Der Fachbereich Design der Hochschule Anhalt hat Grund zum Feiern. Die Designstudentin Janne Kreimer wurde mit dem RIMOWA Designpreis 2024 ausgezeichnet. Für ihre außergewöhnliche Weste gegen Angstzustände, erhielt die Bachelorstudentin den mit 20.000 Euro dotierten Preis im Bereich Mobilität aus über 200 Einreichungen von 20 Hochschulen. Zwei weitere Studierende schafften es mit einem Kopfnetz zur Linderung von Epilepsie unter die ersten sieben.
Janne Kreimer zeigte sich sichtlich ergriffen, als sie den Preis in der Berliner James Simon Galerie entgegennahm: „Mit dieser Auszeichnung habe ich bis zuletzt nicht gerechnet und bin nach wie vor von dieser Ehrung überwältigt. Der Gewinn des RIMOWA Designpreis ist nicht nur eine bedeutende Anerkennung meiner kreativen Arbeit als junge Designerin, sondern auch eine Auszeichnung für alle, die an diesem Projekt mitgewirkt und mich unterstützt haben. Er hat mir das nötige Selbstvertrauen geschenkt, um zu wissen, dass meine Ideen und Visionen verstanden werden. Besonders ermutigend war für mich die breite Zustimmung, Solidarität und offene Identifikation mit dem Thema Ängste und Unsicherheiten. Ich hoffe sehr, dass ich das Projekt weiter vorantreiben kann, um mein Design für ein breites Publikum zugänglich zu machen.“
Eine Weste, die Angstzustände lindert
Bei Ihrem Projekt „RO“ handelt es sich um eine therapeutische, tragbare Technologie, die durch Deep Pressure Stimulation und gezielte Ansteuerung von Akupressurpunkten das parasympathische Nervensystem aktiviert, um Angstzustände zu lindern. Durch ein System aus aufblasbaren, organisch geformten Softrobots kann die eigene individuelle Anpassung hinsichtlich der Intensität des Drucks ermöglicht werden. In Ihrem Konzept verbindet sie Design mit Wissenschaft und neuer Technologie. „Mein größtes Learning aus diesem Projekt ist, dass die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche und Professionen wie Design und Medizin große Chancen bereithält, um innovative Lösungen für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln“, erklärt die Bachelorstudentin, deren Arbeit von den Professoren Nicolai Neubert und Dr. Manuel Kretzer betreut wurde.
Neben dem Titel erhält Janne Kreimer ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Der zweite Platz ist mit 10.000 Euro dotiert, die nächsten fünf Plätze erhalten jeweils 5.000 Euro. Die Studierenden, die es in die erste Runde schafften, erhielten ein Mentorenprogramm, Möglichkeiten zur beruflichen Vernetzung und einen professionellen Arbeitsplatz für die Umsetzung ihres Projekts.
Zwei weitere Hochschultalente unter den Top 7
Unter den ersten sieben Plätzen befinden sich auch die beiden Studentinnen Angelicka Barbie und Sarah Eckerlein, die im selben Semesterprojekt arbeiteten und ebenso von den Designprofessoren unterstützt wurden. In ihrem Projekt „EPILEPSENSE" geht es um die Krankheit Epilepsie und wie Menschen im Alltag damit umgehen. Die in Dessau Studierenden entwarfen ein Kopfnetz mit integrierten Elektroden zur Messung von Hirnströmen mit Fokus auf fokale und medizinisch behandelbare epileptische Anfälle. Damit verbunden ist ein Armband, das als Medikamentenpumpe fungiert und Vitalparameter überwacht, sodass Anfälle genauer erkannt, besser behandelt und damit sicherer kontrolliert werden können. „Mit unserem Projekt möchten wir dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie zu verbessern und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Anreiz dazu gaben uns die vielen aufschlussreichen Gespräche, die wir mit Betroffenen hatten," so Barbie und Eckerlein.
Professor Nicolai Neubert zeigt sich hocherfreut: „Diese verdiente Auszeichnung ist eine wichtige Bestätigung für unser Dessauer Ausbildungsmodell, das ‚Integrierte Design‘. Unsere Projektinhalte und deren Aufbereitung sind ganz offensichtlich auf hohem Niveau wettbewerbsfähig.“
Professor Manuel Kretzer sagte: „Es macht mich sehr stolz, Studierende bei ihren Ideen und Arbeiten nicht nur mit der eigenen Expertise, sondern vor allem auch durch herausragende technische Infrastruktur und hochmotivierte Mitarbeiterinnen unterstützen zu können. Der erste Preis von Janne Kreimer, die Nominierung von Angelicka Barbie und Sarah Eckerlein, aber auch die Arbeit von Leo Altmann und Phillipe Wassenberg, die es immerhin in die zweite Runde geschafft haben, zeigen, dass wir am Fachbereich Design in Dessau nicht nur herausragende Konzepte entwickeln, sondern diese auch exzellent umsetzen können.“
Das Thema Mobilität stand im Mittelpunkt des Preises
Der RIMOWA Designpreis würdigt herausragendes deutsches Design und fördert kreative Talente, die die Zukunft gestalten. Er basiert auf den Werten Innovation, Inklusion und globaler Wandel und definiert eine neue Stimme für die deutsche Designindustrie. Die zweite Ausgabe des RIMOWA Designpreises legte einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Mobilität, das durch Werte wie Freiheit und Unterstützung geprägt ist. Dabei wurden die Grundsätze von RIMOWA - Belastbarkeit, Exzellenz und Qualität - berücksichtigt, um sicherzustellen, dass alle Entwürfe einen sinnvollen Zweck erfüllen.
Die Hochschule Anhalt gratuliert Janne Kreimer, Angelicka Barbie und Sarah Eckerlein zu diesem herausragenden Erfolg und ist stolz darauf, ein Umfeld zu bieten, in dem talentierte Designerinnen und Designer ihre kreativen Ideen entwickeln und umsetzen können.
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