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Neue Perspektiven in der Geflügelzucht: Automatisches Nest mit intelligenter Ei-Tier-Zuordnung

In der Geflügelzucht werden momentan für eine vollständige Abstammungskontrolle der Nachkommen einfache rein mechanische Fallnester verwendet. Nach dem Eintreten, können die Tiere das Fallnest nicht mehr verlassen und müssen manuell wieder herausgelassen werden.

Somit sind die Tiere bis zu 15 Stunden eingesperrt und haben in dieser Zeit weder Zugang zu Wasser, noch Futter und dies senkt das Tierwohl maßgeblich. Weiterhin können sie sich aufgrund der Größe des Nestes nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse bewegen und der Kontakt zu den Artgenossen ist erheblich eingeschränkt. Da die eingesperrten weiblichen Tiere nicht getreten werden können, ist eine niedrige Befruchtungsrate ebenfalls eine Folge des langen Einsperrens in die Fallnester. Aufgrund der beschriebenen Nachteile, wurde im Rahmen einer Masterarbeit im Fachbereich Landwirtschaft ein Konzept für ein automatisiertes Geflügelnest entwickelt, dass flexibel für alle Geflügelarten an-passbar ist und eine sichere Ei-Tier Zuordnung ermöglicht.

Aufbauend auf diesem Konzept, soll in diesem Projekt ein automatisiertes intelligentes Nest für Geflügel, mit Ei-Tier-Zuordnung und Ei-Markierungssystem entwickelt werden, dass die Nachhaltigkeit und das Tierwohl in der Geflügelzucht verbessert.

Dafür arbeiten der Fachbereich Landwirtschaft und der Fachbereich Elektrotechnik inter-disziplinär an einem gemeinsamen Lösungsansatz. Die Kombination aus Technik und Life Science, ermöglicht viele verschiedenen Blickwinkel, einen hohen Wissensinput und ein gemeinsames "über den Tellerrand" hinausschauen. Dadurch entsteht ein hohes Innovati-onspotential so dass das Projekt sehr große Erfolgsaussichten besitzt.

Das Nest bietet neben dem kommerziellen Geflügelmarkt, auch im Markt für seltene Geflü-gelrassen große Potenziale. Durch die Bereitstellung einer unkomplizierten Lösung für prä-zise Leistungsprüfungen besteht die Möglichkeit, Geflügelhalter zu motivieren, in die Zucht einzusteigen, bedrohte Rassen zu fördern und so die Biodiversität der Geflügelrassen zu erhalten. Das Nest bietet dabei einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, da vergleichbare Pro-dukte mit einer genauen Tier-Ei-Zuordnung und freiem Zu- und Ausgang nicht bekannt sind.

© Hochschule Anhalt

Das Projekt wird über den Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE) zur Steigerung der Innovationskraft sowie die Wettbewerbsfähigkeit im Land Sachsen Anhalt finanziert. Neben der Forschung und Entwicklung steht damit auch der Klimaschutz und die Verringerung von CO2-Emissionen im Fokus.