Derzeit werden unterschiedliche Methoden zur Detektion von Fledermausarten und der relevanten Lebensraumfunktionen (Quartiere, Jagdhabitate, Flugrouten) angewendet. Zu nennen sind Detektor-Transektkartierungen, stationäre akustische Erfassung, detektorgestützte Sichtkontrolle, Zählung an Gewässern, Netzfang, Telemetrie, detektorgestützte Quartierssuche, Ausflugszählung von Arten, lichtschrankengesteuerte Fotofallenuntersuchung oder Methodenkombinationen. Diese sind für zu erfassende Lebensraumfunktionen (z.B. Sommerlebensraum, Wochenstubenkolonie/lokale Population, Zwischen-/Balzquartiere, Winterlebensräume oder Fledermauszug) unterschiedlich gut geeignet. Insbesondere bei der konkreten Artermittlung sowie der Ermittlung der Individuenzahl sind hier derzeit Defizite vorhanden. Andererseits ist im Bereich der Wärmebildkameras sowie der Drohnentechnik in der Vergangenheit eine rasante Entwicklung erkennbar und hat sich mittlerweile zu einem weit verbreiteten Werkzeug entwickelt. Gute Erfahrungen und der praktikable Einsatz im Bereich der Rehkitzrettung oder im Wiesenbrüterschutz liegen bereits vor. Generell können UAVs in der Wildbiologie in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Auch für die Detektion von Fledermäusen liegen erste erfolgversprechende Ergebnisse vor. Eine besondere Herausforderung stellt die automatisierte Bildauswertung insbesondere von Bewegungsmustern dar. Methoden des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz bieten vielversprechende Möglichkeiten hier einen entsprechenden Beitrag zu leisten. Vor diesem Hintergrund soll im vorliegenden Vorhaben untersucht werden, inwieweit eine Kombination der Methoden der Bioakustik mit dem Einsatz von Wärmebildkameras (stationär, drohnenbasiert) eine verbesserte Erfassung von Fledermauspopulationen ermöglicht. Ziel ist eine verbesserte Aussagefähigkeit der Untersuchungen zu erreichen, da diese sowohl aus Sicht des Biodiversitäts- und Artenschutzes als auch im Rahmen der Genehmigungsplanung unterschiedlicher Vorhaben eine erhebliche Rolle spielen.
Mit dem geplanten Vorhaben soll ein Beitrag für den Biodiversitätsschutz geleistet werden. Mit dem Einsatz innovativer Technologien in Verbindung mit Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz soll geprüft werden, ob die derzeit angewandten Erfassungsmethoden von Fledermäusen verbessert werden können. Damit könnten mehrere positive Effekte erzielt werden:
- Beitrag zum Art- und Umweltmonitoring,
- Beitrag für die valide Erfassung als Entscheidungsgrundlage in der Genehmigungsplanung,
- Beitrag im Monitoring von CEF- bzw. FCS-Maßnahmen.
Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Pietsch
Förderzeitraum: 01.08.2025 – 31.12.2027
Kooperationspartner
Kompetenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt
Betreuer/in
Mittelgeber, Förderer
Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt