Künstliche Intelligenz (KI) hat bereits einen zentralen Stellenwert in der Lehre der Hochschule Anhalt eingenommen. Anfang des Jahres unternahmen die Bachelor-Studierenden der Betriebswirtschaftslehre und der Master Online-Kommunikation eine Exkursion zu einem KI-Startup in Lissabon und auch der Einsatz von ChatGPT wird in der Lehre gezielt gefördert.
Aktuell wurde ein wissenschaftliches Paper publiziert, welches zeigt, dass Produktivitätsgewinne durch den Einsatz von Marketing-KI-Tools wahrscheinlicher sind als Produktivitätsbeeinträchtigungen:
Für das kommende Wintersemester ist der Einsatz der KI-Lernapp „Brian“ in Begleitung zur Marketingvorlesung geplant. Da die Studierendenschaft immer diverser wird und dies mit unterschiedlichen Vorerfahrungen, Wissensständen oder Präferenzen bezüglich des Lerntyps einhergeht, ist individualisiertes Lernen unerlässlich. Dieser Ansatz ist jedoch oft kostenintensiv und aufgrund der geringen Anzahl an Lehrenden, im Vergleich zu den Studierenden, oftmals nicht möglich. Hier bietet die KI-Lernapp „Brian“ eine vielversprechende Lösung, indem sie die bestehende Diskrepanz reduziert. Lehrende können digitale Übungswelten innerhalb kurzer Zeit schnell und unkompliziert gestalten, sodass der zusätzliche Arbeitsaufwand nur minimal ist. Lernende beantworten ganz einfach Wissens- sowie umfangreiche Transferfragen am Smartphone. Damit wird nicht nur das Gelernte wiederholt, sondern auch eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Klausur geschaffen. Je nachdem, ob Fragen richtig oder falsch beantwortet werden, wird für jeden Studierenden ein individueller Lernpfad offeriert, sodass Lernen in der eigenen Geschwindigkeit möglich ist. Dieses Prinzip des adaptiven Lernens erlaubt individuelle Anpassungen an die Eigenschaften sowie Leistungen der Lernenden und bietet personalisierte Lernerfahrung für alle. „Brian“ soll den Studierenden dabei helfen, effizient und kontinuierlich zu lernen. Neben Gamification-Elementen, welche zur Steigerung der Motivation beitragen, existiert ein soziales Lernumfeld, sodass Studierende miteinander interagieren können. Damit wird das Ziel verfolgt, die gegenseitige Unterstützung und kollaboratives Arbeiten auch online zu Fördern. In einem weiteren BWL-Projekt werden KI-generierte Lernvideos produziert und ihr Einsatz in der Lehre getestet.
Die Doktorandinnen Vanessa Fehlig und Franziska Scharfe werden Forschungen in Bezug zur Lernapp durchführen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Evaluierung der Hochschullehre ableiten.