Projekt
Raum im Raum, Kunsthaus Dessau
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© Thobias Thiemicke
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Konzept -
© Thobias Thiemicke
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© Thobias Thiemicke
Haus und Stadt
Die im Zentrum der Stadt Dessau verortete ehemalige Schade Brauerei soll zu einem Haus für zeitgenössische Kunst umgebaut und erweitert werden. Der respektvolle Umgang mit dem Bestand kann durch konsequente Eingriffe, welche die neue Nutzung sichtbar machen, komplementär ergänzt werden. An der Schnittstelle von privatem und öffentlichem Raum soll das Kunsthaus ein Ort der Produktion und Präsentation sein.
In welchem Dialog stehen dabei Bestand und Erweiterung? Wie ist das Verhältnis von Innen-und Aussenraum, von Hülle und Einbau, von Körper und Raum?
Das von den Studierenden unter Einbeziehung existierender Kunstwerke präzisierte Raumprogramm soll in ein sinnvolles, maßgeschneidertes Raumkonzept übersetzt werden, welches möglichst vielschichtige Bezüge zum Ort, zur Geschichte und innerhalb der neuen Intervention herstellt.
Entwurf
Ziel des Entwurfs ist es, neue Räume in alten zu erschaffen– eine neue Hülle innerhalb der bestehenden, ohne den Bestand zu verdrängen. Die historische Bausubstanz bleibt sichtbar und wird selbst zum Ausstellungsobjekt: nicht als Hintergrund, sondern als eigenständiger Teil des Museums. In das Bestandsgebäude sind neue Räume eingestellt, die sich treppenartig über mehrere Geschosse hinweg entwickeln.
Diese Raumfolge erzeugt eine vertikale Bewegung durch das Gebäude und nutzt die Höhe der Brauerei als räumliches Potenzial. Die neuen Volumen berühren den Bestand bewusst nur punktuell, wodurch Alt und Neu klar unterscheidbar bleiben. Aus der Anordnung der Räume entstehen zwei gleichwertige Wege: Der Museumsweg beginnt am zentralen Eingang im Erdgeschoss und führt durch die Ausstellungsräume. Parallel dazu verläuft ein öffentlicher Weg, der unabhängig von Öffnungszeiten und Eintritt nutzbar ist. Er ermöglicht es, das Gebäude von unten nach oben zu durchqueren und schließlich über die Dächer der neuen Räume zu gelangen.
Am oberen Abschluss öffnen sich gezielt platzierte neue Öffnungen, die in bewusstem Kontrast zu den Öffnungen im Erdgeschoss stehen. Von hier aus entstehen neue Blickbeziehungen zur Stadt: Ausblicke auf das Rathaus der Innenstadt, den neu entstehenden Park vor dem Gebäude sowie auf städtebauliche Bezugspunkte wie das Anhaltische Theater und die Y-Häuser. So verbindet das Kunsthaus Ausstellung, Stadtraum und Bestand zu einem durchlässigen Gefüge, in dem Geschichte, Nutzung und Bewegung untrennbar miteinander verwoben sind.
Entwurf: Thobias Thiemicke