Digitale Technologien gewinnen in Pflege und Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung. Sie können den Alltag erleichtern, Pflegefachpersonen und Angehörige entlasten und Menschen dabei unterstützen, länger selbstständig zu leben. Einen Einblick in diese Entwicklungen wird künftig das Maker- & Education Lab geben, das am 23. Januar 2026 in der Wallstraße 6 in Köthen von der Hochschule Anhalt eröffnet wird. Das Labor dient als offener Ort für Austausch, Information und praktisches Erproben.
Im Maker- & Education Lab werden digitale Lösungen und innovative Ansätze rund um Pflege und Gesundheitsversorgung vorgestellt. „Der Fokus liegt dabei auf praxisnahen Anwendungen. Gleichzeitig soll der Austausch zwischen Pflegepraxis, Wissenschaft und Unternehmen gestärkt werden“, sagt Professor Dr. Thomas Karbe, der Leiter des neuen Labors. Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden im neuen Lab einen Ort, an dem sie sich aktiv an der Entwicklung von smarten Produkten für den Alltag beteiligen können.
Welche thematische Bandbreite das Maker Education Lab künftig abdecken wird, zeigt das nachfolgende Beispiel:
Einsamkeit früh erkennen und unterstützen
Zu den ersten Projekten, die das Maker Education Lab vorstellt, zählt PräEinsamAltKI. Kernelement ist eine Modellwohnung in Köthen, die mit digitaler Technik ausgestattet ist. Sensoren, KI-Algorithmen und Assistenzsysteme sollen Veränderungen im Alltag erfassen, etwa wenn soziale Kontakte seltener werden oder Menschen ihre Wohnung kaum noch verlassen. Weiterhin kann das System auch den Wohnkomfort und die Effizienz positiv beeinflussen, indem es zum Beispiel beim Energiesparen hilft.
„Ziel ist es, Einsamkeit früh zu erkennen und ältere Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung zu leben - ohne zu bevormunden!“, sagt Prof. Dr. Stefan Twieg von der Hochschule Anhalt.
Auf dieser Grundlage kann das System auch unterstützend wirken, zum Beispiel durch Hinweise auf Veranstaltungsangebote oder bei der Erleichterung sozialer Kontakte. Aktuell wurden eine Vielzahl von Sensoren bewertet, ausgewählt und verbaut, so dass nun Konzepte für eine Systemintegration entwickelt werden. Die finale Umsetzung soll anschließend durch eine Optimierung mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern in der Wohnung erreicht werden. Pflege-Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben durch das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin sowie der AG-Versorgungsforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Lernen, ausprobieren, vernetzen
Das Maker- & Education Lab richtet sich an Fachkräfte aus Pflege und Medizin, an Unternehmen, Entwicklerinnen und Entwickler sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Geplant sind vielfältige Beteiligungsformate: Neben Vorträgen wird es auch Workshops geben, in denen ausprobiert und entwickelt werden kann. In den Labs kann man Technologie kennenlernen und sich bei Bedarf in der Anwendung unterstützen lassen.
„Mit dem Maker- & Education Lab schaffen wir einen offenen Ort, an dem technologische Innovation, gesellschaftliche Verantwortung und regionale Zusammenarbeit zusammenkommen. Ziel ist es, digitale Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort verständlich zu machen und praktisch nutzbar einzusetzen – insbesondere in Pflege und Gesundheitsversorgung“, sagt der Präsident der Hochschule Anhalt, Prof. Dr. Jörg Bagdahn.
Transformation in Pflege und Gesundheitsversorgung
Das Maker- & Education Lab in Köthen ist Teil der Innovationsregion für die digitale Transformation in Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG). In diesem Verbund entstehen insgesamt fünf Innovationslabore im südlichen Sachsen-Anhalt – neben Köthen auch in Halle, Merseburg, Sangerhausen und Zeitz. Die TPG wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg koordiniert und im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Kontakt:
Thomas Karbe
Leiter des Maker- & Education Lab
Hochschule Anhalt
Telefon: +49 (0) 3496 67 2563
E-Mail: thomas.karbe@hs-anhalt.de
Prof. Dr. Stefan Twieg
Projektleiter PräEinsamAltKI
Hochschule Anhalt
Telefon: +49 (3496) 67 2322
E-Mail: stefan.twieg@hs-anhalt.de