Projekt

Prof. Dr. Matthias Pietsch Kooperationsprojekt

Vorhaben: Untersuchung und Bewertung von Agri-PV-Anlagen

  • © Fraunhofer ISE 2024

Ziel des Forschungsvorhabens ist insgesamt eine naturschutzfachliche Untersuchung und Bewertung der Auswirkungen von Agri-PV-Anlagen auf Natur und Landschaft, insbesondere Flora, Fauna und das Landschaftsbild. Zudem sind Möglichkeiten der ökologischen Aufwertung von Flächen im Kontext von Agri-PV-Anlagen zu ermitteln. Ziel sind Erkenntnisse für naturschutzfachlich optimierte Anbaukulturen und Bewirtschaftungsformen sowie ergänzende ökologische Maßnahmen unter Berücksichtigung der jeweiligen Standortbedingungen.

Aufgrund der thematischen Breite des Betrachtungsfeldes und begrenzter Ressourcen wird von Anbeginn, auf eine planerische Relevanz der Forschungsfragen geachtet. Nimmt man bspw. die Eingriffsregelung als Ausgangspunkt, da sie eines der Instrumente umfasst, in dem später zweifelsohne Ergebnisse des Forschungsvorhabens verwendet werden könnten, ergeben sich u.a. folgende Forschungsfragen:

  • Biotope: Welche Qualität haben die Biotoptypen unter Agri-PV-Anlagen, wie sind sie einzustufen? Ist bei Anlage einer Agri-PV-Anlage mit einer signifikanten Abwertung der Ausgangsbiotope zu rechnen? Wie stark werden die Wuchsbedingungen unter Agri-PV-Anlagen eingeschränkt? Welche mit Agri-PV-Anlagen einhergehenden Maßnahmen können mit einer signifikanten Aufwertung verbunden sein?
  • Arten: Für welche Arten bzw. Artengruppen ist die Errichtung einer Agri-PV-Anlage mit signifikanten Ha­bitatverlusten verbunden? Gibt es Arten, für die Agri-PV-Anlagen das Tötungsrisiko erhöhen? Welche mit Agri-PV-Anlagen einhergehenden Maßnahmen können mit einer signifikanten ökologischen Aufwertung für ausgewählte Arten/ Artengruppen verbunden sein?
  • Boden: In welchem Maße führen Agri-PV-Anlagen zu einer signifikanten Minderung von Wind- bzw. Wassererosion? Wie hoch ist der Bodenverlust durch Versieglung/ Stützen?
  • Klima/Wasser: Wie groß ist die Reduzierung der Globalstrahlung und Temperaturmaxima durch Agri-PV­Anlagen? Wie verändern Agri-PV-Anlagen das Muster des den Boden erreichenden Niederschlags und nachfolgend den Wasserhaushalt? Welche Wirkung zeigen Agri-PV-Anlagen in Starkregen-Situationen?
  • Landschaftsbild: Wie weit sind Agri-PV-Anlagen sichtbar? Wie erheblich ist bei den unterschiedlichen Kombinationen der Eingriff ins Landschaftsbild?
  • Im Vergleich zu Freiflächen-PV-Anlagen: In Bezug auf welche Wirkpfade gehen von Agri-PV-Anlagen signifikant andere, höhere oder geringere Auswirkungen auf Natur und Landschaft aus?
  • In Bezug auf relevante Einflussfaktoren: In welchem Maße hängen die Wirkungen von der Flächen­größe der Agri-PV-Anlage ab? Welche Wirkungen gehen ursächlich auf die PV-Anlage, welche auf die jeweilige landwirtschaftliche Bewirtschaftungsform zurück? Welche Wirkungen sind in bestimmten Landschaftstypen häufiger/ intensiver als in anderen zu erwarten?
  • Abgrenzung zur ordnungsgemäßen Landwirtschaft: Wie lassen sich die Wirkungen einer Agri-PV­Anlage von denen der ordnungsgemäßen Landwirtschaft abgrenzen, die keinen Eingriff in Natur und Land­schaft darstellt?

Betont werden soll an dieser Stelle, dass dabei die planerische Verwertbarkeit der Ergebnisse stets im Blick behalten werden soll. Zudem soll der Schwerpunkt der Untersuchungen grundsätzlich auf Arten, Biotope und die Biodiversität und das Landschaftsbild gelegt werden. Das heißt, dass vor allem jene Aspekte des abiotischen Naturhaushaltes herausgegriffen werden sollen, die maßgeblichen Einfluss auf die biotische Ausstattung einer Agri-PV-Anlage haben.

© Frauenhofer
© Bosch & Partner
© TU_Dresden
Kooperationspartner

  • TU Dresden, Professur für Landschaftsplanung, Prof. Dr. Catrin Schmidt (Projektleitung)
  • Bosch & Partner GmbH
  • Fraunhofer ISE

Betreuer/in
Porträtfoto von Prof. Dr. Matthias Pietsch

TU Dresden, Professur für Landschaftsplanung, Prof. Dr. Catrin Schmidt