Prof. Dr. Michael Hohl

Fachbereich 4 - Design

Prof. Dr. Michael Hohl

Experte für Design-Theorie und Forschung

Prof. Dr. Michael Hohl lädt dazu ein, unerschrocken in unbekannte Forschungswelten aufzubrechen.

Prof. Hohl, was passiert konkret in der Design-Theorie?

Forschende machen sich auf in unbekannte Welten. Manchmal mäandern die Wege dorthin, manchmal verlaufen diese strukturiert und systematisch: Methodisch, problem-basiert oder explorativ betrachten sie das Objekt. Ein Designer lernt nicht aus Büchern, sondern durch das Machen und Reflektieren.

Und was hat die Welt davon?

Wenn es gut läuft, Informationen über wichtige Grundlagen des Zusammenlebens oder Antworten auf die Frage, wie die Welt von morgen aussieht. Das können Nachhaltigkeitskonzepte sein, Ideen für die Ausgestaltung des demografischen Wandels oder digitale Tools, welche die Kommunikation von Mensch und Maschine erleichtern.

Ist das nicht alles nur bunte Theorie?

Wir entwickeln auch gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen Produkte und Services. Dafür werden Fragen beantwortet: Was will das Unternehmen erreichen? Wie sieht dies die Belegschaft? Was will die Kundschaft? Ziel von Design ist meist, Probleme zu lösen. Manchmal auch Dinge besser zu verstehen. In Abgrenzung zur Kunst, die Fragen stellt, vermag Design Antworten zu geben, aus denen etwas entsteht, das unser Leben verbessern sollte.

Was sollten Ihre Studierenden mitbringen?

Interesse, Neugierde, Phantasie und auch den Mut, einmal gegen die Wand zu rennen. Wer das Scheitern zulässt und dazu bereit ist, daraus zu lernen, profitiert. Freude am Schreiben und Reflektieren.

Forschungsarbeiten

Hohl, Michael “Ecology, Systems Thinking, Designing and Second-Order Cybernetics“ in Werner, Liss C. (ed.), Cybernetics: state of the art, TU Berlin book series 'CON-VERSATIONS', Bunschoten, R., Werner, L. C. (eds.), Vol. 1 , Universitätsverlag Technische Universität Berlin, Berlin, 2017. Available at: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-6121

Hohl, Michael (2016), “Rigor in Research, Honesty and Values” in Varieties of Contemporary Second-Order Cybernetics in Riegler A. & Müller Karl H.. (2016) Open-Peer Commentary to Sweeting, B. Design Research as a Variety of Second-Order Cybernetic Practice, Constructivist Foundations 11(3): 1–6. Available online at constructivist.info/11/3

Hohl, Michael, (2016), “Mit den Werkzeugen der Konvivialität hin zu neuen Lebensstilen” in Kremer, Elisabeth, “Mobilitätsdesign für den Bauhausradweg”, Spectorbooks

Hohl, Michael (2016) “Teaching and Reflecting Reflection with Ranulph” in “Art | Architecture | Cybernetics | Design: London and the 1960IES” eds. Marianne Ertl, Werner Korn, Albert Müller, Edition Echoraum, Vienna, ISBN 978-3-901941-48-1 www.univie.ac.at/zeitgeschichte/ausstellung-ranulph-glanville-architecture-art-cybernetics-design-london-and-the-1960-ies/

Publikationen (Auszug)

Sweeting B. & Hohl M. (2015) Exploring Alternatives to the Traditional Conference Format: Introduction to the Special Issue on Composing Conferences. Constructivist Foundations 11(1): 1–7. (Mitherausgeber der Sonderausgabe des Journals Constructivist Foundations zum Thema Composing Conferences) Available at www.univie.ac.at/constructivism/journal/11/1/001.editorial

Hohl, Michael (2015), “Desires, Constraints and Designing Second-Order Cybernetic Conferences” in Sweeting B. & Hohl M. (2015) Exploring Alternatives to the Traditional Conference Format. Open-Peer Commentary, Constructivist Foundations 11(1): 1–7. Available at www.univie.ac.at/constructivism/journal/11/1/084.hohl

Edwards, Clive 2015, The Bloomsbury Encyclopedia of Design, Bloomsbury Academic, London. Circa 20 Definitionen beigetragen. http://www.bloomsbury.com/us/the-bloomsbury-encyclopedia-of-design-9781472521576/

Michael Hohl, die Vita

Sein beruflicher Weg begann mit einem Semester Designstudium an der KISD in Köln und führte zum Diplom in Gestaltung mit digitalen Medien an der Universität der Künste Berlin. Parallel zum Studium arbeitete er als Konzepter unter anderem bei ArtCom, Cityscope, Pixelpark und der Im Stall GmbH. 

2003 siedelte er nach Großbritannien über, wo er 2007 an der Sheffield Hallam University ein interdisziplinäres Forschungsprojekt (Informatik, Kunst und Design) mit einem Ph.D. abschloss. Anschließend lehrte und forschte er an der University of Hertfordshire, der Huddersfield University und der Bauhaus Universität Weimar.

Hohl interessiert sich für die Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens, die Rolle der Reflexion in der Praxis, sowie das Auswählen und Kombinieren von angemessenen Methoden und Methodologien in der praxisgeleiteten Forschung. Dazu hält er Vorträge, richtet Workshops aus und organisiert Konferenzen. Er bringt seine Expertise ein bei der Initiative „Design promoviert”.

Neben der Peer-review Tätigkeit für Publikationen der Design Research Society (DRS, DESform), IADIS, SIGGraph oder der American Society for Cybernetics (ASC), ist er gefragtes Mitglied in Beiräten und wissenschaftlichen Ausschüssen verschiedener internationaler Konferenzen zur Förderung der Forschung in Kunst und Design. Er betreut Doktoranden am Royal College of Art in London (Innovation Design Engineering) und an der Bauhaus Universität in Weimar (Design).


Publikationen