Projekt

Peter Weber - Architektur Semesterprojekt

Sereno Werk, Schleuse Wüsteneutzsch

  • Moderne Industriearchitektur am Wasser mit mehreren Gebäuden in hellen und roten Tönen, darunter ein großes, flaches Dachgebäude und ein Turm. Im Vordergrund ein Boot auf ruhigem Gewässer, im Hintergrund Bäume und ein Steg. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
  • Luftbild eines Gebäudekomplexes mit zentralem Hauptgebäude, umgeben von Grünflächen und Bäumen. Im Hintergrund ein Fluss mit Uferweg und Brückenverbindung. Parkplätze und Zufahrtsstraßen befinden sich links und unten. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
  • Grundriss eines Bootshauses mit mehreren Liegeplätzen direkt am Wasser. Im Inneren sind mehrere Bootsgaragen in einer Reihe angeordnet, dazu ein kleiner Außenbereich mit Treppen und einem Zugang zum Wasser. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
    Grundriss Erdgeschoss
  • Grundriss eines Gebäudekomplexes mit zentralem, langgestrecktem Hauptgebäude, das mehrere Räume und einen Innenhof zeigt. Im Norden grenzt ein kleinerer Anbau mit Treppenhaus an. Im Hintergrund liegt ein Wasserbereich mit Stegen und Booten sowie begrünte Flächen mit Bäumen und Wegen. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
    Grundriss 1. Obergeschoss
  • Moderne Gebäudeanlage mit flachem, langgestrecktem Hauptbau und seitlichem Anbau auf einem leicht abfallenden Gelände. Im Vordergrund eine breite Treppe, die zum Eingang führt. Im Hintergrund Wasserfläche mit Bäumen und sanfter Hügellandschaft. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
  • Moderne Industriehalle mit dem Schriftzug Sereno Werk, bestehend aus zwei Gebäudeteilen. Der linke Teil zeigt eine offene, skelettartige Stahlkonstruktion mit Holzoptik, der rechte Teil ein geschlossenes, dunkles Gebäude mit grünen Strukturelementen an der Fassade. Im Hintergrund Bäume und offene Landschaft. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
  • Schwarz-weißes Schnittmodell eines modernen Wintergartens mit Glasfronten und Metallrahmen. Im Inneren stehen zwei Tische mit Stühlen sowie eine Sitzgruppe mit Sofa und Sessel. Deutlich erkennbar sind die schrägen Dachverläufe und eine Pflanze in der Ecke. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth
  • Skizze eines mehrgeschossigen Holzrahmenbaus mit verschiedenen Holzbalken und -trägern, die mit 50 Millimeter Abstand zur Brandschutzanforderung montiert sind. Dämmplatten aus Mineralwolle mit 12 Zentimeter Dicke zwischen den Holzbalken, teilweise mit Gipsplatten beplankt. Deckenkonstruktion mit Holzbalken und Zwischenböden. © Johannes Rühle, Jakob Hohmuth

Projekt

Von der Schleusenruine zum Zukunftsort – Umnutzung und Entwicklung der Schleusentreppe Wüsteneutzsch
1933 begann der Bau des Elster-Saale-Kanals, der Leipzig über die Saale mit dem norddeutschen Wasserstraßennetz und damit der Nordsee verbinden sollte – die Vision einer „Hafenstadt mit Weltmeeranschluss“. In Wüsteneutzsch entstand ab 1939 die 85 m lange Schleusenkammer als Teil einer geplanten Schleusentreppe. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden die Arbeiten 1943 eingestellt; zurück blieb ein außergewöhnliches technisches Zeitzeugnis und heutiger Lost Place.
Die Entwürfe untersuchen unterschiedliche Strategien zwischen minimalinvasiver, temporärer Bespielung und vollständiger Transformation. Anbauten, Einbauten und Aufstockungen entwickeln neue Perspektiven für Kunst und Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie Sport und Freizeit. Ein Abbruch oder substanzieller Rückbau sind ausgeschlossen.

Entwurf 

Unser Entwurf denkt die historische Idee, Leipzig ans Weltmeer anzubinden, weiter – der Bestand wird jedoch nicht mehr als Schleuse genutzt, sondern zur Bootsmanufaktur für moderne Elektroboote umgenutzt und bleibt über das Wasser dennoch erreichbar. Ein kleines Hafenbecken mit Sitzplätzen und Lokalitäten bindet Schleuse und Werft gesellschaftlich in den Ort ein, während der Anbau am alten Schleusenbecken als Eventlocation und Museum die Werft als kulturelles Gut in Wüsteneutzsch stärkt. Das Sheddach verleiht dem Ensemble einen industriellen Charakter und schafft zugleich ein offenes, lichtdurchflutetes Open-Space-Office. Der Aufbau über dem alten Becken nimmt die bestehende Kubatur der Bauruine auf und macht sie im neuen Volumen ablesbar. Der angesetzte Anbau bindet eines der beiden Überlaufbecken als Event- und Showroom-Fläche in den Entwurf ein. Bewusst setzt sich der Neubau in seiner Materialität vom Bestand ab: Der massigen, rohen Struktur aus Stahlbeton wird ein Holzbau als leichtes, wertiges Gegenüber zur Seite gestellt.

Betreuer/in