Projects

Playground Matters, Haiti 2018

Ein Spielplatz für das Waisenhaus in Jacmel

Im Zusammenhang mit dem Hauptprojekt „Haiti Project“ erhielt der Kooperationspartner gezielte Fördermittel zur Verbesserung der Außenanlagen des Waisenhauses und der Schule, mit besonderem Fokus auf Bereiche für sportliche Aktivitäten und einen Spielplatz. Studierende des Studiengangs „DIA – Master Architecture“ nahmen sich dieser Aufgabe an und entwickelten im Rahmen eines zweisemestrigen Projekts sowohl Entwurfsvorschläge als auch Umsetzungsstrategien. Die Vorschläge wurden 2018 mit einem fünfköpfigen Team innerhalb von vier Wochen vor Ort realisiert.

Nach der ersten Planungsphase eines übergeordneten Masterplans für Spiel- und Sportanlagen im Sommersemester 2017 entschieden die Kooperationspartner, die finanziellen Mittel vorrangig für die Errichtung einer Betonplattform für verschiedene Sportarten sowie für vorgefertigte Sportgeräte einzusetzen. Infolge dieser Entscheidung mussten zusätzliche Ideen, die inklusive Angebote für alle Altersgruppen und Geschlechter vorsahen, auf ein Minimal- bis Nullbudget angepasst werden. Durch die Entwicklung von Gestaltungslösungen, die durch das Wiederverwenden („Upcycling“) lokal verfügbarer Materialien und durch die Umstellung der Bauprozesse auf Techniken, die weder teure Ausrüstung noch spezielle Fachkenntnisse erfordern, realisierbar waren, erarbeiteten die Studierenden einen Katalog von DIY-Vorschlägen.

In der Vorbereitung auf den Einsatz vor Ort wurde deutlich, dass nur eine kleine Gruppe für eine relativ kurze Zeit in Haiti sein konnte. Daher musste der Fokus darauf gelegt werden, wie ein Prozess angestoßen werden kann, anstatt die entworfenen Strukturen vollständig fertigzustellen. Die Vorschläge wurden im Vorfeld getestet, um den Umgang mit den jeweiligen Materialien und Techniken zu erproben, und ein „Technik-Handbuch“ wurde erstellt, um die Ideen zu vermitteln.

Broschüre „workbook_all“: https://issuu.com/beekeb/docs/haiti-playground_workbook_all

Was zunächst als eine Reihe von Einschränkungen erschien, führte dazu, dass die Studierenden ihre Flexibilität im Entwurfsprozess erweiterten und ihr Verständnis von „Nachhaltigkeit“ im Kontext sowie von „partizipativem Design“ schärften – insbesondere in Bezug auf die Frage, wie die „Nutzer:innen“, also die Kinder und Jugendlichen von Schule und Waisenhaus, in alle Projektphasen einbezogen werden können. Während des Aufenthalts vor Ort wurden informelle Einführungen entsprechend individueller Motivation und Fähigkeiten durchgeführt, lokale Ressourcen und Partnerorganisationen für wiederverwendbare Materialien (Reifen, Plastikflaschen usw.) gewonnen. Durch kontinuierliche Tests und Kommunikationsprozesse, Workshops und Bau-Experimente in unterschiedlichen Maßstäben sowie die Beschaffung lokaler Materialien entstanden schnell Kontakte zu Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen und Geschlechter.
Ihre Neugier sowie das große Interesse der Lehrkräfte, Themen wie Müllvermeidung und Wiederverwertbarkeit in den Unterricht zu integrieren, verliehen dem Projekt Leben.

Broschüre „Report“: https://issuu.com/beekeb/docs/playground_matters_report

Zielsetzung

Entwurf und Realisierung von Spielplatzanlagen auf Basis von Upcycling lokaler Materialien und unter Anwendung von DIY-Techniken, die für alle Altersgruppen geeignet sind.

Zeitplan

Planung:    10 Monate  (03/2017 – 01/2018)
Realisierung:   1 Monat  (02 – 03/2018)

Finanzen

Der ursprünglich für Spiel- und Sportflächen vorgesehene Betrag betrug 10.000,- €. Die tatsächlich für das Projekt „Playground Matters“ aufgewendeten Kosten beliefen sich letztlich auf:

ca. 500,- €     für Materialien, Werkzeuge und deren Transport, zuzüglich
ca.   85,- €      für Broschüren (40 Stück)

Die Kosten für Flüge und Unterkunft des Teams vor Ort wurden von der Hochschule Anhalt / Leonardo-Programm (EU) übernommen. Die Studierendengruppe wurde vor Ort vom Projektpartner FMCS untergebracht.

Weitere Details finden Sie im

Booklet „Report“: https://issuu.com/beekeb/docs/playground_matters_report

Organisation

Studiengang: DIA - Master Architektur
Teilnehmende Planung:     19 Studierende
Teilnehmende Realisierung:     4 Studierende

Initiierung und Betreuung:     Dipl.-Ing. Beeke Bartelt  

In Kooperation mit

  • Haiti-Not-Hilfe e.V., Deutschland (NGO)

  • FMCS – „Fondation Make Children Smile“ und IMO – „Institution Mixte des Oranges“ Schule, Jacmel / Haiti

  • Material Mafia, Berlin

  • Olive Tree Project, Jacmel / Haiti

  • Jacmel Tires Inc., Jacmel / Haiti

 

Antoaneta Ivanova, Aza Sarhang, Borna Zeljko, Chng Chin Wei, Dylan Deguzman, Goh Chin Zhi, Koay Chiang Teik, Oded Gershuny, Prana Shrestha, Rami Ali, Reety Lachhman, Rumi Singh Maharjan, Daryl Venpin, Dikchya Pandey, Peko Galeski, Polina Moskalenko, Rajni Singh, Shermayn Lee Xiao Hui, Nurani Pertiwi

Team On-Site:

Dylan Deguzman, Reety Lachhman, Prana Shrestha, Rumi Singh Maharjan, Beeke Bartelt