Projekt

Prof. Dr. Heiko Scholz - Landwirtschaft (FB1) Workshop

Workshop im Kuhstall

  • Die Studierenden mit Züchter Pascal Schröter (M.) und Kuh Nelli © Heiko Scholz

Für die Studierenden des vierten Semesters im Bachelorstudiengang Landwirtschaft war es der letzte Praxistag im Modul "Bestands- und Leistungsmanagement". Dieser führte die 22-köpfige Gruppe am Montag voriger Woche an den Fuß des Kyffhäusers. In Begleitung von Heiko Scholz, Professor für Tierproduktion und Ökonomik in der Tierproduktion an der Hochschule Anhalt, wurde der Rinderzuchtbetrieb der Familie Schröter in Tilleda, Landkreis Mansfeld-Südharz, besucht.
Nach einer kleinen Eröffnung durch Betriebsleiter Jörg Schröter und dessen Sohn Pascal sowie Rainer Schulz von der Semex Deutschland GmbH stand ein Rundgang durch die verschiedenen Stationen auf dem Hof an. Der umgebaute Stall mit dem Laufhof und das sehr gut durchdachte Management der Kühe fanden viel Beachtung bei den Teilnehmern.
Auch die Philosophie beim Einsatz der beiden Lely-Melkroboter (hohe Leistung, gesundes Fundament etc.) sowie das Mischen des hofeigenen Kraftfutters mit Zusatzstoffen für die Schmackhaftigkeit waren interessant und regten zur Diskussion an. Derzeit wird versucht, die Trockensteher in der bestehenden Gruppe der Kühe im Stall zu lassen, um die Rangordnung und die Zeit der Umstellung der Kühe zu verbessern. Für die Darstellung der Zuchtziele des Landwirtschaftsbetriebes Schröter wurden fünf Kühe hergerichtet und den Teilnehmern vorgestellt.
Hier erläuterte Rainer Schulz die Zuchtziele und die Zucht auf Exterieur. Dabei konnte herausgearbeitet werden, dass es im .Auge des Betrachters liegt", welche Kuh nun die beste sein könnte. Dazu passte seine Aussage: "Die Kuh, die Ihr am besten findet, ist die Kuh, die Ihr im Stall haben wollt."
An den Kühen wurden dann die Kuhfamilien besprochen und die Zuchtarbeit im Betrieb vorgestellt. Die Auswahl der fünf Kühe zeigte das hohe Niveau der Exterieur- und Leistungszucht im Betrieb. In diesem Zusammenhang wurden die Nutzung der Zuchtwerte und die genomische Selektion diskutiert und auch Anregungen für die Studierenden zur Nutzung der Verfahren dargestellt. Es zeigte sich im Betrieb Schröter sehr gut, dass die Auswahl der KB-Bullen für die Besamung hier eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu den Betrieben in Sachsen-Anhalt ist (Gesamtzuchtwert der KB-Bullen bei RZG 133 im Vergleich zu den 25% besten mit RZG 140). Hingegen bewegt sich das genetische Niveau der Kühe in Tilleda mit RZG 116 um zehn Punkte über den besten 25 %. Dies ist vor dem Hintergrund des betrieblichen Einsatzes von jeweils 50% genomischen bzw. töchtergeprüften Bullen umso bedeutsamer.

Aussagen zur Fütterung und Silierung, zur Bewirtschaftung der Silos sowie zum Mischen des Kraftfutters und zum Management der Jungrinderaufzucht rundeten den Tag auf dem Betrieb Schröter in Tilleda sehr gelungen ab.

Nach fast vier Stunden auf dem Hof und im Stall trafen sich alle Teilnehmer zum gemeinsamen Grillen und zur abschließenden Diskussion der Erkenntnisse. Insgesamt ein anregender Praxis tag, der wiederum die Vielschichtigkeit der landwirtschaftlichen Produktion und die Passion für die Milchproduktion aufzeigte. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an die Gastgeber, Jörg und Pascal Schröter, sowie an Rainer Schulz von Semex für die sehr offene Art der Diskussion und die zahlreichen Anregungen.