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Brückenbauerin zwischen den Kulturen

  • © Sascha Perten
    Reyhaneh Heydari (v.r.) wurde mit dem DAAD-Preis geehrt. Die Laudatio für ihre herausragende Arbeit hielt Professor Rudolf Lückmann.

Die Hochschule Anhalt freut sich, Reyhaneh Heydari mit dem DAAD-Preis 2024 der Hochschule Anhalt auszuzeichnen. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) jährlich vergeben und würdigt internationale Studierende an deutschen Hochschulen, die sich durch außergewöhnliche akademische Leistungen sowie bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement hervorgetan haben. Reyhaneh Heydari, die im Masterstudiengang „Architektur und Kultur Erbe“ an der Hochschule Anhalt eingeschrieben ist, beeindruckt nicht nur durch ihre akademische Exzellenz, sondern auch als Brückenbauerin zwischen den Kulturen.


„Für mich stehen menschliche Würde und Freiheit an erster Stelle,“ erklärt die 31-jährige Iranerin, die bereits einen Masterabschluss in Architekturstudien der Universität Teheran vorweisen kann. An der Hochschule Anhalt setzt sie mit ihrem ausgezeichneten Notendurchschnitt neue Maßstäbe. Doch nicht nur ihre akademischen Erfolge stechen hervor: Ebenso beeindruckend ist ihr soziales und gesellschaftliches Engagement. „Ich sehe mich als Brücke zwischen Kulturen,“ sagt sie. „Meine Leidenschaft für Architektur und Kulturerbe wurde durch die beeindruckenden historischen Bauwerke meines Heimatlandes Iran geweckt. Jetzt, im interkulturellen Umfeld an der Hochschule Anhalt, kann ich diese Leidenschaft weiterentwickeln und mit anderen teilen.“ Als Beispiel hat sie den zweisprachigen Aufbau der historischen Baustoffsammlung realisiert und sie für internationale Studierende zugänglich gemacht. 


Der Weg zu diesen Erfolgen war nicht immer einfach. Die deutsche Sprache zu verinnerlichen war einer der größten Herausforderungen für Heydari. „Deutsch ist nicht nur eine Sprache, es ist eine Denkweise,“ erklärt sie. „Um mich in dieser Umgebung voll entfalten zu können, musste ich diese Denkweise verinnerlichen.“ Ihre sprachliche Begeisterung ging so weit, dass sie begann, deutsche Fachbücher über Architektur und Kunstgeschichte ins Persische zu übersetzen. Reyhaneh Heydari engagiert sich im Fachbereichsrat und unterstützt internationale Studierende im Buddy-Programm der Hochschule. „Ich weiß, wie schwierig es ist, sich in einem neuen Land zurechtzufinden,“ sagt sie. „Aber wenn ich es geschafft habe, kann ich anderen dabei helfen, es auch zu schaffen.“ Um ihre Studien zu finanzieren und ihre Ziele zu verwirklichen, nahm sie zahlreiche unterschiedliche Tätigkeiten an, von der Arbeit im digitalen Bereich und Museen bis hin zur Gründung eines Startups zum Erhalt des persischen Kulturerbes.  Auch nach dem Studium möchte Heydari ihren Weg weitergehen: „Ich möchte meine Rolle als Brückenbauerin fortführen und dazu beitragen, dass wir die Architektur und das Kulturerbe Deutschland und anderer Länder besser verstehen.“ 

Anlässlich des Internationalen Hochschultages auf dem Campus Köthen wurde Reyhaneh Heydari der Preis feierlich überreicht. Die Laudatio für ihre herausragende Arbeit hielt Professor Rudolf Lückmann. Der Professor für Denkmalpflege und Baukonstruktion wurde anschließend selbst für seine Leistung geehrt. Der Präsident der Hochschule Anhalt, Professor Jörg Bagdahn, verabschiedete ihn nach 31 Dienstjahren in den „Unruhestand“.