Datenkompetenz Next Level
Forschungsdatenmanagement (FDM) ist mehr als ein organisatorisches Extra! Es schafft die Grundlage dafür, dass Forschung nachvollziehbar, sicher und langfristig nutzbar bleibt. Es begleitet Forschungsdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg — von der Planung über Erhebung und Analyse bis zur Archivierung und möglichen Nachnutzung.
Wer Forschung betreibt, produziert täglich wertvolle Daten: Messwerte, Interviewtranskripte, Bilder, Tabellen, Codes oder Auswertungen. Ohne klare Strukturen gehen dabei schnell Überblick, Kontext und im schlimmsten Fall sogar wichtige Ergebnisse verloren — mit gutem Forschungsdatenmanagement behalten Sie dagegen die Kontrolle über Ihre Daten und schaffen eine verlässliche Basis für gute wissenschaftliche Praxis.
Gutes FDM unterstützt Sie dabei, Daten strukturiert, sicher und nachvollziehbar zu verwalten und gemäß den FAIR-Prinzipien so aufzubereiten, dass sie auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sind.
Mit Struktur von der Planung bis zum Archiv
Forschungsdaten bilden die unverzichtbare Basis für wissenschaftliche Analysen, Ergebnisse und Publikationen. Sie umfassen nicht nur offensichtliche Datensätze, sondern alle Informationen, die für das Verständnis, die Prüfung oder die Weiterführung eines Forschungsvorhabens relevant sind.
Vielfalt je nach Disziplin
Abhängig vom Fachgebiet können Forschungsdaten völlig unterschiedlich aussehen. Zu den gängigsten Formen gehören:
- Strukturierte Erhebungen und digitale Aufzeichnungen
- Dokumentationen und projektbezogene Arbeitsstände
- Materialien aus qualitativen oder quantitativen Untersuchungen
Mehr als nur ein Nebenprodukt
Rohdaten allein reichen oft nicht aus, um Ergebnisse zu verstehen. Erst durch eine klare Beschreibung, Ordnung, Versionierung und begleitende Informationen wird nachvollziehbar, wie Daten entstanden sind und wie sie ausgewertet wurden. Diese sorgfältige Aufbereitung ist ein zentrales Qualitätsmerkmal, denn sie schafft Transparenz und ermöglicht es anderen Forschenden, die Daten später nachzunutzen.
Sensibler und sicherer Umgang
Forschungsdaten sind nicht immer für die Öffentlichkeit bestimmt. Oft enthalten sie personenbezogene Informationen, rechtlich geschützte Inhalte oder vertrauliche Projektkontexte. Ein bewusster, strukturierter Umgang ist daher entscheidend, um alle rechtlichen, ethischen und organisatorischen Anforderungen im Forschungsalltag sicher und professionell zu erfüllen.
Gute wissenschaftliche Praxis ist das unverzichtbare Fundament jeder verlässlichen und vertrauenswürdigen Forschung. Durch die konsequente Einhaltung dieser ethischen und methodischen Standards kann höchste Qualität in der Wissenschaft sichergestellt und das öffentliche Vertrauen in Forschungsergebnisse gestärkt werden.
Die Hochschule Anhalt hat hierfür 2023 die „Satzung über die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und über den Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens an der Hochschule Anhalt“ verabschiedet. Diese orientiert sich an dem Kodex “Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis” der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
© SangyaPundir
Um das volle Potenzial von Forschungsdaten auszuschöpfen, ist ein nachhaltiges Management unerlässlich. Hierbei dienen die etablierten FAIR-Prinzipien als zentraler internationaler Standard. FAIR steht für Findable (auffindbar), Accessible (zugänglich), Interoperable (interoperabel) und Reusable (wiederverwendbar). Diese vier Leitlinien stellen sicher, dass Forschungsdaten nicht nur von Menschen, sondern auch von maschinellen Systemen leicht gefunden, verknüpft und nachhaltig nachgenutzt werden können. Die konsequente Umsetzung der FAIR-Prinzipien erhöht die Sichtbarkeit Ihrer Forschungsergebnisse, erleichtert interdisziplinäre Kooperationen und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zu einer offenen und zukunftssicheren Wissenschaftslandschaft.