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Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis: Hochschule Anhalt besetzt alle Tandem-Stellen erfolgreich

  • © ©Sebastian Steffes
    Für alle neu berufenen Professorinnen und Professoren findet an der Hochschule Anhalt jährlich ein Neuberufenen-Treffen zum Kennenlernen, Vernetzen und Austauschen statt.

In Sachsen-Anhalt sind in den nächsten Jahren rund ein Drittel der Hochschulprofessuren neu zu besetzen. Ein wichtiger Generationenwechsel steht bevor.  Um eine Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) übernehmen zu können, müssen Bewerbende sowohl wissenschaftliche Qualifikationen als auch berufliche Erfahrungen in der Wirtschaft nachweisen. Hier schlägt das Tandem-Programm vom Projekt Center of Advanced Scientific Education (CASE) die Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis.

Das Programm bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, wertvolle Praxiserfahrungen in Kooperation mit regionalen Unternehmen oder außerhochschulischen Forschungseirichtungen zu sammeln, während sie gleichzeitig an der Hochschule Erfahrungen in der Lehre sammeln. Ziel des Programms ist es, die Teilnehmenden optimal für eine HAW-Professur zu qualifizieren.  Sechs Tandem-Stellen konnten an der Hochschule Anhalt bereits vergeben werden. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms FH-Personal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Vorhaben finanziert.

Kathrin Gnoth, Arne Goedecke und Jens Hartmann waren 2022 die Ersten, die im Tandem-Programm starteten. Zu den neuesten Besetzungen zählen Dr. Halina Falfushynska, die im Bereich erneuerbare Energien bei ENERTRAG tätig ist. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Integration erneuerbarer Energien spezialisiert. Dr. Falfushynska setzt hier Projekte um, die das Potenzial haben, nicht nur die regionale Wirtschaft zu stärken, sondern auch eine nachhaltige, umweltfreundliche Energieversorgung für die Zukunft zu sichern. „Unsere Arbeit schafft regionale Wertschöpfungsketten und trägt zur wirtschaftlichen Stabilität bei, während gleichzeitig die Klimaziele erreicht werden,“ betont sie. Ihre Forschungsergebnisse fließen direkt in die Lehre an der Hochschule Anhalt ein, wodurch die Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer dekarbonisierten Wirtschaft vorbereitet werden.

Für das Tandem „Pflanzenproduktion“ kooperiert die Hochschule Anhalt mit der Agrargesellschaft Wulfen mbH, wo Sebastian Wolter frischen Wind in die landwirtschaftliche Praxis bringt. In seiner Doppelrolle als Wissenschaftler und Betriebsleiter plant er nicht nur Feldversuche, sondern setzt die neuesten Forschungserkenntnisse direkt in die Praxis um. „Durch das Tandem-Programm kann ich Theorie und Praxis nahtlos verbinden und sicherstellen, dass unsere Forschung wirklich praxisrelevant ist,“ so Wolter. Diese enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft stärkt nicht nur die Lehre an der Hochschule Anhalt, sondern fördert auch den Wissenstransfer und schafft neue Perspektiven für die regionale Landwirtschaft.

Dr. Kerstin Witte-Bodnar ist mit ihrer Tandem-Stelle eine Wegbereiterin für Wasserstofftechnologien in Sachsen-Anhalt. Am Fraunhofer IMWS widmet sie sich der Materialdiagnostik für Wasserstofftechnologien, einem Schlüsselbereich für die zukünftige Energieversorgung. Mit ihrem Team untersucht sie, wie Materialien in Elektrolyseuren und Brennstoffzellen altern und welche Defekte im Betrieb auftreten können. „Unsere Forschung trägt dazu bei, die Lebensdauer und Effizienz dieser Technologien zu erhöhen, was für die regionale Industrie von großer Bedeutung ist,“ erklärt Dr. Witte-Bodnar. Ihre Erkenntnisse unterstützen die lokale Industrie, insbesondere Unternehmen im mitteldeutschen Chemiedreieck, bei der Optimierung ihrer Prozesse. „Das Tandem-Programm ermöglicht es mir, mich intensiv auf eine Professur vorzubereiten und gleichzeitig Synergien zwischen Forschung, Lehre und regionaler Wirtschaft zu schaffen,“ betont sie.

Mehr Informationen zum CASE-Projekt:
https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/profil/projekte/case.html