KlimaBlog

Forschung zu Algen auf ihrem Weg in die Bioökonomie

Wie können Algen zur Lösung von Klima- und Ressourcenproblemen beitragen? Am Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie erforscht die Hochschule Anhalt seit 25 Jahren, wie sich Mikroalgen als Rohstoff, Lebensmittel und CO₂-Senke nutzen lassen.

Mit der Plattform AlgaHub entsteht eine Anlaufstelle für Unternehmen, die mit Algen wirtschaften wollen. Das Projekt ist Teil des Strukturwandels im Mitteldeutschen Revier und bündelt Forschungsprojekte sowie Partnerunternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Ein zentrales Forschungsfeld ist der Ersatz fossiler Rohstoffe. Mit dem sogenannten Milking-Verfahren gewinnt ein Team Kohlenwasserstoffe aus Mikroalgen, die künftig Erdöl in der Feinchemie ersetzen könnten. Auch für die Pharmazie bieten Algen Potenziale, wie Forschende am Zentrum für Naturstoffbasierte Therapeutika der Hochschule Anhalt zeigen: Algenbasierte Sulfolipide, fettähnliche Moleküle aus der Zellmembran von Algen, testen sie  auf ihre Wirksamkeit gegen Parodontitis – vorgestellt beim 4. Mitteldeutschen Algenstammtisch.

Als Nahrungsquelle gelten Algen hierzulande oft noch als Trend, dabei gehören sie in vielen Weltregionen seit Jahrhunderten zur Küche. Was Chlorella als pflanzliche Vitamin-B12-Quelle leisten kann und welche Irrtümer sich halten, erklärt Algen-Expertin und Wissenschaftskommunikatorin Kirstin Knufmann. Die Alge wird bereits seit mehr als 20 Jahren im sachsen-anhaltischen Klötze produziert.

Wie sich der Markt entwickelt, zeigt ein Update zu Zahlen und Perspektiven. Wer selbst forschen möchte: Studierende der Biotechnologie arbeiten schon während des Studiums im Labor mit, wie das Beispiel von Max Weidemann zeigt.