiengang Photovoltaic Engineering Science (MPV) theoretisches Wissen direkt mit der Praxis“, sagt Henny Grewe. „Unsere drei Campus bieten dafür die idealen Bedingungen: Sie haben direkten Zugang zu modernen Indoor- und Outdoor-Laboren sowie unserer AgriPVplus-Forschungsanlage“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin weiter. Durch die Lage der Hochschule nahe dem deutschen, sogenannten „Solar Valley“ ist ihr Team bestens vernetzt. „Das macht es uns leicht, führende Forschungsinstitute wie das Fraunhofer CSP und innovative regionale Start-ups wie DENKweit, Maxxisun oder Solar Materials direkt in die Praxis einzubinden.“

Theorie und Praxis Photovoltaik: Was die Teilnehmenden erwartet

Im Zentrum steht das LCOE-Konzept. LCOE steht für „Levelized Cost of Electricity", auf Deutsch: Stromgestehungskosten. Die Kennzahl beschreibt, wie viel eine Kilowattstunde Solarstrom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage kostet. Eingerechnet sind Bau, Wartung, Reparaturen und Erträge. Wer eine Anlage wirtschaftlich betreiben will, muss diese Kosten kennen und senken können.

Die Summed-PV-School verbindet drei Elemente. Seminare vermitteln die theoretischen Grundlagen. Besichtigungen vor Ort zeigen die Praxis, etwa an Agri-PV-Anlagen, die Solarstrom,  Landwirtschaft und Biodiversität auf derselben Fläche kombinieren. Und Laborübungen mit moderner Diagnosetechnik machen es möglich, den Zustand von Solarmodulen zu prüfen, ohne sie abzubauen.

Den Abschluss bildet eine Fallstudien-Challenge. Die Teilnehmenden analysieren reale Betriebsszenarien aus der Praxis. Sie entwickeln Vorschläge, wie sich die Leistung einer Anlage verbessern und die Stromgestehungskosten senken lassen. Diese Aufgabe ähnelt der Arbeit, die Ingenieurinnen und Ingenieure in der Branche täglich leisten.

Weiterbildung mit Brettspiel und Branchenkontakten

Eine Besonderheit der Schule ist das gamifizierte Lernen. Ein speziell entwickeltes Brettspiel „Solar Tycoon“ zum Thema Photovoltaik vermittelt komplexe Zusammenhänge auf spielerische Weise. So werden technische und wirtschaftliche Wechselwirkungen greifbar.

Die Woche bietet außerdem die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, zu Branchenexpertinnen und -experten ebenso wie zu nationalen und internationalen Kolleginnen und Kollegen. Für viele Teilnehmende ist das ein wichtiger Schritt für die weitere berufliche Laufbahn.

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie auf der Projektseite: 

https://www.summedpv.eu/programme-2026/

Redaktion

Claudia Aldinger

Summed-PV-School