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„Das Landesstudienkolleg ist ein Ort der Bildung, der Begegnung und der Chancen.“

  • Die Leiterin des Landesstudienkollegs Oksana Vasylenko © Hochschule Anhalt/Uwe Jacobshagen

Mir ist wichtig, dass wir offen kommunizieren, flexibel denken und gemeinsam lernen – von den Studierenden, voneinander und mit Blick auf die Zukunft.

Dr. Oksana Vasylenko

Ab dem 1. November 2025 hat das Landesstudienkolleg der Hochschule Anhalt in Köthen eine neue Leiterin: Dr. Oksana Vasylenko. Die Bildungsexpertin bringt internationale Erfahrung, pädagogisches Verständnis und große persönliche Motivation mit. Im Gespräch erzählt sie, was das Studienkolleg leistet, wie Integration gelingen kann und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Frau Dr. Vasylenko, ab November übernehmen Sie die Leitung des Landesstudienkollegs. Worauf freuen Sie sich in dieser Rolle?

Ich freue mich, gemeinsam mit einem engagierten Team die Zukunft des Landesstudienkollegs gestalten zu dürfen. Für mich ist es ein Ort, an dem junge Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt ihre akademische Reise in Deutschland beginnen. Diese Aufgabe bedeutet nicht nur Organisation und Lehre, sondern vor allem Verantwortung. Ich sehe das Studienkolleg als Raum, in dem Bildung, Orientierung und Integration zusammenkommen. Mich motiviert die Möglichkeit, meine Erfahrungen aus internationalen Projekten und aus der Hochschulkooperation gezielt einzubringen und weiterzuentwickeln.

Was genau bietet das Landesstudienkolleg den internationalen Studierenden?

Wir haben aktuell über 300 Studierende aus mehr als 25 Ländern. Sie kommen mit einem Ziel: in Deutschland zu studieren. Bei uns bereiten sie sich sprachlich, fachlich und persönlich darauf vor. Es gibt verschiedene Kurse: den T-Kurs für technische Studiengänge, den W-Kurs für Wirtschaft, den G-Kurs für geisteswissenschaftliche Richtungen. Hinzu kommen Intensivsprachkurse und die Vorbereitung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang. Manche Studierende bringen bereits ein abgeschlossenes Studium mit, andere stehen ganz am Anfang. Sie alle haben unterschiedliche Biografien und Erwartungen, aber eines gemeinsam: Sie brauchen eine verlässliche, fördernde Lernumgebung. Und genau das versuchen wir zu bieten.

Sie sagen, Integration sei ein zentrales Ziel. Wie gelingt das in so kurzer Zeit?

Unsere Studierenden sind oft nur ein oder zwei Semester bei uns. Das ist wenig Zeit für Integration, aber wir nutzen diese Zeit intensiv. Sprache, Fachwissen und persönliche Entwicklung gehören für uns zusammen. Deshalb bieten wir nicht nur Unterricht, sondern auch gezielte Begleitung. Wir organisieren kulturelle Veranstaltungen, arbeiten mit den Fachbereichen der Hochschule zusammen, binden unsere Studierenden in Praxisprojekte ein. Viele sind allein in Deutschland. Sie brauchen Sicherheit, Struktur und das Gefühl, willkommen zu sein. Mein Wunsch ist, dass sie sich gesehen fühlen. Denn wenn man spürt, dass jemand an einen glaubt, kann man über sich hinauswachsen.

Welche Rolle spielt Köthen in diesem Prozess?

Köthen ist eine kleine Stadt, aber mit großem Potenzial, vielen Möglichkeiten und einer großen Hochschule. Das ist ein Vorteil. Unsere Studierenden finden hier einen überschaubaren Rahmen, in dem sie sich orientieren und ankommen können. Viele von ihnen finden schnell Anschluss, sei es in der Hochschule oder in der Stadt. Auch meine Familie und ich haben hier ein Zuhause gefunden. Meine Kinder gehen hier ins Gymnasium. Ich sehe jeden Tag, was möglich ist, wenn man offen aufeinander zugeht. Diese Erfahrung möchte ich weitergeben.

Was nehmen Sie aus Ihrer bisherigen Arbeit mit in die neue Aufgabe?

Ich arbeite seit 2019 an der Hochschule Anhalt und habe internationale Projekte koordiniert, unter anderem zur Digitalisierung von Lehre unter Kriegsbedingungen. Wir haben dabei mit Universitäten aus der Ukraine, Kasachstan, Usbekistan und Nordmazedonien zusammengearbeitet. In diesen Projekten habe ich gesehen, was Bildung leisten kann, wenn man Menschen ernst nimmt, sie individuell unterstützt und gemeinsam neue Wege geht. Diese Haltung bringe ich auch ins Studienkolleg. Mir ist wichtig, dass wir offen kommunizieren, flexibel denken und gemeinsam lernen – von den Studierenden, voneinander und mit Blick auf die Zukunft.

Wo möchten Sie das Landesstudienkolleg in fünf Jahren sehen?

Ich wünsche mir, dass es ein noch stärker vernetztes, international sichtbares Zentrum wird. Wir wollen nicht nur auf das Studium vorbereiten, sondern auch auf das Leben in einer vielfältigen Gesellschaft. Dafür braucht es gute Lehre, ein unterstützendes Umfeld und gelebte Offenheit. Wenn unsere Absolventinnen und Absolventen sagen: „Das Studienkolleg war mein Sprungbrett in ein erfolgreiches Studium und ein neues Leben“, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Liebe Frau Vasylenko, herzlichen Dank für das Gespräch.

Kontakt

Dr. Oksana Vasylenko

Redaktion

Veronika Rivera

Das Landesstudienkolleg Sachsen-Anhalt bereitet jährlich über 300 internationale Studierende aus mehr als 25 Nationen auf ein Studium an deutschen Hochschulen vor. 

Interessierte finden mehr Informationen unter: www.hs-anhalt.de/studienkolleg