Projekt

Prof. Dr. Annett Baasch - (FB1) Forschungsprojekt

Der Eichenprozessionsspinner im Drömling: Effizienz von Bekämpfungsmethoden und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität

Während der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) lange Zeit eher als „Gelegenheits-Schädling“ angesehen wurde, sind Fachwelt, Behörden, und Verwaltungen sowie die Öffentlichkeit seit dem Ende des letzten Jahrhunderts mit zunehmenden Populationsdichten und starken Ausbreitungen der Art konfrontiert. In Sachsen-Anhalt ist hiervon insbesondere der Drömling betroffen. Um die durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners hervorgerufenen Folgen für die menschliche Gesundheit so gering zu möglich zu halten, werden in stark frequentierten Bereichen (bspw. Ortslagen) verstärkt Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt.

Häufig handelt es sich hierbei um das fachgerechte Absaugen der Raupennester oder die Anwendung von entsprechenden Bioziden. Vor allem letzteres ist aus Sicht des Naturschutzes auch in Hinblick auf die Auswirkung auf andere Insektenarten und -gruppen (insbesondere Schmetterlinge) kritisch zu sehen. Maßnahmen zur biologischen Bekämpfung oder Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität und damit Förderung der natürlichen Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners werden derzeit nur selten angewendet.

Vor diesem Hintergrund beinhaltet das Projekt einen systematischen Vergleich unterschiedlicher Bekämpfungsvarianten gegen den Eichenprozessionsspinner in Hinblick auf ihre Wirksamkeit und unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf die Biodiversität. Dabei sollen anhand der Eichenprozessionsspinnerpopulation, der Vitalität der Eichen und geeigneter faunistischer Indikatorgruppen die Auswirkungen unterschiedlicher Bekämpfungsvarianten untersucht werden.

Neben häufig eingesetzten Bekämpfungsvarianten, wie Absaugen der Raupennester (mechanische Bekämpfung) und Verwendung von Bt-Toxin (chemische Bekämpfung auf Basis von Bacillus thuringensis) werden im Versuch insbesondere innovative Alternativen, z.B. das noch recht neuartige EPS-Solve-Verfahren (Heißwasserverfahren, thermische Bekämpfung), der Einsatz von Nematoden sowie nachhaltige Präventivmaßnahmen durch Erhöhung der Biodiversität, z.B. das Aufhängen von Nistkästen zur Förderung natürlicher Fraßfeinde (biologische Methoden) berücksichtigt.

Durch gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität und damit zur Förderung der natürlichen Antagonisten soll eine Verschiebung des Räuber-Beute-Verhältnisses und damit eine Reduktion des Eichenprozessionsspinnerbefalls eingeleitet werden.

 

Die Ergebnisse des Projektes könnten damit eine Grundlage für weitere Untersuchungen sowie die Fortentwicklung eines nachhaltigen Bekämpfungskonzeptes darstellen.

Das Forschungsprojekt wird von der Hochschule Anhalt in enger Kooperation mit dem Biosphärenreservat Drömling sowie den Drömlings-Gemeinden durchgeführt. Fachlicher Austausch und Zusammenarbeit finden darüber hinaus auch mit den Spezialisten der HAWK Göttingen statt.

 

Projektlaufzeit: 02/2021 – 12/2022

 

Antragstellung:

Prof Dr. Annett Baasch, Prof Dr. Erik Arndt (†)

 

Gefördert durch:

MULE (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Referat 35

Förderprogramm zur pilothaften Unterstützung von Umwelt- und Agrarforschungsprojekten sowie von Projekten zur Politikberatung, Förderschwerpunkt: Anpassung an den Klimawandel, Nachhaltigkeit

Projektleitung:

Prof. Dr. Annett Baasch

Informationen zu weiteren Forschungsprojekten unter der Leitung von Prof. Dr. Annett Baasch finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.offenlandinfo.de/arbeitsgruppen/prof-dr-annett-baasch/

 

Projektbearbeitung:

Henrike Wild (M.Sc.)

Felix Froch (B.Sc.)

 

Kooperationspartner:

 

Kooperationspartner vor Ort

- Biosphärenreservat Drömling (http://www.biosphaerenreservat-droemling.de/)

- Drömlings-Gemeinden: Flechtingen, Hansestadt Gardelegen, Klötze, Oebisfelde-Weferlingen

 

Weitere Mitwirkende und Unterstützer

- Prof. Dr. Wolfgang Rohe (HAWK Göttingen)

- Denis Ekarius & Lars Schwarz

- Dr. Timm Karisch (Museum für Naturkunde und Vorgeschichte)

- Dipl.-Biol. Dr. Helke Gröger-Arndt

- Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt e.V. (EVSA) (https://www.evsa.de/))