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Debatte um Fake Journals

Unter „Predatory Publishing“, „Raubverlagen“ oder „Fake Journals“ werden unseriöse Geschäftsmodelle von Verlagen und Zeitschriften verstanden, die Autorinnen und Autoren Publikationsgebühren für nicht erbrachte verlegerische Leistungen berechnen. Qualitätskontrollen wie ein Peer-Review-Verfahren finden nicht oder nur mangelhaft statt. Diese dubiose verlegerische Praxis birgt die Gefahr, dass ungeprüfte, vielleicht fehlerhafte, Forschungsergebnisse (Halbwahrheiten oder Unternehmenswerbung) veröffentlicht und in wissenschaftlichen Texten referenziert werden. Damit wird die Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Literatur infrage gestellt.

 

Prüfen Sie das ausgewählte Journal auf folgende Kriterien:

 

  • Passt das Journal zum eigenen Fachbereich/Fachgebiet?
  • Ist der Titel einem bekannten Journal sehr ähnlich?
  • Existiert eine ISSN und ist diese registriert?
  • Wie ist das Layout des Journals? Ist die Website stimmig oder aus anderen Seiten zusammenkopiert?
  • Spricht die Website die LeserInnen oder AutorInnen an?
  •  Finden Sie die Zeitschrift in: Journal Citation Reports, DOAJ, Scimago, Scopus?
  •  Ist der herausgebende Verlag Mitglied bei "Open Access Scholarly Publishers Association" (OASPA) oder "Committee on Publication Ethics" (COPE)?
  • Taucht ein Herausgeber in mehreren Zeitschriften auf, die thematisch voneinander abweichen?
  • Werden unrealistische Zeitangaben hinsichtlich des Abschluss des Peer-Review-Verfahrens gemacht?
  • Machen die vertraglichen Vereinbarungen einen seriösen Eindruck (Nutzungsrechte, Publikationsgebühren etc.)?

 

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier:

Fact Sheet Science Media Center Germany

F.A.Z.-Artikel „Gefahren aus dem Darknet der Forschung“

Podcast „Raubverlage: Angriff auf die Wissenschaft (Süddeutsche Zeitung)

Beitrag MDR Wissen „Wie Open Access Fakescience verhindern kann“

Beall’s List of Predatory Journals and Publishers

YouTube-Kanal Publizieren an der Uni Graz

NDR Dossier „Das Geschäft mit der Wissenschaft“