In Sachsen-Anhalt wächst der Bedarf an Flächen – sowohl für die landwirtschaftliche Nutzung als auch für den Ausbau erneuerbarer Energien. Besonders die Kombination aus Landwirtschaft und Photovoltaik steht dabei im Fokus. Um Nutzungskonflikte zu vermeiden und geeignete Standorte gezielt erfassen zu können, hat ein Team der Hochschule Anhalt Methoden entwickelt, mit denen sich Vorrangflächen und Potenziale für Freiflächen- und Agri-Photovoltaik-Anlagen besser bestimmen lassen.
Das Forschungsvorhaben wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Pietsch am Campus Bernburg durchgeführt – in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt. Gefördert wurde es vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Analyse, wie landwirtschaftlich wertvolle Flächen geschützt und gleichzeitig neue Potenziale für Freiflächen- und Agri-Photovoltaik erschlossen werden können. Dafür wurden Daten zur Bodenqualität und zum Wasserspeichervermögen für jede zusammenhängend bewirtschaftete Fläche, auf Feldblockebene, ausgewertet. Zudem sorgte eine spezielle Auswertung dafür, dass sich alle Regionen nach vergleichbaren Maßstäben untersuchen lassen – unabhängig von ihrer Lage.
Die Ergebnisse wurden in eine digitale Kartenanwendung überführt. Fachleute können dort Schwellenwerte einstellen – etwa für die Bodenqualität – und direkt sehen, welche Flächen betroffen wären. Auch das Anzeigen von besonderen Standortmerkmalen ist möglich. Die Veröffentlichung im Landesportal ist für 2025 vorgesehen. Danach ist das digitale Werkzeug für alle interessierten Nutzerinnen und Nutzern verfügbar.
„Mit dieser Methode und der Bereitstellung in einem WebGIS wird der Schutz klimaresilienter Böden unter Berücksichtigung der naturräumlichen Ausstattung in Sachsen-Anhalt realisiert und die Ausweisung landwirtschaftlicher Vorrangflächen unterstützt“, so Prof. Dr. Pietsch. „Gleichzeitig lassen sich Nutzungskonflikte bei der Standortsuche für (Agri)-Photovoltaik-Anlagen frühzeitig erkennen sowie Bereiche für eine kombinierte Nutzung von Landwirtschaft und Energieerzeugung ableiten.“
Am Freitag, den 18. Juli 2025, informierte sich Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann im Rahmen seiner Sommertour persönlich über die Ergebnisse und besuchte die Versuchsanlage auf dem Campus in Bernburg-Strenzfeld.