Projekt

Michael Förch - (FB3) Masterarbeit

Die Dölitzer Wassermühle - Bauhistorische und archäologische Untersuchung an einem technischen Denkmal

  • Außenansicht der Döblitzer Wassermühle aus © Michael Förch
  • Die Döblitzer Wassermühle vom Mühlengraben © Michael Förch

Im Leipziger Stadtteil Dölitz befindet sich nahe des historischen Ortskerns die Dölitzer Wassermühle. Erstmals urkundlich erwähnt wird diese 1540. Es gibt jedoch Hinweise, dass es bereits vor dem 16. Jahrhundert in Dölitz eine Wassermühle gab. Den Archivalien zufolge fällt die Mühle Mitte des 17. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer, worauf der Wiederaufbau im Auftrag des neuen Eigentümers erfolgte. Das Gebäude erfuhr ca. 100 Jahre später einen größeren Umbau und wurde im Zuge der Völkerschlacht 1813 vermutlich komplett zerstört.

Für die wiedererrichtete Mühle ist seit mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts ein Vierseitenhof mit einer Fläche von ca. 600 Quadratmeter nachweisbar. Neben Ställe, Scheunen, Schuppen, Brandwein- und Brauhaus hatte die Dölitzer Mühle ab 1816 fünf Mahlgänge, einen Schneide- und einen Ölgang besessen. Ende des 19. Jahrhunderts hielten technische Erneuerungen mit mindestens einer Wasserturbine und Walzenstühle Einzug. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass zum Beginn des 20. Jahrhunderts die wirtschaftliche Nutzung der Mühle eingestellt wurde und das Gebäude überwiegend als Wohnhaus und als Lagerfläche diente.

Zum vorläufig letzten Mal erfolgte in Dölitz zwischen den 1950er und 1970er Jahren ein Mühlbetrieb. 1991 kaufte ein Umweltverein das seit 1974 dem Verfall preisgegebene Mühlenensemble und entwickelte ein Nutzungskonzept. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erfolgte eine Restaurierung der Außenfassade, die Entkernung der Innenräume sowie eine statische Sicherung des Mühlenbaus. Zeitgleich zu diesen Arbeiten vollzog sich eine Neubebauung des Mühlengeländes, die sich an den historischen Sichtachsen orientierte und die bauliche Geschlossenheit eines Vierseitenhofes wiederherstellen sollte.