Projekt

Jan Ulmer - Architektur Semesterprojekt

Raum im Raum, Kunsthaus Dessau

  • Dunkler, moderner Innenhof mit glattem Boden und zwei seitlichen, gewölbten Betonwänden. Im Hintergrund eine Gruppe Menschen, die sich in Richtung eines hellen Eingangs mit Glas- und Metalltüren bewegt. Links ein roter Backsteinpfeiler. © Thobias Thiemicke
  • Großes, rotes Backsteingebäude mit markanten, hohen Schornsteinen und großen Fensterflächen. Im Vordergrund eine offene, grasbewachsene Fläche mit wenigen Personen, die sich bewegen. Architektur wirkt industriell und modern. © Thobias Thiemicke
  • Dargestellt ist ein Grundriss eines Gebäudes mit zwei Etagen und einem Dachgeschoss. Im Erdgeschoss und Obergeschoss sind jeweils zwei große, durchgehende Räume mit markierten Fluchtwegen und Türen eingezeichnet. © Thobias Thiemicke
    Konzept
  • Moderne Architekturzeichnung eines Gebäudes mit zentralem, hohen Turm und seitlichem Anbau. Im Inneren sind zwei Etagen mit großen, offenen Flächen und Treppenaufgängen erkennbar. Im Erdgeschoss befindet sich ein langer, schmaler Raum mit Fensterfront. © Thobias Thiemicke
  • Großes, rotes Backsteingebäude mit zwei markanten Türmen und einem zentralen Torbogen im Vordergrund. Im Hintergrund moderne Hochhäuser und leichte Silhouetten von Bäumen, alles in monochromer Graustufe. © Thobias Thiemicke
  • Dachterrasse mit Abendlicht, beleuchtete moderne Sitzgruppe aus Beton und Metall, künstlich begrüntes Plateau, im Hintergrund Stadtpanorama mit Kirchturm und untergehender Sonne, einige Vögel fliegen am Himmel. © Thobias Thiemicke

Haus und Stadt

Die im Zentrum der Stadt Dessau verortete ehemalige Schade Brauerei soll zu einem Haus für zeitgenössische Kunst umgebaut und erweitert werden. Der respektvolle Umgang mit dem Bestand kann durch konsequente Eingriffe, welche die neue Nutzung sichtbar machen, komplementär ergänzt werden. An der Schnittstelle von privatem und öffentlichem Raum soll das Kunsthaus ein Ort der Produktion und Präsentation sein.

In welchem Dialog stehen dabei Bestand und Erweiterung? Wie ist das Verhältnis von Innen-und Aussenraum, von Hülle und Einbau, von Körper und Raum?

Das von den Studierenden unter Einbeziehung existierender Kunstwerke präzisierte Raumprogramm soll in ein sinnvolles, maßgeschneidertes Raumkonzept übersetzt werden, welches möglichst vielschichtige Bezüge zum Ort, zur Geschichte und innerhalb der neuen Intervention herstellt.

Entwurf

Ziel des Entwurfs ist es, neue Räume in alten zu erschaffen– eine neue Hülle innerhalb der bestehenden, ohne den Bestand zu verdrängen. Die historische Bausubstanz bleibt sichtbar und wird selbst zum Ausstellungsobjekt: nicht als Hintergrund, sondern als eigenständiger Teil des Museums. In das Bestandsgebäude sind neue Räume eingestellt, die sich treppenartig über mehrere Geschosse hinweg entwickeln. 

Diese Raumfolge erzeugt eine vertikale Bewegung durch das Gebäude und nutzt die Höhe der Brauerei als räumliches Potenzial. Die neuen Volumen berühren den Bestand bewusst nur punktuell, wodurch Alt und Neu klar unterscheidbar bleiben. Aus der Anordnung der Räume entstehen zwei gleichwertige Wege: Der Museumsweg beginnt am zentralen Eingang im Erdgeschoss und führt durch die Ausstellungsräume. Parallel dazu verläuft ein öffentlicher Weg, der unabhängig von Öffnungszeiten und Eintritt nutzbar ist. Er ermöglicht es, das Gebäude von unten nach oben zu durchqueren und schließlich über die Dächer der neuen Räume zu gelangen.

Am oberen Abschluss öffnen sich gezielt platzierte neue Öffnungen, die in bewusstem Kontrast zu den Öffnungen im Erdgeschoss stehen. Von hier aus entstehen neue Blickbeziehungen zur Stadt: Ausblicke auf das Rathaus der Innenstadt, den neu entstehenden Park vor dem Gebäude sowie auf städtebauliche Bezugspunkte wie das Anhaltische Theater und die Y-Häuser. So verbindet das Kunsthaus Ausstellung, Stadtraum und Bestand zu einem durchlässigen Gefüge, in dem Geschichte, Nutzung und Bewegung untrennbar miteinander verwoben sind.


Entwurf: Thobias Thiemicke

Betreuer/in