Maureen fühlt sich in Deutschland wohl, sieht Klischees bestätigt – und freut sich darüber. „Ich mag die Pünktlichkeit und die Verlässlichkeit“, lacht sie. „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, hier zu sein und auch kulturell neue Erfahrungen zu sammeln.“ Und doch ist da ein Wermutstropfen: „Ich vermisse meine Familie, mein Essen und die Farben meiner Heimat, besonders im Winter, wenn alles so weiß aussieht“, räumt sie ein.
Wer ihre Heimat kennt – das Sonnenlicht, die leuchtend roten Flamboyant-Bäume, den Orangeton der Erde – kann sich vorstellen, was ein grauer Januarmorgen in Sachsen-Anhalt dagegen bedeutet. Heimweh ist real, auch wenn man es bewusst in Kauf genommen hat. Aber Maureen trägt es nicht als Last, sondern als Teil ihrer Geschichte.
Irgendwann wird Maureen Njaramba nach Kenia zurückkehren – mit einem weiteren Abschluss, neuen Methoden und einem Blick, der Europa von innen kennt. Und vielleicht mit einer Idee, wie man Landschaften wiederherstellt, die man zu Hause täglich vor Augen hat. Die Hochschule Anhalt wird dann ein kleines Stück davon sein.