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Algenbiotechnologie im Studium: Als studentische Hilfskraft in der Forschung mitarbeiten

  • Ein lächelnder Mensch mit kurzem lockigen Haar und weißem Laborkittel steht vor einem Mikroskop in einem Labor. Im Hintergrund sind Regale mit Algenröhren und Laborgeräte zu sehen. © hochschule anhalt
    Max Weidemann im Labor der Algenbiotechnologie an der Hochschule Anhalt in Köthen.

Wer nach einem Studium sucht, das Biologie mit Ingenieurwissenschaften verbindet, landet an der Hochschule Anhalt schnell im Studiengang Biotechnologie. Im Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie des Fachbereichs Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik kann man schon während des Studiums praktisch forschen, an Fragestellungen, die von der Lebensmittelproduktion bis zur Gewinnung natürlicher Farbstoffe reichen.

Max Weidemann steht kurz vor seinem Abschluss im achten Semester Biotechnologie. Seit zwei Jahren arbeitet er als studentische Hilfskraft in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Carola Griehl. Im Interview erzählt er, wie er dazu gekommen ist, was ihn täglich antreibt und warum er hofft, dass Algen auch seinen weiteren Berufsweg prägen.

Herr Weidemann, wie sind Sie zum Studium der Biotechnologie an der Hochschule Anhalt gekommen?

Nach meinem Abitur war ich auf der Suche nach einem Studium, das sowohl meinen Interessen entspricht als auch gute berufliche Perspektiven bietet. Bei der Suche nach einem Studiengang, der Biologie mit einer ingenieurwissenschaftlichen Ausrichtung verbindet, stieß ich relativ schnell auf die Website der Hochschule Anhalt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich aus Sachsen-Anhalt komme. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits September war, freute ich mich besonders darüber, dass der Bewerbungszeitraum noch bis kurz vor Studienbeginn andauerte. So konnte ich mich kurzfristig bewerben und saß bereits wenige Wochen später ohne Probleme in meiner ersten Vorlesung.

Wie sind Sie zur Stelle als studentische Hilfskraft im Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie gelangt?

Schon zu Beginn meines Studiums war ich an einer solchen Tätigkeit interessiert. Als Frau Prof. Dr. Carola Griehl im vierten Semester in einer Lehrveranstaltung erwähnte, dass in ihrer Arbeitsgruppe eine Stelle zu besetzen sei, sprach ich sie direkt darauf an. Besonders interessant war für mich bereits zu diesem Zeitpunkt, dass dort viel mit Algen gearbeitet wird. Nach einem kurzen Gespräch und weiteren Absprachen mit ihren Mitarbeitern wurde ich zwei Wochen später eingestellt.

Beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag. Was passiert da konkret?

Meine Arbeitstage sind sehr abwechslungsreich und haben sich im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt. Während ich zu Beginn vor allem Reinigungs-, Sortier- und Aufräumarbeiten übernahm, wurde ich gleichzeitig schrittweise in anspruchsvollere Aufgaben eingearbeitet. Dazu gehörten die Herstellung von Kulturmedien, die Vorbereitung von Kulturgefäßen sowie die Überwachung laufender Kultivierungen. Später kamen die Bedienung verschiedener Messgeräte und die Durchführung unterschiedlicher Analysemethoden hinzu.

Was hat Sie überrascht?

Besonders überrascht hat mich, wie vielfältig die Eigenschaften und Inhaltsstoffe von Algen sind und welche zahlreichen Einsatzmöglichkeiten sich daraus ergeben.

