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Die Erde etwas gesünder machen

  • Eine lächelnde Person mit Zöpfen steht in einem sonnigen Garten, berührt zart eine blühende Pflanze mit blauen und violetten Blüten, umgeben von üppiger grüner Vegetation. © sascha perten

Maureen Njaramba hat in Kenias Außenministerium gearbeitet, dafür gesorgt, dass Bäume gepflanzt und Strategien geschrieben werden. Aktuell studiert sie an der Hochschule Anhalt im Doppelmasterprogramm Sustainable Land Management and Conservation (Nachhaltiges Landmanagement und Naturschutz).

 

 

Stell Dir vor, Du arbeitest im Ministerium eines Landes, das zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen der Welt gehört. Du organisierst Baumpflanzaktionen, schreibst Konzepte für ökologische Wiederherstellung und weißt täglich, dass die Arbeit, die Du tust, buchstäblich zählt. Und dann entscheidest Du Dich, das alles kurz zu unterbrechen – und gehst zurück auf die Schulbank. 

So ungefähr lässt sich der Weg von Maureen Njaramba beschreiben. Die 36-Jährige kommt aus Kenia, hat an der renommierten Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology ihren Bachelor gemacht und danach nicht etwa eine ruhige Stelle gesucht, sondern sich ins Getümmel geworfen: Im Außenministerium kümmert sie sich um aride oder semiaride Gebiete (ASAL). Mehr als 80 Prozent der Fläche Kenias gelten wegen geringer Niederschläge als ASAL; rund 16 Millionen Menschen leben dort unter schwierigen Bedingungen, die Regionen sind stark von Dürren, Überschwemmungen und den Folgen des Klimawandels bedroht. Dagegen will Maureen Njaramba etwas tun und deswegen studiert die Kenianerin an der Hochschule Anhalt im Doppelmasterprogramm Nachhaltiges Landmanagement und Naturschutz.

Bäume pflanzen ist nur der Anfang

Kenia ist kein abstraktes Beispiel für die Klimakrise – es ist eines ihrer Epizentren. Dürren, Überschwemmungen, der Rückgang der Artenvielfalt: Das sind dort keine Schlagzeilen, sondern Alltag. Maureen setzt sich im Außenministerium für Programme zur ökologischen Wiederherstellung ein: Die Regierung versucht, Landschaften zurückzugewinnen, die durch Abholzung, Erosion oder Übernutzung verloren gegangen sind.

Warum nach Bernburg?

Warum an der Hochschule Anhalt studieren? Maureen hat eine klare Antwort darauf: „Sie hat einen guten Ruf im Bereich der angewandten Umwelt- und Agrarwissenschaften, und der Fokus auf das praxisorientierte Lernen war für mich entscheidend. Es ist kein reines Theoriestudium, sondern eines, das den Weg aus dem Hörsaal nach draußen findet.“

Besonders begeistern sie die Exkursionen – raus in die Landschaft, raus in die Praxis. Das Doppelmasterprogramm, eine Kooperation mit einer internationalen Partnerhochschule, ist ein Zeichen für die globale Ausrichtung der Hochschule Anhalt. Dass Studierende wie Maureen überhaupt hierherkommen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Internationalisierungsstrategie. Und es bereichert das Lernumfeld für alle.

"Der Fokus auf das praxisorientierte Lernen war für meine Entscheidung sehr wichtig. Es ist kein reines Theoriestudium, sondern eines, das den Weg aus dem Hörsaal nach draußen findet.“

Maureen Njaramba

Maureen fühlt sich in Deutschland wohl, sieht Klischees bestätigt – und freut sich darüber. „Ich mag die Pünktlichkeit und die Verlässlichkeit“, lacht sie. „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, hier zu sein und auch kulturell neue Erfahrungen zu sammeln.“ Und doch ist da ein Wermutstropfen: „Ich vermisse meine Familie, mein Essen und die Farben meiner Heimat, besonders im Winter, wenn alles so weiß aussieht“, räumt sie ein. 

Wer ihre Heimat kennt – das Sonnenlicht, die leuchtend roten Flamboyant-Bäume, den Orangeton der Erde – kann sich vorstellen, was ein grauer Januarmorgen in Sachsen-Anhalt dagegen bedeutet. Heimweh ist real, auch wenn man es bewusst in Kauf genommen hat. Aber Maureen trägt es nicht als Last, sondern als Teil ihrer Geschichte.

Irgendwann wird Maureen Njaramba nach Kenia zurückkehren – mit einem weiteren Abschluss, neuen Methoden und einem Blick, der Europa von innen kennt. Und vielleicht mit einer Idee, wie man Landschaften wiederherstellt, die man zu Hause täglich vor Augen hat. Die Hochschule Anhalt wird dann ein kleines Stück davon sein.

Ohne Maureen würde dem Lernumfeld etwas fehlen. Wer neben jemandem sitzt, der Klimapolitik nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus der strategischen Perspektive eines Ministeriums kennt, lernt anders.

Kontakt

Bettina Kranhold

Redaktion

Katja Wallrafen

Über den Studiengang

Der zweijährige, englischsprachige Doppel-Masterstudiengang Sustainable Land Management and Conservation (M.Sc.) wird in Zusammenarbeit mit mehreren internationalen Partneruniversitäten angeboten. Die Studierenden verbringen das erste Studienjahr an der Hochschule Anhalt und absolvieren das zweite Jahr an einer der Partneruniversitäten, beispielsweise in Sambia, Namibia, Äthiopien oder Kenia.

Im Studium erwerben sie fundierte Kenntnisse über das Management von Landschaften und Agrarökosystemen sowie über Naturschutz und nachhaltige Landnutzung. Zudem lernen sie, Auswirkungen verschiedener Landnutzungsformen mithilfe von Feld-, Labor- und Computermethoden zu analysieren und zu bewerten. Absolventinnen und Absolventen sind darauf vorbereitet, Naturschutzmaßnahmen zu planen und umzusetzen, wissenschaftlich zu arbeiten und in Fragen der nachhaltigen Landbewirtschaftung zu beraten.

Mehr Infos über den Studiengang finden Sie hier.