Kinder entdecken nachhaltige Lebensmittelproduktion
Wie viel Saft steckt eigentlich in sechs Kilogramm Möhren? Und was passiert mit dem, was beim Entsaften übrigbleibt? Diesen Fragen gingen zwölf Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren beim Türöffnertag der „Sendung mit der Maus“ am 3. Oktober 2026 am Fachbereich 1 der Hochschule Anhalt in Bernburg auf den Grund. Unter dem Motto „Nachhaltige Lebensmittelproduktion“ erwartete die Kinder ein abwechslungsreicher Tag mit Experimenten, praktischen Aufgaben und jeder Menge Spaß. Unter den Teilnehmenden war sogar ein „Wiederholungstäter“, der den Fachbereich bereits beim Zukunftstag 2026 in einem anderen Projekt kennengelernt hatte.
Von Spaghetti-Türmen und Möhrensaft
Zum Einstieg waren Kreativität und Teamarbeit gefragt: Aus Spaghetti und Marshmallows sollten möglichst hohe Türme gebaut werden. Ob Pyramide, Haus oder Konstruktion mit langen „Antennen“ – die Kinder entwickelten ganz unterschiedliche Lösungen. Die höchsten Türme erreichten mehr als 40 Zentimeter. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung und gründlichem Händewaschen ging es ins Labor für Nahrungsmittelzubereitung. Dort wurden sechs Kilogramm Möhren in Dreiergruppen geschält und anschließend unterschiedlich verarbeitet: Einige Kinder halbierten die Möhren, andere schnitten sie in Stücke oder raspelten sie.
Anschließend wurde ausprobiert, wie sich auf unterschiedliche Weise Möhrensaft gewinnen lässt. Schnell zeigte sich: Möhrenhälften oder -stücke lassen sich nicht einfach mit der Hand auspressen. Auch mit einer Schraubpresse war einiges an Muskelkraft nötig. Bei den Möhrenraspeln hingegen konnten die Kinder schon mit den Händen leicht Saft aus den Möhren drücken.
Das Ergebnis: Aus sechs Kilogramm Möhren wurden etwas mehr als ein Liter Möhrensaft. Bei der Verkostung waren die Geschmäcker verschieden – doch am Ende war der Saft bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken.
Aus Reststoffen wird etwas Neues
Besonders spannend wurde es beim Blick auf das, was nach dem Entsaften übrig blieb: der Möhrentrester. Was zunächst wie ein Abfallprodukt aussieht, kann noch sinnvoll weiterverwendet werden. Genau hier wurde der Gedanke der nachhaltigen Lebensmittelproduktion greifbar: Lebensmittel sollen möglichst vollständig genutzt werden. Nach einer kurzen Rennrunde rund um das Biotechnikum und einer Stärkung ging es deshalb mit dem Möhrentrester weiter. Marshmallows und Butter wurden geschmolzen und mit Puffreis vermengt. Der knallorangefarbene Möhrentrester sorgte dabei für einen besonderen Farbeffekt.
Aus der Masse formten die Kinder anschließend Mäuse, Elefanten und Enten – bekannte Tiere aus der „Sendung mit der Maus“. Mit essbaren Gummischnüren und Zuckeraugen wurden die Figuren zum Leben erweckt. In selbst gestalteten Tüten durften die kleinen Kunstwerke anschließend mit nach Hause genommen oder den Eltern präsentiert werden.
„Was machen wir beim nächsten Mal?“
Am Ende des vollgepackten Tages waren sich die Kinder einig: „Das hat riesigen Spaß gemacht!“ Umso mehr freuten sich die Organisatorinnen und Organisatoren über die Frage eines Kindes: „Das war cool! Was machen wir denn beim nächsten Türöffnertag mit Euch?“
Für das Programm und die Betreuung sorgten Prof. Dr. Monika Brückner-Gühmann, Prof. Dr. Friederike Paetz, Prof. Dr. Christoph Wiedmer, Carolin Ehrig und Robert Hanauska.
Der Türöffnertag zeigte auf anschauliche Weise, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt sein muss: Was beim Entsaften zunächst als Reststoff übrig bleibt, kann noch zu etwas Neuem und Leckerem werden. Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis des Tages: Lebensmittel haben oft mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick denkt.