  • Symbolbild Algen in Wissenschaft und Wirtschaft zeigt Reagenzgläser mit verschiedenfarbigen Inhalten aus der Algenbiotechnologie der Hochschule Anhalt © HS Anhalt
    Mikroalgen in Forschung, Lehre und Transfer: Das Thema spielt für die Hochschule Anhalt schon jetzt und auch in Zukunft eine wichtige Rolle.
  • Gruppe von Personen in einem Labor zeigt Auftakt des Netzwerks Algahub und Präsentation eines Algenbioreaktors zur Produktion von Algen-Öl © hs anhalt
    Dr. Christian Kleinert erklärt das an der Hochschule Anhalt entwickelte "Milking-Verfahren" zur Gewinnung erdölähnlicher Stoffe aus Algen.
  • Foto zeigt verschiedene Gerichte auf der Basis von Algen © HS Anhalt
    Kulinarik aus Algen: fester Bestandteil der Mitteldeutschen Algenstammtische.
  • Drei Frauen stehen in einem Hörsaal der Hochschule Anhalt und bereiten gemeinsam ein Buffet vor: eine hält ein Mikrofon und spricht, eine rührt in einem Topf, die dritte hält ein Tablett mit kleinen Snacks. Auf dem Tisch liegen verschiedene Speisen wie Nudeln, Käse und Gebäck. © hsanhalt | sascha perten
    Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg (l.) und Kirstin Knufmann (r.) beim Algen-Kochkurs des 4. Mitteldeutschen Algenstammtischs. Ilka Bickmann, science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V., Halle, moderierte die Session „Zukunft auf dem Teller“.
  • Moderne, mehrstöckige Gebäudearchitektur mit weißer Fassade, grünen Flachdächern und überdachten Balkonen, umgeben von Geländern. Im Vordergrund ein ebenerdiger Bereich mit begrüntem Vorplatz. Zeigt Entwurf des Mitteldeutschen Algenzentrums an der Hochschule Anhalt. © hochschule anhalt | richard schmitt
    Das Mitteldeutsche Algenzentrum soll in den nächsten Jahren entstehen, um wichtige Forschungsfragen zu klären.

Was machen Sie am liebsten?

Am liebsten arbeite ich an der Vermehrung von Algen. Dabei sind viele unterschiedliche Arbeitsschritte erforderlich, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Besonders motivierend finde ich, dass man den Erfolg der eigenen Arbeit unmittelbar beobachten kann und am Ende ein sichtbares Ergebnis vor sich hat.

Hat die Arbeit im Labor verändert, wie Sie mit Lebensmitteln umgehen?

Mein persönlicher Umgang mit Lebensmitteln hat sich nur teilweise verändert, weil wir uns häufig mit potenziellen neuen Inhaltsstoffen beschäftigen, also Grundlagenarbeit leisten. Mein Studium und die Tätigkeit im Labor haben aber mein Wissen über Zusatz-, Konservierungs- und Farbstoffe deutlich erweitert. Seitdem achte ich bewusster auf die Zusammensetzung der Lebensmittel, die ich konsumiere.

Welche Rolle werden Algen in Ihrer beruflichen Zukunft spielen?

Ich würde mich freuen, wenn Algen auch in meiner beruflichen Zukunft eine große Rolle spielen würden. Da ich inzwischen seit zwei Jahren mit ihnen arbeite, konnte ich mir fundierte Vorkenntnisse aneignen und ein erstes berufliches Netzwerk aufbauen. Ob ich später tatsächlich eine passende Stelle in der Industrie finden werde, ist noch offen. Ich möchte gerne in der Region bleiben, und die Algenbranche steckt hier noch in den Anfängen.

Algenbiotechnologie an der Hochschule Anhalt

An dem Aufbau dieser Algenbranche arbeitet die Hochschule Anhalt. Das Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie erforscht seit Jahren, wie Mikroalgen zum Beispiel als Quelle für natürliche Farbstoffe, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel industriell genutzt werden können. Mit Hilfe des Forschungs- und Innovationsnetzwerks AlgaHub soll in Sachsen-Anhalt eine Struktur entstehen, die Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammenbringt, mit dem Ziel, die Wirtschaft aufzubauen, in der Max Weidemann arbeiten möchte. Doch dafür gibt es weiteren Forschungsbedarf, der unter anderem mit dem Mitteldeutschen Algenzentrum abgedeckt werden soll. 

Das Biotechnologie-Studium an der Hochschule Anhalt dauert regulär sieben Semester im Bachelor. Weitere Informationen zum Studiengang und zu Möglichkeiten als studentische Hilfskraft gibt es beim Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik:

https://www.hs-anhalt.de/studiengaenge/bt.html

https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/angewandte-biowissenschaften-und-prozesstechnik/forschung/forschungsgruppen/kompetenzzentrum-algenbiotechnologie/aktuelles.html

Weitere Artikel zur Algenbiotechnologie an der Hochschule Anhalt auf dem KlimaBlog:

Redaktion

Claudia Aldinger

Biotechnologie an der Hochschule Anhalt studieren und studentische Hilfskraft werden? Hier gibt es wichtige Hinweise:

https://www.hs-anhalt.de/studiengaenge/bt.html

https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/angewandte-biowissenschaften-und-prozesstechnik/forschung/forschungsgruppen/kompetenzzentrum-algenbiotechnologie/aktuelles.html