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KompetenzGrün: Ein Netzwerk wächst zusammen

  • Gruppe von Menschen in einem Raum, die sich einem Plakat mit dem Titel Kompetenz Grün zuwendet. Das Plakat zeigt eine grüne Landschaft mit Pflanzen und bezieht sich auf Kompetenzzentren und Transformation im Bereich Grünflächen und Nachhaltigkeit. © R. Geue, Hochschule Anhalt

Am 24. September 2026 hat das Projekt KompetenzGrün sein Netzwerk zum ersten Mal an einen Tisch geholt. Das Treffen fand in der Innovationswerkstatt der Hochschule Anhalt in Bernburg statt. Rund 45 Menschen kamen, um über naturnahe Blühflächen zu sprechen: wie man sie anlegt, pflegt und finanziert.

Von der ersten Aussaat zum Netzwerk

Mit einer symbolischen Ansaat auf dem Campus Köthen der Hochschule startete das Projekt am 29. November 2023 offiziell. Der damalige Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff übergab den Förderbescheid für KompetenzGrün. Der Bund fördert das Projekt seitdem mit zwei Millionen Euro aus dem Programm STARK. Es unterstützt Regionen, in denen der Kohleausstieg die Wirtschaft verändert. Bereits beim Start dabei: Wildpflanzen aus der Region, auf die das Projekt setzt. 

Grüne Infrastruktur für die Strukturwandelregion

Die Professorinnen Sabine Tischew, Anita Kirmer und Annett Baasch leiten das Projekt. Es begleitet die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Burgenlandkreis der Kohleregion Sachsen-Anhalts mit Maßnahmen für Artenvielfalt und Klimaschutz. Schon 2023 kündigte das Team an, ein Netzwerk von Akteur:innen aus der Region aufzubauen. Und stießen dabei vielfach auf das Interesse an mehr Biodiversität. Mehr als 35 Grünflächen hat das KompetenzGrün-Team inzwischen mit Akteuren vor Ort in naturnahe Blühwiesen umgestaltet. Hier wachsen jetzt regionale Wildpflanzen, die resilienter gegen Hitze und Trockenheit sind als zum Beispiel Scherrasenarten. Zudem bieten sie Insekten über das Jahr hinweg eine sichere Nahrungsquelle. Fast drei Jahre nach der Übergabe des Förderbescheids kam dieses Netzwerk nun zu seinem ersten Treffen zusammen.

Vom Scherrasen zur naturnahen Blühwiese: Offene Fragen aus der Praxis

Trotz ihrer vielen Vorteile sind naturnahe Blühwiesen heute eher die Ausnahmen. Meist bestimmen kurz gemähte Rasen das Bild von Grünflächen. Deshalb stellen sich in der Praxis viele Fragen. Welche Arten passen zur Fläche? Wie muss der Boden vorbereitet werden? Wer pflegt die Fläche, und was kostet das? Woher kommt das Geld? Wie erklärt man Anwohner:innen die Veränderung?

Mit solchen Fragen reisten auch die Teilnehmenden des Netzwerk-Treffens nach Bernburg an – darunter auch Interessierte, die das Thema erst noch angehen wollen: Vertreter:innen eines Solarparks, von Wohnungsgenossenschaften, aus Verwaltungen und Bauhöfen sowie Privatpersonen. 

Blühwiesen nachhaltig anlegen: Zuhören, Mitmachen, Verabreden

Prof. Dr. Anita Kirmer eröffnete das Treffen. Drei Praxisvorträge folgten. Stefanie Rittners von der Energieversorgung Halle (EVH) erzählte, wie die Stadtwerke ihre Flächen vom Rasen zur Vielfalt entwickeln. Thomas Neumann stellte vor, wie Oschersleben einen historischen Wanderweg ökologisch aufwertet. Thomas Suk berichtete von naturnahen Grünflächen aus Zeitz. Vera Senße vom Projektteam fasste Erfolgsfaktoren zusammen.

Nach den Vorträgen arbeiteten die Teilnehmenden selbst. An Stationen sprachen sie über Öffentlichkeitsarbeit, Pflege und Finanzierung. An der Netzwerkwand hängten sie Angebote und Gesuche auf, ähnlich einem Schwarzen Brett. Jemand bot Praxistipps zu Blühwiesen an, jemand anderes Wissen zur Pflanzenkohle. Dabei wird Pflanzenmaterial ohne Sauerstoff erhitzt, es entsteht eine Kohle, die sich im Boden einsetzen lässt. Insgesamt kamen an der Netzwerkwand 22 wertvolle Beiträge zusammen.

So stand der Nachmittag im Zeichen des Austauschs: Viele Gäste sprachen miteinander, diskutierten Ideen und tauschten Visitenkarten. Das Regionalbüro des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) beriet an einem Informationsstand zu Fördermitteln, darunter die KfW-Förderrichtlinie 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“.

„Der Wandel hin zu mehr Vielfalt auf unseren Grünflächen gelingt nur gemeinsam. Die Vorträge unser Netzwerkpartner haben schön gezeigt, wie viel bereits in Bewegung ist und wie wir gegenseitig voneinander lernen können. Mehr in den Austausch zu gehen, hilft uns allen, um aus den täglichen Herausforderungen der Praxis konkrete und machbare Lösungswege zu entwickeln“, sagt Anita Kirmer, Projektleiterin von KompetenzGrün.

Ausblick: Die Lernplattform von KompetenzGrün

Parallel zu den naturnahen Blühwiesen hat KompetenzGrün in den vergangenen drei Jahren eine Lernplattform aufgebaut. Hier finden Interessierte in verschiedenen Formaten, wie Anleitungen zum Download und Videos, alles zum Thema: angefangen von der Anlage und Pflege von Blühflächen über die Wahl des Saatguts bis zu Beispielen. Eine Beratungsanfrage ist über die Projektseite ebenfalls möglich. 

Über KompetenzGrün

KompetenzGrün ist ein Projekt der Hochschule Anhalt, wo seit mehr als 20 Jahren zur ökologischen Renaturierung, dem Management von Lebensräumen und zur multifunktionalen Landnutzung geforscht wird. Es wird im Bundesprogramm STARK durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt beteiligt sich an der Finanzierung. Bewilligungsbehörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. 

Mehr Informationen unter www.kompetenzgruen.de.

 

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Nele Adert

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